Barack und Michelle Obama in Oslo angekommen

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Barack und Michelle Obama bei ihrer Ankunft in Oslo

Oslo - Barack Obama und die deutsche Schriftstellerin Herta Müller nehmen heute in Oslo ihre Nobelpreise entgegen. Der US-Präsident traf am Morgen mit seiner Frau zu seinem Kurzbesuch ein.

Vor der Entgegennahme des Friedensnobelpreises hat Obama mitteilen lassen, dass er sich nicht in einer Reihe mit den bisherigen Preisträgern sehe. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, der Präsident wisse, dass er sich nicht auf einer Ebene mit Nelson Mandela oder Mutter Teresa befinde. Obama sei aber stolz darauf, dass das Nobelpreis-Komitee anerkannt habe, dass die USA der Welt aufs Neue die Hand entgegenstreckten.

Die Ehrung hatte angesichts der Kriege in Afghanistan und im Irak ein geteiltes Echo ausgelöst. Obama wird den Preis um 13 Uhr in Oslo entgegennehmen. Begleitet wird er von seiner Frau Michelle. 

Wenige Stunden später werden in Stockholm die weiteren Nobelpreise vergeben - Herta Müller bekommt die bedeutende Auszeichnung in der Kategorie Literatur.

Während einer festlichen Zeremonie im Rathaus der norwegischen Hauptstadt wird Obama die mit umgerechnet rund einer Million Euro dotierte Auszeichnung im Beisein von König Harald V. überreicht.

Friedensnobelpreisträger seit 1999

Der Kurzbesuch Obamas in Oslo wird von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Mehr als 2000 Polizisten sind im Einsatz, Scharfschützen bewachen die Innenstadt Oslos. Anwohner wurden nach Medienberichten sogar aufgefordert, nicht aus dem Fenster zu schauen. Obama fliegt nur für die Nobelpreis-Zeremonie nach Oslo und kehrt am Freitag nach gut 24 Stunden bereits wieder nach Washington zurück. Ein ursprünglich vorgesehener Auftritt beim Weltklimagipfel in Kopenhagen wurde gestrichen. Obama wird nun erst zur entscheidenden Endphase der Klimakonferenz am 18. Dezember nach Kopenhagen fliegen.

Auch das Programm des Aufenthalts in Oslo wurde zuletzt stark gekürzt. Ein Mittagessen mit dem König wurde ebenso abgesagt wie Begegnungen mit der Presse und der sonst übliche Besuch im Nobelpreis-Zentrum.

Die Bekanntgabe der Auszeichnung Obamas mit dem Friedensnobelpreis am 9. Oktober hatte in den USA und international ein geteiltes Echo gefunden. Zu wenig Konkretes habe der US-Präsident in den wenigen Monaten seiner bisherigen Amtszeit erreicht, meinten Kritiker.

Zuletzt hatte auch die Entsendung von 30.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Afghanistan Zweifel an Obamas Friedens-Engagement hervorgerufen. Der linke Filmemacher Michael Moore nannte ihn deshalb sogar einen “Kriegspräsidenten“. Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, musste angesichts kritischer Äußerungen auch in Norwegen die Entscheidung für Obama sogar öffentlich in Schutz nehmen. Die Preisvergabe habe nichts mit Populismus zu tun, meinte der frühere norwegische Ministerpräsident.

In der offiziellen Begründung heißt es unter anderem, Obama habe “ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen“. Dialog und Verhandlungen stünden bei der Lösung internationaler Konflikte wieder im Vordergrund.

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