Nach tragischem Unfall in Österreich

13-Jähriger stirbt nach Radlader-Unfall in Neumarkt - Prozess vertagt

Der Richter will für den Prozess ein unfalltechnisches Gutachten anfordern
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Der Richter will für den Prozess ein unfalltechnisches Gutachten anfordern

Neumarkt am Wallersee -  Ein tragischer Unfall mit einem Radlader im August dieses Jahres in Henndorf hatte am Donnerstag sein erstes, gerichtliches Nachspiel.

Der damals 15- und heute 16-jährige Unfalllenker sollte sich vor einem Einzelrichter des Bezirksgerichtes wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Auch der Richter sprach von einer „persönlichen Tragik“ für den Jugendlichen, aber er müsse auch die Familie des Opfers im Auge haben, ein Freispruch oder ein zu mildes Urteil würde bekämpft und damit das Verfahren in die Länge ziehen. 

Ein Urteil fällte der Richter allerdings nicht, vielmehr gab er ein KFZ- Gutachten in Auftrag, Anfang Februar soll es dann am Unfallort einen Lokalaugenschein geben.

Mit diesem Radlader waren die beiden Burschen unterwegs, der 13- jährige soll dem Lenker nachgelaufen sein und sich dann auf das Trittbrett gestellt haben.

Der mittlerweile 16-jährige, schmächtige Bursch sagte vor dem Richter nicht viel, er wiederholte nur, dass es ihm „unendlich leid tut“. Mit dem Radlader sei er damals vom elterlichen Hof aus auf den Weg gekommen, an dem das Unglück passierte. „Mein Sohn fährt besser als ich“, meinte der anwesende Vater mit Tränen in den Augen, einen Traktorführerschein hat der Junge aber nicht. Bei der Fahrt über den asphaltierten Feldweg sei der 13-Jährige dann vom Trittbrett gefallen und wurde vom Radlader überrollt, der Bursch verstarb noch an der Unfallstelle.

Der Richter stellte nun fest, dass sowohl Opfer, als auch der Unglückslenker mit damals 13 und 15 Jahren sehr jung seien, das spreche eher für den Angeklagten, und beide hätten gewusst, dass das Mitfahren auf  dem Radlader nicht erlaubt ist. Ob tatsächlich ein „schweres Verschulden“ des mittlerweile 16-Jährigen vorliegt soll nun ein Gutachten klären, „mittlerweile werden ja auch bei Bagatell-Unfällen Gutachten eingeholt“, und hier sei ein Mensch ums Leben gekommen.

Bezirksrichter Martin Prokop will nun ein KFZ- Gutachten einholen um entscheiden zu können, ob den Unfallhergang genauer klären zu können.

Der Anwalt der Jungen, Hans Peter Bauer, meinte, dass es dem Unfalllenker seit dem Unglück „ziemlich schlecht“ gehe, er habe auch einen Freund verloren und brauche seither psychologische Hilfe. Er habe ein Tatsachengeständnis abgelegt und trage damit auch eine gewisse Mitschuld.

Bis Anfang Februar soll nun ein Fachgutachten vorliegen, dann will der Bezirksrichter am Unfallort einen Lokalaugenschein vornehmen und danach zu einem Urteil kommen.

hud

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