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Start in die zweite Corona-Skisaison in Österreich - noch ohne 3-G

Über 2000 Gäste am Kitzsteinhorn: „Endlich wieder Skifahren“

Das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn auf 3000 Höhenmeter ist seit Samstag auch für Skifahrer geöffnet, rund 2000 Skifahrer und Snowboarder waren schon am Samstag auf den Pisten unterwegs.  
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Das Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn auf 3000 Höhenmeter ist seit Samstag auch für Skifahrer geöffnet, rund 2000 Skifahrer und Snowboarder waren schon am Samstag auf den Pisten unterwegs.  

Bei traumhaften Sonnenschein starteten rund 2000 Skifahrer am Samstag im Gletscherskigebiet am Kitzsteinhorn in die neue Wintersaison, die zweite unter Corona-Bedingungen.

Österreich/Kaprun - „Aber eigentlich sind wir noch im Sommerbetrieb, nur dass unsere Gäste jetzt halt auch schon Skifahren“, so Norbert Karlsböck, Vorstandsdirektor der Gletscherbahnen Kaprun. Derzeit gilt nur eine FFP2-Tragepflicht in den Gondeln, 3-G nur in den Restaurants am Berg. Der 3-G Nachweis für Seilbahnen gilt vermutlich erst ab Mitte November. Käufer von Saisonkarten müssen aber jetzt schon ein Formular unterschreiben, dass sie die Bahnen dann also nur mehr geimpft, genesen oder zumindest getestet benutzen dürfen. Eine Geld-Zurück-Garantie gibt es nicht. 

Samstagvormittag (9. Oktober), auffallend viele voll bepackte Autos, auch aus Oberbayern und Niederbayern, kurven die enge Kesselfallstraße hinauf zum Großparkplatz der Kitzsteinhornbahn, an den Kassen der beiden Gletscherjets gehen Ski-Alpin-Saisonkarten um 629 Euro weg wie die warmen Semmeln. Die Super-Ski-Card kostet 795 Euro, darin sind im Winter dann auch die Skigebiete Kitzbühel und Saalbach-Hinterglemm enthalten. Alle Käufer müssen allerdings jetzt schon ein Formular ausfüllen, indem sie mit ihrer Unterschrift akzeptieren, dass sie wahrscheinlich ab Mitte November die Bahnen nur mehr mit einem 3-G-Nachweis nutzen werden dürfen. Wer das nicht will bekommt dann allerdings kein Geld zurück. 

Norbert Karlsböck als Vorstandsdirektor der Gletscherbahnen Kaprun erwartet für die kommende Skisaison wieder rund 85 Prozent der Vor-Corona-Einnahmen.

Warum 3-G nicht freiwillig?

Nach einem sehr guten Herbst hoffen die Verantwortlichen der Gletscherbahnen Kaprun wieder auf einen „normalen Winter“, Karlsböck rechnet mit rund 85 Prozent der Vor-Corona-Umsätze. Die kommenden 3-G-Regeln für die Seilbahnen sieht er gelassen, das sei heute kein Thema mehr, auch in der Gastronomie müssten die Gäste ja zumindest getestet sein. Aber könnten die Seilbahnen eine 3-G-Pflicht nicht schon vorher freiwillig einführen? „Wir halten uns punktgenau an die geltenden Verordnungen des Gesundheitsministeriums, wenn jedes Skigebiet eigene Regeln aufstellt würde sich kein Skifahrer mehr auskennen“, glaubt Karlsböck. 

20 Prozent bayerische Gäste

Schon am Samstag waren am Ende rund 2000 Skifahrer in den oberen Regionen des Gletscherskigebietes, das bis auf 3.029 Höhenmeter reicht. Neben Salzburgern und Oberösterreichern auch auffallend viele Brettl-Fans aus Oberbayern wie Erding und Niederbayern wie zum Beispiel Eggenfelden. „Mit unserer Wintersaison bis Anfang Mai haben wir ein Einzugsgebiet bis zu 450 Kilometer, ich schätze dass bis zu 20 Prozent unserer Gäste aus Bayern kommen“. 

Ungewöhnlich für ein Skigebiet ist allerdings, dass sich unter die Skifahrer und Snowboarder viele sogenannte Halbschuhtouristen mischen, die die Attraktionen wie Gipfelwelt, Stollen und Kino auf über 3.000 Meter auch ohne Ski genießen wollen. Auffällig auch, dass arabische Gäste wieder zurück sind, die die FFP2-Maskenpflicht naturgemäß in keinster Weise stört. Auch sonst sieht man in den Gondeln und in den vielen Innenbereichen zwischen den Stationen nur FFP2-geschützte Skifahrer, beim Lokalaugenschein vor Ort glaubt nur ein Pärchen alleine in einer Gondel keine Masken zu brauchen, sie werden vom Liftwart bestimmt auf die Tragepflicht hingewiesen. Auch in den bereits offenen Selbstbedienungs-Restaurants wird der 3-G-Nachweis, sowie die Registrierungspflicht peinlich genau kontrolliert.

„Ich rechne mit normaler Wintersaison“, Norbert Karlsböck

Im vergangenen Winter waren auch am Kitzsteinhorn die Bahnen und Lifte eigentlich nur für Einheimische in Betrieb, da Hotels im Tal und Gaststätten am Berg österreichweit weitgehend geschlossen waren und wegen strenger Einreiseregeln auch kaum ein bayerischer Skifahrer über die Grenze kam. Der Einnahmen-Entgang beträgt alleine bei den Gletscherbahnen rund 40 Millionen Euro, die Höhe der staatlichen Entschädigungen ist vonseiten der EU auf 10 Mio. Euro gedeckelt. Wie hoch der finanzielle Ausfall am Ende wirklich ist, will Vorstandsdirektor Karlsböck nicht sagen, „uns war auch wichtig, unsere langjährigen Mitarbeiter zumindest zum Teil beschäftigen zu können“.

hud

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