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Sie heißt Ms. Marvel

Neue Comicfigur: Muslima als Superheldin

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Ms. Marvel ist das Alter Ego der 16-jährigen Kamala Khan aus New Jersey.

Los Angeles - Ob Batman, Superman oder Spiderman - die ganz normalen Alltagssorgen ihrer Leser teilen die wenigsten Superhelden. Mit einer neuen Comicfigur aus dem Hause Marvel soll das jetzt anders werden.

Mal eben so die Welt zu retten ist für sie fast schon Alltag. Superhelden erledigen so etwas meistens vor dem Frühstück. Doch der jüngste Charakter aus dem US-Comicverlag Marvel ist da ein bisschen näher an der Realität.

Ms. Marvel (gesprochen "Miss Marvel") ist das Alter Ego der 16-jährigen Kamala Khan aus New Jersey. Der Name deutet es bereits an - die junge Frau ist Muslimin. Und als solche bekommt die pakistanisch-amerikanischstämmige Frau es nicht nur mit den üblichen Super-Bösewichtern, sondern auch noch mit einem erzkonservativen Bruder zu tun, der ihren Bestrebungen, Tradition und Moderne zu vereinen, entschieden Widerstand leistet.

Es sei kurz erwähnt, dass zwar die Figur der Kamala Khan neu ist, nicht aber die der Ms. Marvel. Den Charakter verwendete Marvel Comics bereits in den vergangenen Jahrzehnten - damals noch sehr blond und in sehr knappem Outfit.

Die aktuelle Ms. Marvel bekommt es hingegen mit einer überfürsorglichen Mutter zu tun, die von der Sorge getrieben wird, ihre Tochter könnte einen Jungen kennenlernen und schwanger werden. Nicht fehlen dürfen auch die unzähligen Schwierigkeiten, mit denen Muslime in den USA von heute konfrontiert sind. Einem Land also, in dem Islamfeindlichkeit nicht eben selten ist.

Kamala Khan verfüge in gewissem Sinne über zwei Identitäten, noch bevor sie sich ihr Superhelden-Kostüm überstreife, sagt G. Willow Wilson, der die neue Ms. Marvel mitentwickelt hat. "Wie viele Migranten-Kinder fühlt sie sich zerrissen zwischen zwei Welten: der Familie, die sie liebt und gleichzeitig in den Wahnsinn treibt, und ihren Freunden, die nicht wirklich ihr Familienleben verstehen."

Bislang hüllt Marvel sich noch weitgehend in Schweigen über die Einzelheiten der neuen Figur. Schließlich soll die junge Heldin ihr offizielles Debüt erst Anfang Februar geben. Doch einige Entwürfe sowie die Titelseite des ersten Heftes wurden bereits veröffentlicht.

Zu sehen ist darauf der schlanke Oberkörper einer Frau, von deren Gesicht nur der untere Teil bis zur Nasenspitze erkennbar ist. Sie trägt ein schwarzes T-Shirt mit einem stilisierten S, während sie unter dem linken Arm einen Stoß mit Schulbüchern hält. Die rechte Hand hat Ms. Marvel zu einer Faust geballt. Um den Hals trägt sie ein buntes Tuch, über das ihre offenen, braunen Haare fallen. Laut Wilson spiegele dies die Tatsache wieder, dass viele muslimische Amerikanerinnen kein Kopftuch trügen.

Aufmerksam verfolgt wird der Start der neuen Superheldin auch vom "Rat Amerikanisch-Islamischer Beziehungen" (CAIR). "Wir haben immer zu positiven Darstellungen von muslimischen Charakteren in der Populärkultur ermutigt, aber es ist schwierig, irgendeinen zu benennen", sagt CAIR-Sprecher Ibrahim Hooper.

In Bezug auf Ms. Marvel sei die bisherige Resonanz in der muslimischen Gemeinde ermutigend, sagt Hooper. "Die einzige Kritik, die geäußert wurde, lautete: "Warum ist sie so spärlich angezogen? Es wäre gut, wenn sie einen Hijab tragen würde"." Seiner Ansicht nach breche der Charakter gleich eine doppelte Lanze für mehr Toleranz gegenüber der muslimisch-amerikanischen Gemeinde. "Es hilft, dass es sich um ein Mädchen handelt", meint Hooper. "Denn der Islam wird unfairerweise als voreingenommen gegenüber Frauen dargestellt."

Im ersten Band erfahren die Leser, wie Kamala Khan ihre Superkräfte entdeckt und der Truppe um den von ihr so vergötterten Captain Marvel beitritt. Einen ersten Eindruck der neuen Figur am Superhelden-Himmel konnten Fans beim Blick auf das jüngste Captain-Marvel-Heft bekommen. Da wurde sie sehr züchtig mit roten Strumpfhosen, blauer Tunika und ebensolchen Stiefeln gezeigt. Am auffälligsten war noch ihre gewaltige Faust. Ansonsten kein bisschen nackte Haut, selbst das vermutlich hübsche Gesicht war maskiert. Nur ihr Haar, das durfte frei über ihre Schultern fallen.

dpa

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