"Mein kleiner Kämpfer hat seine Flügel ausgebreitet!"

Das Ende eines Dramas: Der schwerkranke Alfie (1) ist tot

+
  • schließen

Liverpool - "Mein kleiner Kämpfer hat heute Nacht um 2.30 Uhr (3.30 Uhr MESZ) seinen Schild abgelegt und seine Flügel ausgebreitet. Wir sind untröstlich. Ich liebe dich, mein Junge" - mit diesen rührenden Worten auf Facebook verabschiedete sich sein Vater Tom (21) in der Nacht von seinem Sohn.

Der kleine Alfie Evans aus Liverpool ist tot. Der Junge (23 Monate) starb in der Nacht auf Samstag. Er litt von Geburt an an einer schweren unheilbaren neurologischen Krankheit, die sein Gehirn fast komplett zerstört hatte. Mediziner konnten Alfies neurologische Erkrankung nicht eindeutig diagnostizieren. Er konnte sich demnach nicht bewegen, sprechen und hören. Die britischen Ärzte hielten lebenserhaltende Maßnahmen für sinnlos und stellten sie am vergangenen Montag ein. Das berichtet die Bild-Zeitung. Zur Überraschung der Mediziner hatte der Junge zunächst von allein weiter geatmet, wie sein Vater sagte.

Im Laufe von Alfies sehr kurzem Leben hatte es einen heftigen Streit um dessen Wohl gegeben. Die Klinik in Liverpool hatte sich geweigert, Alfie nach Italien zu verlegen, um dort in einem Krankenhaus eine bessere Behandlung zu ermöglichen. Ein Gericht hatte den Einspruch der Eltern dagegen abgewiesen. Zuletzt hatten sich auf dem Petersplatz in Rom mehrere hundert Menschen versammelt und ihre Anteilnahme am Schicksal des todkranken Alfie zum Ausdruck gebracht. Sie zündeten Kerzen an und beteten.

Der deutsche Experte Nikolaus Haas hatte vor dem Tod des Jungen scharfe Kritik am Umgang mit dem Fall in Großbritannien geübt. In Deutschland wäre Alfie "selbstverständlich auf Wunsch der Eltern weiterbehandelt worden", sagte der Professor für Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin vom Universitätsklinikum München der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Haas hatte im Auftrag eines britischen Gerichts ein Gutachten erstellt und eine Verlegung des Jungen in ein Krankenhaus in Deutschland, Italien oder nach Hause befürwortet.

Lesen Sie auch: Stellungnahme des Krankenhauses in Liverpool

mw

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser