Gesetzentwurf in Italien 

Sonderurlaub während der Periode für Frauen?

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An manchen Frauen sind die Regelbeschwerden so stark, kaum arbeitsfähig sind. Ein Gesetz soll hier ansetzen. 
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Rom - Dieser Gesetzentwurf sorgt für Diskussionen zwischen den Geschlechtern: Die italienischen Politiker verhandeln über bezahlten Sonderurlaub während der Periode.

Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Erbrechen: Manche Frauen klagen über besonders starke Komplikationen während der Monatsblutungen.

Nach dem Gesetzesentwurf sollen die Frauen daher maximal drei zusätzliche Sonderurlaubstage im Monat bekommen, wenn sie unter starken Schmerzen während ihrer Periode leiden. Bezahlt! 

Das Gesetz aus Italien wäre das erste dieser Art in Europa. Voraussetzung für die zusätzlichen freien Tage soll ein ärztliches Attest sein, das die Frauen vorlegen müssten. Es soll für Voll- und Teilzeitkräfte gelten.

Könnte das Gesetz den Frauen schaden?  

Die neue Regelung, die Frauen schützen soll, könnte aber auch negative Auswirkungen haben. So befürchtet beispielsweise die Ökonomin Daniela Piazzalunga, dass Arbeitgeber dann eher männliche Mitarbeiter einstellen würden, denen weniger freie Tage zustehen. "Oder Frauen könnten weiter abgestraft werden, wenn es um den Lohn oder die Karrierechancen geht", so Piazzalunga gegenüber der Zeitung "The Independet"

Eingebracht haben den Entwurf vier weibliche Abgeordnete der Demokratischen Partei. Sie glauben daran, dass ihr Gesetz die Berufschancen für Frauen sogar verbessern würden. Während im EU-Durchschnitt 72 Prozent der Frauen arbeiten, sind es in Italien nur 61 Prozent, berichtet die "Washington Post"

In asiatischen Ländern gibt seit Jahrzehnten Sonderurlaub 

In vielen asiatischen Ländern gibt es bereits ähnliche Gesetze. In Japan dürfen Frauen einen Tag im Monat frei nehmen, in Indonesien zwei Tage, in Taiwan sogar drei Tage. Auch in Indien dürfen Frauen während der Menstruation daheim bleiben. Teilweise gelten die Gesetze schon seit 70 Jahren. 

Das italienische Parlament wird voraussichtlich in der kommenden Woche über den Gesetzesentwurf abstimmen. 

Voting: Ist das fair?

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