Sie litt an Depressionen

Pflegestress im Lockdown? Mutter in England tötet behinderten Sohn

Gewalt
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Gewalt an Kindern (Symbolbild)

Aus Überforderung und Stress soll eine Mutter während des Corona-Lockdowns in England ihren behinderten, pflegebedürftigen zehnjährigen Sohn getötet haben.

London - Vor Gericht räumte die 40-jährige Frau am Montag die Tat ein, plädierte aber auf verminderte Schuldfähigkeit. Ihre Anwältin sagte, die Frau habe zum Zeitpunkt der Tat im August 2020 unter Depressionen gelitten. Sie sei am besten in einer Psychiatrie aufgehoben. Das Urteil will die Richterin am 11. Februar verkünden.

Die Mutter hatte die Tat in ihrem Haus in London zuerst im Gespräch mit einer Freundin gestanden und sich dann der Polizei gestellt. Sie soll in den Tagen zuvor schon unter Wahnvorstellungen gelitten haben

Der Junge war rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Deshalb hatte er auch eine spezielle Schule besucht. Diese war aber aufgrund des Lockdowns geschloßen worden. Der Vaters des Kindes war zu Tatzeit in Spanien

Fast jeder dritte Mensch von psychischer Erkrankung betroffen

Fast jeder dritte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Und gerade diesen Menschen, die etwa an einer Depression erkrankt sind, setzt die lockdownbedingte Perspektivlosigkeit in besonderem Maße zu.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Situation für die Betroffenen noch einmal kritischer geworden. Denn nicht nur erleben an Depression erkrankte Lockdown und Isolation deutlich belastender als die Allgemeinbevölkerung. Ausgefallene Behandlungstermine und verschobene Klinikaufenthalte verschlimmern die Belastung. Zugleich steigt der Druck auf Psychiater und Psychotherapeuten, die wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten zu behandeln.

Therapieanfragen steigen

Laut der Studie „Psychische Gesundheit in der Krise“ der pronova BKK würden die Therapieanfragen bei Psychiatern und Psychologen steigen. Insbesondere Ängste, Überforderung, familiäre Probleme und Nervosität machen den Patienten lockdownbedingt zu schaffen. Die Diagnosen Angstörungen und Depression würden zunehmen, so die Ergebnisse der Studie.

Auch bislang unbelastete Menschen geraten in der Corona-Pandemie in seelische Nöte: Fast alle befragten Mediziner berichten von neuen Patientinnen und Patienten, die erst seit der Corona-Krise in Behandlung sind. 

fgr/dpa

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