"Animal Hoarding" in Österreich nahe der Grenze

"Einigen Tieren fehlte ein Auge" - 68 verwahrloste und zugekotete Hündchen gerettet

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Maria Schmolln/ Bezirk Braunau - Den Helfern des Tiergnadenhofs Gut Aiderbichl bot sich vor etwa zwei Wochen ein grausames Bild. Die Tierretter befreiten 68 verwahrloste und zugekotete, kleine Hunde aus einem Anwesen in einem abgelegenen Ort in Österreich. 

„In den vergangenen Jahren habe ich wirklich schon viel gesehen, aber so ein Fall ist mir noch nie untergekommen“, erinnert sich Aiderbichl-Geschäftsführer Dieter Ehrengruber. Er selbst war mit dabei, als seine Mitarbeiter vom Amtsveterinär zu einem Anwesen in Oberösterreich geschickt wurden. 

Der Anblick, der sich den Tierrettern nach und nach bot, übertraf jedoch die düstersten Erwartungen. Obwohl die Bewohner, es handelt sich um eine mehrköpfige Familie, den Zutritt verwehrt haben sollen, so habe ein Blick durch den Türspalt ausgereicht, um die Ausmaße des Animal Hoarding-Falls zu erkennen, schreibt Gut Aiderbichl in einer Pressemitteilung. 

"Einigen Tieren fehlte ein Auge, die Krallen waren viel zu lang und brüchig"

An die 15 bis 20 von oben bis unten zugekotete, kleine Hunde, deren ursprüngliche Fellfarbe kaum zu erkennen war, drängten sich entweder kläffend oder mit erstaunt bis ängstlich aufgerissenen Augen an das rettende Sonnenlicht. "Einigen Tieren fehlte ein Auge, die Krallen waren viel zu lang und brüchig", beschreiben Mitarbeiter die Situation. Die mehrköpfige Familie soll laut Aussagen zusammen mit knapp 70 Hunden auf etwa 40 Quadratmetern gelebt haben. "Es war unvorstellbar. Eine Katastrophe.

Bei der medizinischen Erstuntersuchung wurde das Ausmaß der Verwahrlosung noch deutlicher. "Die Hunde waren teilweise dehydriert und unterernährt. Der tief im Fell sitzende Kot ließ sich auch durch ein erstes Bad nicht entfernen. Gerötete Augen, Augenverletzungen, geschwollene Lymphknoten und verschärfte Lungengeräusche waren an der Tagesordnung", heißt es. 

Video:

Als sich die ersten Tiere bereits zu erholen begingen, folgte der nächste Streich in Form von weiteren 38 Hunden und einer erschreckend unterernährten Katze, die noch nicht mal eine Woche später ebenfalls in Maria Schmolln einzogen. 

Insgesamt sollen sich die Tierarztkosten aktuell auf 30.000 bis 40.000 Euro belaufen. „An diesem Fall sieht man wieder sehr deutlich wie eng Freud und Leid sowie echte und falsch verstandene Tierliebe beieinander liegen“, schließt Ehrengruber seinen Beitrag auf der Homepage ab.

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