Besatzung musste gerettet werden *VIDEO*

Katastrophe droht: Frachter mit 350 Tonnen Schweröl treibt auf Küste Norwegens zu

Ein niederländisches Frachtschiff treibt bei bis zu 15 Meter hohen Wellen im Nordmeer vor Norwegen ohne Besatzung und Antrieb im Wasser. Es bestehe weiterhin das Risiko, dass die „Eemslift Hendrika“ kentere und eine Gefahr für die Umwelt darstelle, teilte die norwegische Küstenverwaltungsbehörde (Kystverket) am Dienstag mit.

Update, 15.43 Uhr - Bergung von verlassenem Frachter in Norwegen wegen Wetter vertagt 

Das heftig im Meer schwankendes Frachtschiff muss länger als erhofft auf offener See bleiben. Die Bergung der „Eemslift Hendrika“ müsse wegen schlechten Wetters im Einsatzgebiet auf Donnerstag vertagt werden, teilte die norwegische Küstenverwaltung am Mittwoch mit. Leben und Gesundheit hätten immer oberste Priorität. Berechnungen zeigten zudem, dass das Risiko gering sei, dass das Schiff auf Grund laufe. Am Donnerstag solle es aufklaren, wodurch es wahrscheinlicher werde, dass die Aktion dann glücke.

Ursprünglich hätte die „Eemslift Hendrika“ am Mittwoch aus ihrer misslichen Lage geholt werden sollen. Zwei Schlepper waren dafür in der Nacht bei dem Schiff eingetroffen, das im Nordmeer ohne Besatzung und Antrieb im Wasser treibt. Die Schlepper sollten den Frachter laut Plan eigentlich im Laufe des Tages an Land ziehen. Zunächst mussten jedoch Einsatzkräfte von einem Hubschrauber an Bord des Schiffes gebracht werden, um die Schlepptaus zu befestigen.

Die Schlepper sind nach Angaben der Küstenverwaltung von der Reederei von der niederländischen Bergungsgesellschaft Smit Salvage gechartert worden. Smit Salvage ist eine Tochterfirma des Bergungsunternehmens Boskalis, das sich zuletzt auch um die Bergung der „Ever Given“ im Suezkanal gekümmert hatte.

Erstmeldung:

Norwegen - Der Frachter hat rund 350 Tonnen Schweröl sowie 50 Tonnen Diesel an Bord. Er hatte am Ostermontag bei schlechtem Wetter Schlagseite bekommen, nachdem sich Teile der Fracht verschoben hatten, und deshalb ein Notsignal abgesetzt. Zu dem Zeitpunkt befand er sich etwa 60 Seemeilen (111 Kilometer) westlich von Ålesund, was wiederum rund 400 Kilometer nordwestlich von Oslo an Norwegens Westküste liegt. 

Das niederländische Unternehmen Boskalis schickte ein Expertenteam und einen schweren Seeschlepper an die Stelle, um die „Eemslift Hendrika“ zu bergen. Das 112 Meter lange Schiff der Reederei Amasus Shipping war auf dem Weg von Bremerhaven nach Kolvereid an der norwegischen Küste. 

Die Besatzungsmitglieder wurden noch am Montag per Hubschrauber von Bord geholt - das zeigte unter anderem ein Video der Rettungskräfte von der Aktion über dem heftig im Meer schaukelnden Frachter. Das Schiff lief seitdem laut Küstenverwaltung zunächst auf Autopilot. Am späten Montagabend verlor die „Eemslift Hendrika“ dann ihre Antriebskraft.

Ein Küstenwachenschiff traf mittlerweile bei der „Eemslift Hendrika“ ein und meldete, dass ein Arbeitsboot vom Deck des Frachters ins Meer gerutscht sei. Erste Hubschrauberaufnahmen hatten ein mehrere Meter langes grünes Boot in der Deckmitte gezeigt - das war später vom heftig schaukelnden Frachtschiff verschwunden. Nach Angaben der Zeitung „Verdens Gang“ hatte das Boot einen Wert von 66 Millionen norwegischen Kronen (rund 6,6 Millionen Euro).

Ziel des Einsatzes der Küstenwache ist es, das Schiff bei dem hohen Wellengang so zu stabilisieren, dass es nicht sinkt, sowie dafür zu sorgen, dass kein Öl ins Meer gelangt. Mit der derzeitigen Treibgeschwindigkeit dürfte es die Küste in etwa anderthalb Tagen erreichen, schätzte die Behörde ein. Zudem befürchten die Experten, dass das Schiff an der Küste zerbrechen wird und dann tonnenweise Öl ins Meer gelangen könnte.

Das Europäische Nordmeer ist ein Randmeer des Atlantiks. Es liegt zwischen der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen im Norden, Island im Westen sowie der langen Westküste Norwegens im Osten.

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