Brüche und Gehirnerschütterung

Rettung des Höhlenforschers angelaufen

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Die dichte Wolkenkette behinderten den Rettungseinsatz am Donnerstag, weil die Rettungshubschrauber nicht hochfliegen konnten.

Abtenau/Salzburg - Noch in der Nacht begann die Rettungsaktion für den in der Jack Daniels Höhle im Tennengebirge abgestürzten Höhlenforscher. 70 Rettungskräfte sind im Einsatz.

UPDATE FREITAG, 10 Uhr

Unter schwierigen Bedingungen hat in der Nacht zum Freitag die Rettubg des in einer Höhle im Salzburger Tennengebirge verunglückten polnischen Forschers begonnen. Seit Donnerstagabend seien rund 70 Bergungskräfte dabei, einen Engpass in der Höhle zu erweitern, um den verletzten 27-Jährigen abtransportieren zu können, sagte eine Sprecherin der Bergwacht am Freitag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Nach ihren Angaben könnte die Rettung am Samstag abgeschlossen sein.

Der Höhlenforscher war in der Nacht zum Donnerstag in 250 Metern Tiefe etwa sieben Meter über eine Steilstufe abgestürzt. Er zog sich Bein- und Brustverletzungen sowie eine Gehirnerschütterung zu, ist aber inzwischen von einem Arzt "stabilisiert und versorgt" worden, wie die Sprecherin berichtete. Der 27-Jährige war mit fünf Landsleuten in der Höhle unterwegs, als er verunglückte. Einer von ihnen war auch am Freitagmorgen bei dem Verunglückten. Wie schon am Vortag behinderte schlechtes Wetter die Rettungsarbeiten.

UPDATE 22 Uhr: Arzt ist beim Verletzten

Ein Arzt und ein Sanitätsteam sind bei dem 27-jährigen Höhlenforscher angekommen, berichten die Salzburger Nachrichten auf ihrer Internetseite. Der Verletzte wird nun in der Höhle erstversorgt. Bei dem Sturz in etwa sieben Meter Tiefe habe er möglicherweise Brüche und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Außerdem sei sein Körper unterkühlt.

Vermutlich kann der Verletzte erst tief in der Nacht aus der Höhle herausgeholt werden. Mit Vorbereitungsarbeiten , wie etwa der Erweiterung von Engstellen, sei bereits begonnen worden, schreibt salzburg.com.

Wolken behinderten Rettungsaktion

Wolkendecke behinderte Rettungsaktion 

Wie nun ebenfalls herauskam, ereignete sich der Unfall bereits um 2 Uhr nachts am Donnerstag. Die Gruppe der polnischen Forscher befand sich da in einer Schachthöhle in 250 Meter Tiefe.  

UPDATE 16.50 Uhr: Rettungsaktion kann Tage dauern

Über die dpa kam nun die Meldung, dass ein Mann aus Polen in etwa 250 Metern Tiefe mehrere Meter abstürzte und sich dabei am Oberschenkel und Becken verletzte.

Ein Voraustrupp der Bergrettung mit acht Helfern sei bereits in den Morgenstunden aufgestiegen, eine zweite zwölfköpfige Gruppe machte sich später auf den Weg. Ein Teil seiner fünfköpfigen Begleitgruppe sei bei dem Verletzten geblieben, hieß es.

Nach Angaben der Einsatzkräfte kann es Tage dauern, bis der Mann geborgen ist. Die Rettungsaktion für den Forscher gestaltet sich schwierig, weil zurzeit kein Flugwetter herrsche und daher alle Retter zu Fuß zum Eingang der Höhle steigen mussten.

Höhlenrettung in Abtenau

Rettungsaktion bei Salzburger Höhle

UPDATE 15.20 Uhr: Erster Rettungstrupp ist vor Ort

Wie die Salzburger Nachrichten mitteilen, sind gegen 14 Uhr die ersten Rettungsmannschaften beim Einstieg zur Jack Daniels-Höhle angelangt. Auch ein Basislager wird dort eingerichtet.

Der Einsatzleiter rechnet damit, dass zwischen 18 und 19 Uhr auch Arzt die Höhle erreicht haben wird. Es lässt sich aber nach wie vor nur schwer abschätzen wie lange die Bergung dauernd wird.

Der polnische Höhlenforscher ist nach ersten Meldungen im Bereich des Oberschenkels und des Beckens schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. Auch Hilfe von bayerischen Bergwachtlern wurde von den Salzburger Kollegen angefordert.  

Hier ist der Unglücksort:

Erstmeldung

Zu einem schweren Höhlenunfall ist es nur wenige Wochen nach dem Großeinsatz am Untersberg und der aufsehenserregenden Rettung des Forschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle jetzt im Tennengebirge gekommen. Eine siebenköpfige Höhlenforscher-Gruppe aus Polen war nach Angaben der Presseagentur Aktivnews in die Jack Daniels-Höhle eingestiegen. Dort kam es dann zu einem Unfall, bei dem ein Forscher abgestürzt sein soll. Wie weit, ist aktuell noch unklar. Dabei soll der Mann schwer verletzt worden sein.

Derzeit sind Höhlenrettung, Bergrettung und die alpine Einsatzgruppe der Polizei im Einsatz, um den Verletzten zu retten. Die Rettung gestaltet sich aber etwas schwierig: Laut salzburg24.at befindet sich der Einstieg zur Höhle nordöstlich des Bleikogels auf 2.120 Metern Seehöhe. Wegen einer dichten Wolkenschicht ist derzeit der Einsatz von Hubschraubern nicht möglich. Deswegen müssen die Retter zu Fuß aufsteigen. Derzeit sind insgesamt zwölf Höhlenretter und rund 30 Bergwachtler im Einsatz.

Quelle: Aktivnews/redbgl24/dpa

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