„Es gibt keine Heilung“

Junge nach Bad in See gestorben: Killer-Parasit frisst sich durch Gehirn

Schwimmer in Badesee
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In deutschen Badeseen gab es bislang noch keine Erkrankungsfälle mit der hirnfressenden Amöbe. 

Kurz nach einem Bad im See, brachten die Eltern eines 13-Jährigen ihren Sohn mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus - wenige Tage später war er tot.

  • Ein 13-Jähriger zeigte nach einem Bad im See schwere Krankheitssymptome.
  • Seine Eltern brachten ihn daher ins Krankenhaus. Die Ärzte fanden heraus, dass sich ein gefährlicher Parasit, eine Amöbe, durch sein Gehirn fraß.
  • Nur wenige Tage später war der Junge tot.

Gainsville/Florida - Parasiten sind wahre Überlebenskünstler. Sie können sich so in den Organismus ihres Wirts integrieren, dass sie von dessen Immunsystem nicht angegriffen werden. Ein Chinese musste sich erst kürzlich einen parasitären Wurm aus dem Gehirn entfernen lassen. Bekannt sind insgesamt 18 Wurmarten, die ihr Zuhause im Menschen haben - nicht alle sind jedoch unbedingt gefährlich.

Sehr wohl gefährlich wurde jedoch ein anderer Parasit, eine Amöbe, für einen Jungen in den USA. Der 13-jährige Tanner Lake Wall aus Florida soll seinen Eltern zufolge immer ein gesunder und aktiver Teenager gewesen sein - bis er Ende Juli plötzlich über starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen klagte. Aus Sorge brachten ihn seine Mutter und sein Vater in das Putnam Community Medical Center in Palatka, wo die Ärzte zunächst von einer Halsentzündung ausgingen.

Gefährliche Killer-Amöbe frisst sich durch Gehirn von Jungen - kurze Zeit später stirbt er

Dann die Schock-Diagnose: Nachdem sein Gesundheitszustand sich einfach nicht besserte, überwiesen ihn die Mediziner in ein Krankenhaus in Gainsville. Die behandelnden Ärzte vor Ort stellten fest, dass es sich keineswegs um eine einfache Halsentzündung handelte. Im Gehirn von Tanner Lake Wall hatte sich ein gefährlicher Parasit eingenistet.

Es handelte sich dabei um die einzellige Amöbe Naegleria fowleri, die beim Menschen schlimmstenfalls eine Hirnhautentzündung mit tödlichen Folgen auslösen kann. Für Tanner Lake Wall kam bereits zum Zeitpunkt seiner Einweisung in der Klinik in Gainsville jede Hilfe zu spät - der Parasit hatte zu große Schäden im Gehirn angerichtet.

„Es tut uns leid, Ihnen das sagen zu müssen, aber Ihr Sohn hat keine bakterielle Meningitis, er hat die parasitäre Amöbe, und es gibt keine Heilung“, soll der behandelnde Arzt US-Medienberichten wie Fox News zufolge zum Vater des 13-Jährigen gesagt haben.

Am zweiten August stellten die behandelnden Ärzte keine Hirnaktivität mehr bei dem Jungen fest. Die Eltern entschieden, sich daher, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen, woraufhin Tanner Lake Wall an den schlimmen Folgen der durch die Amöbe hervorgerufenen Infektion verstarb.

Nach Bad in See: Todbringender Parasit frisst sich durch Gehirn von Jungen

Nach dem Tod von Tanner Lake Wall reagieren vor allem seine Eltern mit Unverständnis. Zugezogen hatte sich der Junge die todbringende Amöbe nur wenige Tage vor seinem Tod in einem See in Nord-Florida nahe Tallahassee. Der Parasit war durch seine Nase in den Körper gelangt und fraß sich anschließend durch seine Hirnhaut.

Naegleria fowleri kommt laut RKI vor allem in warmen Süßwassergewässern der Tropen und Subtropen vor. Fälle von Erkrankungen, hervorgerufen durch die Amöbe, werden jedoch auch immer wieder aus den USA gemeldet - 2018 verstarb beispielsweise ein 29-Jähriger nach dem Besuch einer Surf- und Wasserskianlage in Texas. Auch bei ihm hatte der Parasit eine Hirnhautentzündung hervorgerufen.

Auch das zuständige Gesundheitsamt für das County, in dem sich Tanner Lake Wall den Parasit zugezogen hat, hat seit 1962 bereits 37 Infektionsfälle mit Naegleria fowleri dokumentiert. Dennoch gibt es keine Schilder, die vor der Amöbe warnen. Mehreren US-Medienberichten zufolge erzählte die Mutter des verstorbenen Jungen, dass außer ihrem Sohn mehr als 50 weitere Kinder sowie ihr Mann und ihre Töchter im Wasser gewesen seien. Nur Tanner Lake Wall hätte sich jedoch den todbringenden Parasit zugezogen.

Symptome für eine schwere Infektion mit der Amöbe sind zunächst frontale Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen und Fieber. Im späteren Verlauf folgen Halluzinationen und Krampfanfälle. In Deutschland gab es bislang noch keine Erkrankungsfälle mit dem Parasiten. Erst kürzlich machte eine andere Art von Parasit das Baden im bayerischen Tegernsee unangenehm*.

Ein bizarrer Vorfall ereignete sich am 14. September 2020 in Celle: Zwei bewaffnete Männer entern ein Juweliergeschäft - am Ende verlieren beide ihr Leben*. *tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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