Menschenrechtler: Gerechtigkeit für Giftgas-Opfer

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Immer wieder erinnert auch Greenpeace an die Opfer der Giftgaskatastrophe in Indien.

Heidelberg - Vor dem 25. Jahrestag der Giftgaskatastrophe von Bhopal hat amnesty international (ai) an die mangelnden Konsequenzen aus dem Unglück erinnert.

Im Beisein von Überlebenden der Katastrophe und Aktivisten aus der zentralindischen Stadt forderte die Menschenrechtsorganisation am Samstag in Heidelberg eine Wiedergutmachung für die Opfer. “Wir fordern eine Entschädigung, die angemessen ist“, sagte ein amnesty-Aktivist. Außerdem sollen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und das Gelände der früheren Pestizidfabrik der Firma Union Carbide (UCC) von den giftigen Überresten gereinigt werden.

Bhopal gilt noch vor dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 als größte Industriekatastrophe der Geschichte. Bei der Katastrophe am 3. Dezember 1984 war Giftgas aus einer Pestizidfabrik ausgetreten. Nach offiziellen indischen Angaben starben rund 15 000 Menschen. Hilfsorganisationen vor Ort schätzen die Zahl der Toten auf 20 000 bis 30 000. Bislang wurde niemand zur Verantwortung gezogen. Noch heute leiden Hunderttausende Einwohner als Folge des Unfalls an chronischen Erkrankungen. Das Gelände ist noch immer verseucht, das Trinkwasser belastet.

In der Kritik steht die US-Firma Dow Chemical Company, die UCC übernommen hatte. Diese habe wiederholt öffentlich erklärt, keine Verantwortung für die Bhopal-Katastrophe in der zentralindischen Stadt zu tragen, erklärte ai.

Nach dem Protest in Heidelberg plant ai in der kommenden Woche auch Aktionen unter anderem in Mainz und Bonn, Köln, Bielefeld, Berlin und München.

dpa

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