Papst-Attentäter: Zwei Millionen Euro für Memoiren?

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Papst Johannes Paul II. bricht in seinem offenen Fahrzeug auf dem Petersplatz in Rom verletzt zusammen, nachdem der Türke Mehmet Ali Agca mehrere Schüsse auf ihn abgegeben hatte (Archivbild vom 13.05.1981).

London - Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca will einem Zeitungsbericht zufolge mit seiner Lebensgeschichte Geld machen. Der Türke plane, nach seiner Haftentlassung ein Buch und einen Film zu veröffentlichen.

Das schrieb die britische Zeitung “Sunday Times“. Allein mit Memoiren und Details über das Attentat könne er drei Millionen Dollar (etwa zwei Millionen Euro) verdienen. In einem Brief an das Blatt schrieb Agca, dass es “von Japan bis Kanada riesiges Interesse“ an Film- und Fernseh-Dokumentationen gebe.

Der Mann hatte vor fast 30 Jahren den damaligen Papst Johannes Paul II. in Rom niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht geklärt. Agca soll am 18. Januar freigelassen werden. Der Häftling sitzt in der Türkei noch wegen eines Mordes an einem türkischen Journalisten ein.

Die Pläne des Attentäters klingen jedoch etwas verwirrend und verwirrt: In dem Brief erklärt Agca laut “Sunday Times“, er wolle mit einem Buch “das Ende der Welt verkünden und das perfekte Evangelium“ schreiben. Er ließ offen, ob er über das Attentat schreiben wolle. Die Zeitung berichtete weiter, dass Agca für Interviews und zwei Bücher angeblich insgesamt sieben Millionen Dollar gefordert habe.

Er habe auch an den Bestseller-Autor Dan Brown geschrieben (“The Da Vinci Code“/“Sakrileg“) und von einem Buch namens “The Vatican Code“ gesprochen. Agca hatte in Italien 20 Jahre im Gefängnis gesessen, bevor er von Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi im Juni 2000 begnadigt worden war. Agca hatte den aus Polen stammenden Papst am 13. Mai 1981 angeschossen. Zwei Jahre später vergab der Papst seinem Attentäter, als er ihn in der Gefängniszelle besuchte. dpa

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