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Hagel und Muren in Österreich - ein Tornado in Baden-Württemberg

Nach heftigen Unwettern: Salzburg rettet Personen mit dem Hubschrauber

Das Hollersbachtal ist von den Murenabgängen besonders stark betroffen: hier wird es noch mehr als eine Woche dauern, bis alle Straßen und Wege wieder von Fahrzeugen genutzt werden können.
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Das Hollersbachtal ist von den Murenabgängen besonders stark betroffen: hier wird es noch mehr als eine Woche dauern, bis alle Straßen und Wege wieder von Fahrzeugen genutzt werden können.

Salzburg/Tirol/Landkreis – In Tirol und Salzburg haben heftige Unwetter am Freitag (5. August) zu zahlreichen Murenabgängen geführt. Im Oberpinzgau waren über 200 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. In Baden-Württemberg gab es sogar einen Tornado.

Update, 14.47 Uhr - Zehn Personen per Hubschrauber aus Salzburger Tal geborgen

Nach den am Freitag durch Starkregen verursachten Murenabgängen in Oberpinzgauer Seitentälern südlich der Salzach konnten inzwischen die versperrten Wege und Straßen so von Schlamm und Geröll befreit werden, dass man zu Fuß aus den Tälern gelangen kann. Bisher werden keine Personen vermisst oder verletzt.

„Es sind einige Brücken und vereinzelt unbenutzte Stallgebäude und Jagdhütten beschädigt worden, soweit sich das aus der Luft beurteilen lässt“, so Manfred Pongruber, stellvertretender Katastrophenschutzreferent der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Beim Helikoptereinsatz wurden insgesamt zehn Personen, die auf der Neuen Fürther Hütte im Hollersbachtal von der Umwelt abgeschnitten waren, ausgeflogen.

Bisher standen 164 Feuerwehrleute aus sieben Gemeinden im Einsatz, die auch während der Nachtstunden versuchten, die Straßen wieder passierbar zu machen. „Bis Ende der kommenden Woche sollen das Ober- und das Sulzbachtal sowie das Habachtal wieder mit allen Fahrzeugen befahrbar sein“, so Pongruber. Etwas länger wird es im Hollersbachtal dauern, das am stärksten von den Murenabgängen betroffen ist.

Update, 9.40 Uhr - Polizei bestätigt Tornado

Schaden in vermutlich siebenstelligen Bereich richtete ein Tornado im Bereich Eintürnen (Bad Wurzach) an: Von einer Lagerhalle wurde das komplette Dach weggeweht und blieb erst 300 Meter weiter in einem Maisfeld liegen. Die restliche Lagerhalle wurde komplett zerstört und ist nach Beurteilung eines Statikers teilweise einsturzgefährdet. „Das Objekt wird morgen bei Tageslicht nochmals überprüft“, hieß es dazu in einer Mitteilung des zuständigen Polizeipräsidiums in Ravensburg.

Bei einem Sturm wurde das Dach von einer Materialhalle in Bad Wurzach weggefegt.

Eine Ortschaft weiter riss der Tornado das Blechdach einer Maschinenhalle ab, die nach Einschätzung des Besitzers jedoch ansonsten soweit stabil ist .Auf dem Heck eines Ford Kugas landete im Einflussbereich des Tornados zudem ein Baum. Es entstand Schaden in Höhe von geschätzten 5000 Euro, unter anderem wurde die Heckklappe beschädigt und die Heckscheibe eingedrückt. Ein VW kam etwas glimpflicher mit einem Schaden von geschätzten 1000 Euro davon: Er wurde an der Front durch einen Ast beschädigt.

Update, 8.20 Uhr - Tornado wütet in Baden-Württemberg

Während es in der Region in Sachen Unwetter ruhig blieb, sah es auch in Teilen von Baden-Württemberg teilweise ganz anders aus. In Bad Wurzach in Oberschwaben, nahe der Grenze zu Bayern, ist bei einem Sturm das Dach einer Materialhalle weggefegt worden. Es liegt nun 300 Meter von dem zerstörten Gebäude entfernt, wie die Polizei Ravensburg mitteilte. Die Ermittler sprachen von einem Tornado. Ob es sich tatsächlich um einen solchen handelt, war zunächst unklar. Am Samstagmorgen folgte dann die Bestätigung, denn auch auf der Webseite tornadoliste.de wurde der Vorfall inzwischen gelistet.

