Dänemark kündigt ersten Entwurf für Abkommen an

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Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen.

Kopenhagen - Die dänischen Gastgeber beim Kopenhagener Klimagipfel wollen am Wochenende einen ersten Entwurf für ein Abkommen zur Bekämpfung der Erderwärmung vorlegen.

Das kündigte Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen an. Er besuchte überraschend die Konferenz, nachdem Entwicklungs- und Schwellenländer Dänemarks Leitung der Verhandlungen als einseitige Parteinahme für die reichen Staaten attackiert hatten. Diese Kritik nannte Rasmussen "Theaterdonner". Das sei "normal bei so einer Konferenz".

Er hatte zuvor einen in Kopenhagen zirkulierenden Entwurf für das Schlussabkommen als “informelles Arbeitspapier“ bezeichnet. Darin sollten auch den den Entwicklungs- und Schwellenländern Verpflichtungen zu weniger Treibhausgas-Emissionen auferlegt werden. Dies bezeichnete ein Sprecher dieser in der Gruppe G77 zusammengeschlossenen Länder als Fortführung alter kolonialistischer Ziele durch die USA und die EU.

Mit dem Thema Klimawandel befassen sich am Donnerstagabend und Freitag auch die 27 Staats- und Regierungschef der EU in Brüssel. Da sich die Europäer als Vorreiter in dieser Sache sehen, erwartet man konkrete Zusagen. Dabei geht es um Soforthilfen für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Im Gespräch ist eine jährliche Zahlung von zwei Milliarden Euro. Auf der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen hatten sich die Fronten zuletzt verhärtet.

Bundesentwicklungsminister Niebel hat Verständnis für die harte Verhandlungslinie der ärmeren Länder beim Weltklima-Gipfel gezeigt. Niebel sagte dem "Hamburger Abendblatt", bisher hätten diese Länder verschwindend wenig zur Erderwärmung beigetragen, nun müsse man ihnen finanziell entgegenkommen.

dpa

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