Zu unanständig: Nacktwanderer steht vor Gericht

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Ganz unverhüllt in der Natur: Im Harz gibt es Deutschlands ersten Nacktwanderweg.

Herisau - In der Schweiz gilt Nacktwandern als unanständig: Erstmals steht ein Nacktwanderer vor Gericht. In Deutschland wird der hüllenlosen Wanderlust dagegen ungehemmt gefröhnt...

In der Schweiz geht die Polizei auf Nudistenjagd: Nacktwandern ist dort mit einem Bußgeld belegt, in manchem Kanton ist das hüllenlose Herumspazieren mit Rucksack und geschnürten Schnuhen sogar per Gesetz streng verboten.

Im Jahr 2009 erwischte die Polizei einen Nudisten laut orf.at auf frischer Tat: Ein Hertisauer spazierte im vergangenen Oktober am Nieschberg bei Herisau entblößt durch die Landschaft. Wie blick.ch berichtet, wanderte der Mann auch noch ausgerechnet am christlichen Rehabilitationszentrum "Best Hope" vorbei. Eine Passantin sah das und infomierte die Polizei. Doch dann weigerte sich der Mann obendrein auch noch, das Bußgeld von 100 Franken zu zahlen.

Am 27. Mai muss sich der Mann deshalb vor Gericht verantworten - angeklagt ist er wegen "unanständigen Benehmens" sowie "öffentliches und grobes Verletztens von Sitte und Anstand".

In Außerrhoden, wo der Nacktwanderer von der Polizei aufgegriffen wurde, gibt es kein besonderers Gesetz, das Nacktwandern verbietet. Laut kantonalem Strafrecht wird entblößtes Wandern aber als "unanständiges Benehmen" ausgelegt und mit 100 Franken Bußgeld geahndet.

 Im Kanton Appenzell- Innerrhoden dagegen ist Nacktwandern ausdrücklich verboten: Der Kanton beschloss 2009 mit großer Mehrheit ein Nacktwanderverbot. Wer dagegen verstößt, muss 200 Franken zahlen.

In Deutschland sieht man die hüllenlose Wanderlust nicht so eng: Im Südharz wird Ende Mai der "Harzer Naturistenstieg" - der erste Nacktwanderweg Deutschlands - pünktlich zum Saisonbeginn eingeweiht. Dies ist auf der Homepage nacktwandern.de zu erfahren. Der Nudistenweg  führt von Dankerode aus durch das Wippertal und zurück. Schon im vergangenen Mai trafen sich Nudisten dort zum fröhlichen Wandern - mit Nichts als Wanderschuhen und Rucksack am Leib.

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