Libyen weist UN-Flüchtlingswerk aus

Genf - Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) muss seine Arbeit in Libyen vorerst einstellen. Ohne Grund wurden dei Helfer von der libyschen Regierung ausgewiesen.

In der vergangenen Woche hätten libysche Behörden die UN-Organisation aufgefordert, die Arbeit einzustellen und das Land zu verlassen, teilte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming am Dienstag mit. “Uns wurden keinerlei Gründe für die Ausweisung genannt,“ sagte sie. Das UNHCR suche das Gespräch mit Libyen und hoffe, dass die Verfügung nur von begrenzter Dauer sei, hieß es weiter.

Das UNHCR arbeitet seit 1991 in Libyen und lässt dort Flüchtlingen und Asylsuchenden humanitäre Hilfe zukommen. Da die libyschen Behörden die Flüchtlinge nicht registrieren, hat das UNHCR dies übernommen. So kamen nach Angaben Flemings bereits rund 9.000 Flüchtlinge aus dem Irak, dem Sudan, Somalia und weiteren afrikanischen Ländern mit dem Ziel nach Libyen, von dort nach Europa zu gelangen. Derzeit sollen sich dort rund 3.700 Flüchtlinge aufhalten, wobei die meisten aus Eritrea stammen. Das UNHCR hat in Libyen 26 Mitarbeiter, die meisten sind Einheimische.

dapd

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