Merkel: Warmherzige Erinnerung an Mandela

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Nelson Mandela ist tot.

Johannesburg - Ein Freiheitsheld hat die Welt verlassen: Südafrikas erster schwarzer Präsident Nelson Mandela (95) ist gestorben. So trauert die Welt: Reaktionen, Fotos, Videos. *** Themen-Special ***

UPDATE: Bundeskanzlerin über Mandela

Bundeskanzlerin Merkel hat den verstorbenen südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela in einer Rede gewürdigt: Seine Botschaft sei eine "politische Verpflichtung". Der verstorbene südafrikanische Ex-Präsident "war überzeugt, nicht Hass und Vergeltung machen die Welt besser, sondern Versöhnung und friedlicher Wandel", sagte Merkel am Freitag in Berlin. "Und das hat er gelebt, und deshalb ist er ein Gigant der Geschichte, ein Staatsmann mit einer Botschaft, die in allen Ländern und zu aller Zeit Gültigkeit hat."

Merkel hatte Mandela 2007 kennen gelernt. Nach einem knapp 45-minütigen Gespräch äußerte sich die Bundeskanzlerin tief beeindruckt von der Persönlichkeit des damals 89-Jährigen, der das Symbol für die Überwindung der Apartheid in seinem Land gewesen ist: Es sei ein sehr bewegender Moment für sie gewesen, Nelson Mandela zu erleben und zu sprechen, sagte Merkel im Anschluss. Es war das erste persönliche Treffen mit dem Friedens-Nobelpreisträger, dessen Widerstand gegen die Rassentrennung sie einst schon als junge Frau interessiert verfolgt hatte.

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Ersten Informationen zufolge erlag Mandela am Donnerstagabend, 5.12.2013, gegen 20.50 Uhr Ortszeit (19.50 Uhr MEZ) einer Lungenentzündung. Der Begründer des demokratischen Südafrikas und Führer der Anti-Apartheid-Bewegung sei friedlich im Kreise seiner Familie dahingeschieden. Der Gesundheitszustand Mandelas hatte seit langem Besorgnis erregt. Im Sommer war er wegen einer schweren Lungenentzündung im Medi-Clinic-Heart-Krankenhaus in Pretoria behandelt worden. Seine letzten Wochen hatte Mandela im Kreis seiner Familie verbracht.

"Unsere Nation hat ihren größten Sohn verloren, unser Volk seinen Vater. Das ist der Moment unseres tiefsten Schmerzes. Nelson Mandela hat uns zusammengeführt. Und zusammen werden wir ihm Lebewohl sagen", sagte Präsident Jacob Zuma am Donnerstagabend in einer Rede an die Nation. Südafrika will Mandelas Vision weitertragen.

Trauer in Südafrika und der Welt: Nelson Mandela ist tot.

Vor dem Haus des Friedensnobelpreisträgers im Johannesburger Vorort Houghton kamen in der Nacht zum Freitag Hunderte Menschen zu einer spontanen Gedenkfeier zusammen. Viele von ihnen tanzten und sangen, einige hielten Bilder des „Vaters der Nation“ in den Händen oder schwenkten die südafrikanische Fahne. Andere wiederum entzündeten Kerzen.

Nelson Mandela hatte in Südafrika 27 Jahre im Gefängnis gesessen, weil er in seiner Heimat für ein Ende der Rassentrennung gekämpft hatte. 1994 kam er frei und wurde dann in der ersten Wahl, an der auch schwarze Südafrikaner teilnehmen durften, zum Präsidenten des Landes gewählt. Mandela ebnete als Präsident den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland. Er genoss bei Alt und Jung, Schwarz wie Weiß als Autorität und moralische Instanz hohes Ansehen.

Mandela zählte über Jahrzehnte zu den weltweit angesehensten Menschen. Auf allen Kontinenten erinnerten Politiker an sein Wirken voller Mut und Kraft zur Versöhnung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete ihn als Vorbild. „Nelson Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben“, sagte Merkel.

US-Präsident Barack Obama sagte, die Welt habe einen der einflussreichsten und mutigsten Menschen verloren. Großbritanniens Premierminister David Cameron nannte Mandela einen „Held unserer Zeit“. Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, Mandela habe „Geschichte geschrieben für Südafrika und für die Welt“. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete Mandela als „Giganten für die Gerechtigkeit“. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ehrte den Verstorbenen in New York mit einer Schweigeminute.

Die Führer der Freiheitsbewegung und heutigen Regierungspartei ANC würdigten Mandela als „Inbegriff von Demut, Gleichheit, Gerechtigkeit, Frieden und der Hoffnung von Millionen, hier und im Ausland“. Der ANC rief die Südafrikaner auf, nicht zu verzweifeln. „Er lebt in jedem von Euch und in Euren Häusern weiter, weil er sein Leben an uns alle gegeben hat.“ Mandelas früherer Weggefährte, Ex-Präsident Frederik de Klerk, nannte die Zusammenarbeit mit ihm eine Ehre.

Südafrikas Fernseh- und Radiosender sendeten ab Donnerstagabend nur noch Trauermusik. Zuma rief eine Staatstrauer aus. Die Fahnen des Landes würden bis zum Tag der Beerdigung Mandelas auf halbmast gehisst. „Lasst uns zu seiner Vision stehen, die eine Gesellschaft war, in der niemand ausgebeutet und unterdrückt wird.“ Zuma pries die Vision Mandelas von einem einigen, nicht-rassistischen, nicht-sexistischen, demokratischen und blühenden Südafrika.

Lange Monate hieß es offiziell, Mandela befinde sich „in stabilem, aber kritischem Zustand“. Die Ex-Frau Mandelas, Winnie Madikizela-Mandela, hatte vor drei Wochen berichtet, der 95-Jährige könne inzwischen nicht mehr sprechen. „Er kommuniziert über sein Gesicht“, sagte sie. Mandela sei „auch auf dem Sterbebett“ noch inspirierend, hatte seine älteste Tochter am Dienstag im Fernsehsender SABC betont. „Ich glaube, er erteilt uns immer noch Lehren. Lehren in Geduld, Lehren in Liebe, Lehren in Toleranz“, sagte Makaziwe Mandela.

"Leuchtendes Beispiel der Gewaltfreiheit"

In unserer Fotostrecke finden Sie Stimmen von amtierenden Politiker aus aller Welt sowie Weggefährten von  Nelson Mandela

"Leuchtendes Beispiel der Gewaltfreiheit"

Vergangenen Juli hatte die Welt Mandelas 95. Geburtstag gefeiert. Millionen Schulkinder sangen am Morgen ein Geburtstagslied für den Vaters der „Regenbogennation“:

Zum 95. Geburtstag: Südafrika feiert Nelson Mandela

Video: Phoenix-Dokumentation über Mandelas Leben

Nelson Mandelas 1. TV-Interview von 1961

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