Nicht angemeldetes Auto-Treffen am Wörthersee eskaliert

Über 1000 Anzeigen: „PS-Volltrottel“ terrorisieren halb Kärnten

GTI-Treffen am Wörthersee 2020 eskaliert
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GTI-Treffen am Wörthersee 2020.

Klagenfurt/Velden - Hirn aus, Motor an: Nach diesem Motto handelten am Wochenende rund 10.000 selbsternannte "GTI-Fans" bei einem Auto-Treffen in Velden am Wörthersee. Die Lage eskalierte völlig.

Bei ihrer offenbar nicht angemeldeten Veranstaltung hielten bis zu 10.000 „PS-Chaoten“ die Polizei in Atem, terrorisierten Anwohner und brachten diese zur Verzweiflung. In der Nacht auf Sonntag, 20. September, zog die Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war, schließlich endgültig die Reißleine: Die Beamten sperrten zahlreiche Straßen rund um den See, zogen von rund 100 Fahrzeugen die Kennzeichen ein und schrieben laut einem Bericht von oe24.at insgesamt weit über 1000 Anzeigen.

Im Internet kursieren bereits einige Videos von dem PS-Wahnsinn in Kärnten. Eingefleischte Fans, die dem Treffen wegen Corona heuer vernünftigerweise fern geblieben waren, kommentieren bereits fleißig. „Volltrottel, die gehören aus dem Verkehr gezogen", hieß es dazu auf Facebook unter anderem.

Polizei: „Massenhaft Beschwerden von Anwohnern“

Mario Nemetz, Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten, sagte dazu: „Wir spüren keine Veränderung zu dem Treffen, das sonst eigentlich immer im Frühjahr stattfindet und heuer abgesagt wurde. Das größte Thema war dabei ohne Zweifel das respektlose Verhalten der Leute gegenüber der Bevölkerung.“ Zahlreiche Fahrzeuge seien unsachgemäß verwendet und der jubelnden und johlenden Menge, die dicht gedrängt am Straßenrand saß, unter großem Lärm vorgeführt worden. Es gab heulende Motoren, absichtlich ver­ursachte Fehlzündungen, Autos, die Gummi gaben, oder Beschleunigungsduelle mitten im Ortsgebiet, umringt von Hunderten Zuschauern. Auch an die Corona-Regeln hielt sich dabei so gut wie niemand.

Es gab massenhaft Beschwerden von Anrainern vom Faaker See über den Wörthersee bis hinüber nach Klagenfurt“, so Nemetz weiter. Die Anwohner hätten zum großen Teil nur mit Ohrstöpseln vor die Tür gehen können. In der Nacht auf Sonntag musste dann auch die Ortsdurchfahrt von Velden gesperrt werden. „Es waren Tausende Leute vor Ort, es ist nichts mehr gegangen. Erst gegen 1 Uhr hat sich die Situation be­ruhigt", hieß es seitens der Polizei. Trotz des Chaos sahen sich die Beamten insgesamt jedoch gut vorbereitet. Man habe sich anhand der Buchungslage der Hotels und entsprechender Social-Media-Hinweise entsprechend personell aufgestellt.

mw

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