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Leonie (†13) aus Bayern lehnte tot an einem Baum

Nach Horror-Tat in Wien: Mutmaßliche Vergewaltiger mit paradoxen Reuebekundungen

Prozess nach Tod von 13-Jähriger in Wien
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Zwei Angeklagte gehen zu Beginn des Prozesses im Wiener Landgericht in Handschellen und begleitet von Justizbeamten über einen Gang.

2021 machte der Tod einer 13-Jährigen in Wien Schlagzeilen. Drei Männer stehen nun wegen Vergewaltigung mit Todesfolge vor Gericht. Ihre Aussagen widersprechen teils den Resultaten der Ermittlungen.

Wien - Der Prozess um den Missbrauch und den Tod einer 13-Jährigen in Wien hat mit einem angekündigten Geständnis und einer Entschuldigung begonnen. Der Staatsanwalt warf den jungen Männern im Alter von 19, 20 und 23 Jahren am Dienstag (27. September) vor, Leonie aus Nürnberg an einem Juni-Abend im Vorjahr mehrere Tabletten Ecstasy verabreicht und sie vergewaltigt zu haben.

Das Kind war laut Staatsanwalt während des Missbrauchs „stark beeinträchtigt und völlig wehrlos“. Es starb demnach an einer Drogen-Überdosis und Erstickung. Der Anwalt des jüngsten Mannes, in dessen Wohnung das Mädchen starb, kündigte an, dass sich sein Mandant schuldig bekennen werde.

Chats und Überwachungsvideos

Leonies Instagram-Chats sowie Überwachungsvideos aus der Wiener U-Bahn sollen die Ermittler auf die Spur von den drei teilweise vor­bestraften Afghanen gebracht haben. Leonie stammte aus Nürn­berg, lebte aber mit ihrer Mutter seit ihrem zweiten Le­bensjahr in Tulln bei Wien, wie bild.de berichtet.

Ein anderer Angeklagter zeigte in seiner Vernehmung Reue und sagte, dass er sich teilweise schuldig fühle. „Ich wollte nicht, dass so etwas passiert. Ich entschuldige mich auch bei der Familie des Opfers“, sagte der 23-Jährige, der nach dem Tod des Mädchens nach England geflüchtet und dort von der Polizei ausfindig gemacht worden war.

Ihm und den zwei anderen werden Vergewaltigung mit Todesfolge und schwerer sexueller Missbrauch einer unmündigen Person vorgeworfen. Den drei aus Afghanistan stammenden Verdächtigen drohen Strafen zwischen zehn Jahren und lebenslang. Der Staatsanwalt schloss aber nicht aus, dass sich das Verfahren noch zu einem Mordprozess ausweiten könnte, falls weitere belastende Tatsachen zum Vorschein kämen. Das Geschworenengericht soll am 6. Oktober die Urteile verkünden.

Was war geschehen?

Vor über einem Jahr standen insgesamt vier junge Männer aus Afghanistan unter Verdacht, am 26. Juni die 13-jährige Leonie aus Deutschland mit Drogen gefügig gemacht, vergewaltigt und schließlich grausam getötet zu haben. Nach damaligen Ermittlungen der Polizei war die Jugendliche in die Wohnung eines damals 18-jährigen Verdächtigen noch freiwillig mitgegangen, dann erlebte sie offenbar Schreckliches.

Nach der brutalen Tat war die Leiche des Mädchens in einer Wohngegend in Wien nur mit einer Unterhose bekleidet an einem Baum lehnend entdeckt worden. Im Anschluss soll einer der Hauptverdächtigen mit einer „eskalierten Sex-Nacht“ geprahlt haben.

Tat sorgte nicht nur in Österreich für Aufsehen und Empörung

Der Fall hat auch eine politische Dimension. Die Kanzlerpartei ÖVP nahm die afghanische Abstammung der Verdächtigen voriges Jahr zum Anlass, auf Abschiebungen von kriminellen Asylbewerbern nach Afghanistan trotz der Machtergreifung der militant-islamistischen Taliban zu beharren. Vertreter der konservativen ÖVP stellten außerdem die Frage, ob manche Geflüchtete überhaupt in die österreichische Gesellschaft integrierbar seien. Der damalige Kanzler Kurz sprach von einer unfassbar barbarischen Tat, die ihn nicht nur betroffen, sondern auch wütend mache.

Angeklagter soll Video von Tat behalten haben

Der 23-Jährige sagte am Dienstag auch aus, dass er dem Mädchen für den Sex 50 Euro bezahlt habe - er habe sie für eine Art Prostituierte gehalten. Drogen habe er nicht verabreicht. Er habe auch versucht, das Mädchen mit Herzmassage und Beatmung zu retten. Die Richterin hielt ihm Aussagen von zwei unbeteiligten Freunden vor, wonach er ihnen nach der Tatnacht erzählt habe, dem Kind sechs Tabletten Ecstasy gegeben und es vergewaltigt zu haben.

Er soll einem Bild-Bericht zufolge auch ein Video der vierstündigen Tat als Tro­phäe monatelang auf seinem Handy behalten haben. Der Verteidiger beteu­erte dennoch seine Unschuld: „Auch unbekleidet konnte man nicht erkennen, dass sie unter 14 war, sie hat deutlich älter gewirkt und sich ihm als 18 vorgestellt. Er hat ihr auch keine Suchtmittel gegeben.“

Angeklagter: Sex sei einvernehmlich gewesen

Der dritte Verdächtige hat laut seinem Anwalt angegeben, dass er und das Mädchen ein Paar gewesen seien, und dass der Sex einvernehmlich gewesen sei: „Er hat uns glaubhaft versichert, sie waren in einer Beziehung und hatten auch schon vorher se­xuellen Kontakt.“ Laut Staatsanwalt sprechen die Verletzungen des Opfers und die in einem Getränk aufgelösten Drogen eindeutig für eine Vergewaltigung.

Sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren sind in Österreich illegal und werden nach Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft, je nach den Umständen auch härter. Bei sexuellen Handlungen mit einer Person unter 14 kommt es nie auf eine angebliche Einvernehmlichkeit an.

mz/dpa

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