Neue Vorwürfe nach Spuck- und Mobbing-Skandal in Wien

Mitschüler: "Schüler haben Schraube locker und gehören in die Klinik"

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Wien - Der Mobbing- und Spuck-Skandal an der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) Ottakring im 16. Wiener Gemeindebezirk ist nach wie vor in den Schlagzeilen. Es wurden neue Forderungen laut. Zudem gibt es weitere Details zu den offenbar schlimmen Zuständen an der Schule.

"Es ist generell ziemlich asozial, was in den Klassen passiert", sagte ein Schüler dem Portal oe24.at. Der 19-Jährige bestätigte, dass der Spuck-Lehrer in der Vergangenheit immer wieder schikaniert worden sei. Er habe aber nie was dagegen gemacht. Der junge Mann sieht die Schuld eindeutig bei seinen Mitschülern: "Die Schüler dieser Schule gehören in die Klinik, die haben eine Schraube locker. (...) Wenn ich die sehe, bekomme ich selbst einen Wutanfall, dass ich sie schlagen will."

Dazu "passend" sind auch weitere Videos aufgetaucht, die zeigen, wie Schüler sich vor den Augen des Lehrers einen Joint drehen oder wie dem Dozenten mit einer Trillerpfeife aus kurzer Entfernung ins Ohr gepfiffen wird. Der Schüler weiter: "Wer zum Beispiel im Mathe-Unterricht zuhören will, der kann das gar nicht, weil die anderen Schüler zu laut sind."

Andere wiederum sehen die Schuld bei der Schulleitung. Wie "der Standard" berichtet, sieht sich die Schule seit dem Skandal am vergangenen Donnerstag (1. Mai) mit massiver Kritik konfrontiert. Auf Facebook gibt bzw. gab es eine Gruppe mit dem Namen "Wir fordern: Rücktritt der Direktion der HTL Ottakring". Bis die Seite (vorübergehend) offline ging, hatten über 15.000 Menschen auf "Gefällt mir" geklickt. Die Schulleitung wird auch von Volksanwalt Peter Fichtenbauer kritisiert: "Die Leitungsqualität ist beim derzeitigen Stand der Dinge schwer zu hinterfragen."

Ungeheuerlicher Vorwurf gegen andere Lehrer

Zudem steht laut dem Bericht ein ungeheuerlicher Vorwurf im Raum: Lehrerkollegen sollen die Schüler möglicherweise dazu angestiftet haben, den betroffenen Lehrer "aus der Schule zu mobben" - vermutlich weil dieser ein Quereinsteiger war und über keine pädagogische Ausbildung verfügte.

Die Politik will nun Licht ins Dunkel bringen und eine unabhängige Kommission mit Vertretern aus Bildungsministerium und Personalvertretung einsetzen, die die Vorfälle transparent aufklären soll. Auslöser des Skandals war ein Video, das im Internet kursiert, und zeigt, wie ein Lehrer mit einem bulligen Schüler aneinander geriet. Nachdem der Schüler die Aufforderung des Dozenten, die Klasse zu verlassen, mit einem lapidaren "Halts Maul" beantwortete, brannten dem Lehrer die Sicherungen durch und er spuckte den Schüler aus kurzer Entfernung an. Daraufhin wurde der 50-Jährige vom Schüler gegen die Tafel geschleudert, ehe das Video endete. Der Lehrer wurde nach dem Vorfall umgehend gefeuert.

mw

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