Gebürtige Chiemgauerin versucht zu helfen

Auf den Philippinen gestrandet: Lucia aus Bad Endorf erlebt Corona-Krise auf Siargao

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Lucia in einem Gespräch mit einem Einheimischen. 

Philippinen - Die Corona-Krise hat längst die ganze Welt erreicht. Auf allen Gebieten dieser Erde sorgt das Virus für Leid und Not. So auch auf der Insel Siargao. Dort versucht Lucia aus Bad Endorf, welche dort seit mehreren Monaten festsitzt, in dieser schweren Zeit das Beste herauszuholen. 

Zusammen mit einer Freundin aus Deutschland sitzt die gebürtige Chiemgauerin seit mehreren Monaten auf der Insel Siargao auf den Philippinen fest und erleben dort die Corona-Pandemie. "Die aktuelle Zeit ist für alle um uns herum gleichermaßen neu, beängstigend, traurig, existenzbedrohend, nervenaufreibend, einsam und unvorhersehbar", beschreibt Lucia die Situation. 

Die Menschen leben zu zehnt auf engsten Raum. 

Seit März herrscht auf den Philippinen Stillstand. Die Regierung hat den Lockdown ausgerufen. "Die Läden sind geschlossen, niemand darf arbeiten." Aufgrund der fehlenden Urlauber und dem mangelndem Tourismus fehlt den Einheimischen das Haupteinkommen. "Gerade jetzt fällt es vielen schwer, ihre Familien zu versorgen", erzählt Lucia. 

Freundinnen versuchen zu helfen

Anstatt die Zeit nutzlos abzusitzen, haben es sich die beiden Freundinnen zur Aufgabe gemacht, die stark gebeutelten Einheimischen zu unterstützen. 

"Jede Woche fahren wir zwei deutschen Mädels mit anderen Einheimischen los und verteilen kiloweise Reissäckchen für Familien in Not. Die Einheimischen sind unglaublich froh und dankbar", freut sich Lucia. 

Die Menschen auf Siargao leben in ärmsten Verhältnissen. 

Die Situation belastet die beiden aber auch oft. "Wir treffen oft Familien mit bis zu zehn Menschen an, die auf engsten Raum leben. Neben einem Herd haben die meisten nur noch eine Matratze oder einen Pappkarton zum Nächtigen. Eine Rentenversorgung, wie wir sie kennen, gibt es hier nicht. Familien müssen zum Teil mit 500 Pesos (etwa 9 Euro) auskommen", beklagt die Chiemgauerin

Doch die Einheimischen zeigen sich trotzdem äußerst gastfreundlich. Vielen Deutschen würden immer noch sehr günstige Unterkünfte angeboten. 

mz

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