Baby in Kinderwagen von Zug erfasst

Nach tödlichem Zugunglück in Puch: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mutter

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Puch bei Hallein - Im Herbst 2017 ereignete sich ein schrecklicher Unfall am Bahnhof Puch, bei dem ein einjähriges Mädchen starb. Nun liegt das Gutachten vor:

Der Kinderwagen war nicht eingebremst”, sagte Mediensprecher Marcus Neher am Mittwoch auf Anfrage der APA, wie salzburg24.at berichtet. Und das obwohl die Bremse funktionstüchtig gewesen sei. Laut einem Sachverständigen, der Versuche am Unfallort durchgeführt habe, hätte sich der Kinderwagen bei eingelegter Bremse nicht bewegt. Bei den Nachstellversuchen sei ein bauartgleicher Kinderwagen mit einem 8,5 Kilogramm schweren Sandsack beschwert worden, um eine authentische Situation herzustellen. Ein eingebremster Kinderwagen hätte der Sogwirkung eines durchfahrenden Zuges - mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h - problemlos standgehalten. Deshalb sei der Gutachter zu dem Schluss bekommen, dass die Bremse nicht eingelegt war.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mutter

Der Güterzug, der den Kinderwagen erfasste, habe weiterhin die erlaubte Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h nicht überschritten. Dies hätten Erhebungen ergeben. Die Staatsanwaltschaft ermittele nun gegen die Mutter und gegen unbekannte Täter, so salzburg24.at weiter.

Am Vormittag des 4. Oktober 2017 erfasste ein durchfahrender Güterzug einen Kinderwagen, in dem sich ein einjähriges Mädchen befand. Die Mutter, eine 24-jährige Tennengauerin, stand zu diesem Zeitpunkt mit ihren beiden Kindern am Bahnsteig in Richtung Salzburg und kümmerte sich um den dreijährigen Sohn.

Das einjährige Kind wurde durch den entstandenen Sog auf den Bahnsteig geschleudert und erlag kurz später im Landeskrankenhaus Salzburg seinen Verletzungen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa (Symbolbild)

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