Verletzte gab es zum Glück nicht. Nach einer ersten Schätzung belaufe sich der Schaden jedoch auf etwa eine Million Euro, allerdings sei das tatsächliche Ausmaß noch unklar, da zuerst ein Statiker das Gebäude begutachten müsse, hieß es. Aus dem Stadtteil Eintürnen sei den Beamten zudem ein weggeflogenes Blechdach einer Maschinenhalle gemeldet worden, wie die Polizei am Abend ergänzte.

Die Erstmeldung:

Bereits am Freitagnachmittag (5. August) sind heftige Unwetter über Tirol niedergegangen. Der Starkregen sorgte für dermaßen anschwellende Bäche, dass es zu zahlreichen Murenabgängen kam. In St. Sigmund im Sellrain schwoll der Bach durch das Brander Tal dermaßen an, dass bereits 40 Minuten nachdem das Gewitter über die Gemeinde zog, eine Mure mit einer Länge von rund 100 Metern den Bereich „Brandner Höfe“ rund 60 Zentimeter hoch verschüttete. Es kam zu Straßensperren, Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Die Aufräumarbeiten der Feuerwehr dauerten noch bis in den frühen Samstagmorgen an. In der Gemeinde Ranggen sorgte der übertretende Rettenbach für einen Murenabgang. Zu Sach- oder Personenschäden kam es glücklicherweise nicht.

Mure in Gerlos, Tirol, verschüttet zahlreiche Häuser

In Gerlos ging ein starkes Unwetter mit Hagel und Starkregen nieder. Insbesondere die Bäche direkt im Ortszentrum und im Ortsteil Oberhof-Isskogelbahn traten über die Ufer und vermurten Teile der B165 und zahlreiche Häuser. Keller und Erdgeschosse wurden überflutet. Die B165 musste komplett für den Verkehr gesperrt werden. Zahlreiche Feuerwehren der Umgebung waren im Einsatz. Die Aufräumarbeiten dauerten noch den gesamten Freitag an, die Straße konnte bereits am Nachmittag wieder frei gegeben werden. Die Schäden an den vermurten Wohnhäusern können derzeit noch nicht eingeschätzt werden.

Murenabgänge in Salzburg: 230 Personen von der Außenwelt abgeschnitten

Auch den Salzburger Pinzgau trafen die Unwetter schwer. Nach heftigen lokalen Niederschlägen sind einige Muren in den Tälern abgegangen und haben Wege und Zufahrten verlegt. „Es sind keine Gebäude betroffen, auch wurden keine Vermissten gemeldet“, berichtet Manfred Pongruber, stellvertretender Katastrophenschutzreferent der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Feuerwehr, Bergrettung, Polizei, Rotes Kreuz sowie lokale Unternehmen sind gemeinsam im Einsatz.

Im Oberpinzgau hatten die Murenabgänge den Weg zu rund 230 Personen auf Berghütten und Gasthäusern unterbrochen. Betroffen sind das Obersulzbach-, Untersulzbach- Habach- und Hollersbachtal. Die Einsatzkräfte arbeiteten noch Freitagnacht daran, alle Straßen wieder freizuräumen.

Im Obersulzbachtal sind in drei Hütten rund 130 Personen von der Umwelt abgeschnitten. „Die Einsatzkräfte haben aber bereits die Verbindungen in den hinteren Talabschnitt soweit wiederherstellen können“, so Manfred Pongruber von der Pinzgauer Bezirkshauptmannschaft. Im Laufe des Samstags dürften die Betroffenen die Straße wieder erreichen können.

Im Untersulzbachtal sind es fünf Personen. Auch hier rechnen die Behörden damit, dass diese am Samstag wieder das Tal verlassen können. In der Nacht auf Samstag ist die Feuerwehr auch damit beschäftigt gewesen, den Weg ins hintere Habachtal wieder freizubekommen. Hier sind 60 Menschen in zwei Gasthäusern betroffen. Und im Hollersbachtal sind rund 30 Personen auf mehreren Almhütten abgeschlossen. Fünf Feuerwehren mit insgesamt 118 Einsatzkräften waren am Freitag mit Aufräumarbeiten im Oberpinzgau beschäftigt. Im Laufe des Samstags ist je nach Wetterlage eine Erkundungsflug geplant, um das genaue Ausmaß der Schäden festzustellen.

ce/Land Salzburg/Landespolizei Tirol

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