Erfolgreiche Bergung

Containerschiff „Ever Given“ fährt wieder - Blockade am Suez-Kanal aufgehoben

Containerschiff "Ever Given" im Suezkanal teilweise freigelegt
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Schlepper arbeiten an der Freisetzung des auf Grund gelaufenen Containerschiffs «Ever Given» im Suezkanal. Nun fährt der riesige Frachter wieder.

Kairo - Seit fast einer Woche stauen sich Schiffe aus aller Welt wegen der quergestellten „Ever Given“ im Suezkanal. Jetzt fährt das Schiff wieder, die Blockade am Suez-Kanal ist aufgehoben.

Update, 15.55 Uhr - Blockade am Suez-Kanal aufgehoben

Das Container-Schiff „Ever Given“ fährt wieder. Das berichten verschiedene Medien (SPIEGEL, FAH, Washington Post) mit Berufung auf offizielle Angaben des Kanalbetreibers SCA. Laut des Trackingportals Vesselfinder.com bewegte sich das riesige Schiff gegen 15.30 Uhr mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2,7 Knoten (rund fünf Stundenkilometern).

Rund eine Woche hatte der gut 400 Meter lange Frachter den Weg der viel befahrenen Handelsroute versperrt. Nach Angaben des Magazin „SPIEGEL“ konnten 369 Schiffe ihre Fahrt nicht fortsetzten.

Für die Freilegung des Frachters wurden demnach rund 30.000 Kubikmeter Sand weggebaggert. Auch der Kanaldienstanbieter Leth Agencies berichtete von der erfolgreichen Bergung.

Trotz des Endes der Blockade könne es noch sechs Tage oder länger dauern, bis die gesamte Warteschlange abgelaufen ist, hieß es von der dänischen Reederei Maersk. Der Kanalbehörde zufolge warteten zuletzt rund 370 Schiffe auf beiden Seiten des Kanals auf Durchfahrt. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete am Montag von 450 Schiffen im Stau. Mehrere Reedereien hatten bereits begonnen, ihre Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung in Afrika zu schicken.

Wann die „Ever Given“ ihre Fahrt in nördlicher Richtung auf dem Weg nach Rotterdam im Kanal fortsetzen kann, war zunächst unklar. Laut Admiral Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, soll das Containerschiff zunächst am Großen Bittersee am nördlichen Ende des Suezkanals untersucht werden. Zudem sollen Ermittlungen die Ursache für den Unfall klären. Der Frachter war am Dienstag auf Grund gelaufen. Bagger und Schlepper hatten tagelang versucht, das 400 Meter lange Schiff freizulegen.

Erstmeldung, 6.45 Uhr

Das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff „Ever Given“ ist nach einer tagelangen Blockade freigelegt worden. Das 400 Meter lange Schiff sei wieder „in schwimmenden Zustand gebracht“ worden und werde gesichert, teilte der maritime Dienstleister Inchcape Shipping am frühen Montagmorgen (29. März) mit. Es blieb zunächst aber unklar, wann die wichtige Wasserstraße wieder zur Durchfahrt freigegeben werden kann.

Die Hilfs- und Bergungsteams am Suezkanal hatten mit Schleppern und Baggern über Tage versucht, das Schiff eines japanischen Eigentümers zu befreien, das am vergangenen Dienstag auf Grund gelaufen war. Von Vorteil war dabei die hohe Flut bei Vollmond in der Nacht zum Montag. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte bereits angeordnet, die teilweise Entladung von Containern vorzubereiten, falls die Versuche zur Freilegung weiterhin erfolglos bleiben sollten.

Unklar, wann Schiff Fahrt fortsetzen kann

Wann die „Ever Given“, die in nördlicher Richtung auf dem Weg nach Rotterdam im Kanal unterwegs war, ihre Fahrt fortsetzen kann, war nach der Erfolgsmeldung zunächst unklar. Laut Kanalbehörde warteten zuletzt rund 370 Schiffe auf beiden Seiten des Kanals auf Durchfahrt, darunter 25 Öltanker. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete von 450 wartenden Schiffen.

Nach der Erfolgsmeldung vom Montagmorgen kursierten im Internet Videos von erleichterten Crew-Mitgliedern der anderen Schiffe im Kanal. „Das Boot schwimmt“, sagt ein Mann an Bord eines Schiffs und streckt seinen Daumen nach oben. Auf einem der Videos ist immer wieder der Ausspruch „Alhamdulillah“ (Gott sei Dank) zu hören.

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit den kürzeste Schifffahrtsweg zwischen Asien und Europa. 2020 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Behörde fast 19.000 Schiffe die wichtige Wasserstraße. Durch die tagelange Blockade gingen dem Kanal täglich Einnahmen von rund 13 bis 14 Millionen Dollar verloren. Eine Versicherung schätzte den Schaden für den Welthandel auf täglich zwischen sechs und neun Milliarden US-Dollar.

mw/dpa

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