Forderung in Österreich

Gibt es bald Alkoholtests auf Skipisten?

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Österreich - Der Präsident der oberösterreichischen Ärztekammer, Peter Niedermoser, fordert eine Promillegrenze und Alkoholtests auf Skipisten. Die Meinungen dazu gehen jedoch auseinander.

Braucht es ein Alkoholverbot auf Skipisten? Diese Frage hat der Präsident der oberösterreichischen Ärztekammer, Peter Niedermoser, aufgeworfen. Er fordert eine Promillegrenze und stichprobenartige Alkoholtests auf Skipisten, berichtet heimatzeitung.de.

Anlass für diesen Vorschlag ist die Statistik. Demnach sind im Jahr 2016 rund 23.100 Skifahrer und Snowboarder auf österreichischen Pisten verunfallt. Wie viele dieser Vorfälle auf den Konsum von Alkohol zurückzuführen sind, ist nicht bekannt.

Dennoch warnt Peter Niedermoser vor dem Problem, auch, weil seiner Meinung nach die volkswirtschaftlichen Schäden durch Skiunfälle beträchtlich seien. Er fordert daher eine Promillegrenze von 0,5 auf der Piste und wünscht eine Diskussion. "Das erste Glas erst nach der letzten Abfahrt", empfiehlt Peter Niedermoser.

Unfallchirurg Manfred Mittermair vom Kardinal-Schwarzenberg-Klinikum in Schwarzach hält von solchen Plänen hingegen wenig. "Alkohol ist kein Skifahrer-Problem", sagt er. Bei rund 4.900 Skiunfällen pro Wintersaison habe er in seiner Klinik nur "bei einer Handvoll Patienten Alkoholeinfluss festgestellt".

70.000 Euro Kosten bei Skiunfall

Ebenfalls für präventive Maßnahmen wie stichprobenartige Alkoholkontrollen auf Skipisten spricht sich Franz Blöchl, Direktor des Bereiches Schaden der Oberösterreichischen Versicherung, gegenüber der Zeitung Kurier aus.

"Wenn etwas in diese Richtung geplant wäre, würden wir das aus Sicht der Versicherungen begrüßen, so lange die Kontrollen in einem gesunden Maß eingesetzt werden", erklärt er. Diese seien aber erst dann sinnvoll, wenn durch Gesetze Konsequenzen damit verbunden wären. Eine routinemäßige Kontrolle nach jedem Skiunfall hält Franz Blöchl jedoch für "überzogen", wenn es um Selbstverschulden und die eigene Verletzung geht.

"Die Kosten bei einem durchschnittlichen Skiunfall liegen bei rund 70.000 Euro, alleine der Einsatz eines Hubschraubers kostet um die 3000 Euro", sagt Franz Blöchl gegenüber dem Kurier.

ksl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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