Beerdigung am 17. April

Tränen und Kanonendonner: Briten nehmen Abschied von Prinz Philip (†99)

Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot
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Der britische Prinz Philip steht in der St. George‘s Chapel im Schloss Windsor.

London - Fast über sein gesamtes Leben hinweg galt er als wichtige Stütze der Queen - und damit auch der britischen Krone. Nun ist Prinz Philip im Alter von 99 Jahren gestorben.

Update, 10. April, 18.52 Uhr - Tränen und Kanonendonner: Briten nehmen Abschied von Prinz Philip

Die britische Königsfamilie bereitet sich nach dem Tod von Prinz Philip auf die Trauerfeierlichkeiten vor. Die Beerdigung des im Alter von 99 Jahren gestorbenen Manns von Queen Elizabeth II.(94) soll am kommenden Samstag (17. April) stattfinden, wie der Palast mitteilte. Prinz Harry (36) werde dazu aus den USA anreisen, sagte ein Palastsprecher. Seiner schwangeren Frau Herzogin Meghan (39) sei jedoch von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden.

Die Zeremonie wird wegen der Corona-Pandemie stark reduziert sein. Beispielsweise soll es keine Prozessionen in der Öffentlichkeit geben. Stattdessen soll der Sarg Philips in einem extra angepassten Land Rover innerhalb der Schlossmauern zur Kapelle gefahren werden, gefolgt von einer kleinen Trauergemeinde, bestehend aus Prinz Charles (72) und andere Familienmitgliedern.

Die Trauerfeier werde aber live im Fernsehen übertragen, so der Sprecher weiter. Der Gottesdienst in der St.-Georgs-Kapelle auf dem Gelände von Schloss Windsor soll demnach um 16 Uhr (MESZ) mit einer landesweiten Schweigeminute beginnen.

Immer mehr Mitglieder der britischen Königsfamilie trafen unterdessen auf Schloss Windsor zu Kondolenzbesuchen bei der Queen ein. Sichtlich bewegt sprach die Schwiegertochter der Queen, Gräfin Sophie, am Samstag über die Reaktion der Königin auf den Tod ihres Mannes. „Die Queen war beeindruckend“, sagte die 56-Jährige mit Tränen in den Augen zu Reportern, als sie und ihr Mann, Prinz Edward (57), Schloss Windsor wieder verließen.

Edward ist der jüngste Sohn der Queen und Prinz Philips. Erwartet wird, dass er den Titel Herzog von Edinburgh von seinem Vater übertragen bekommt. Sein älterer Bruder, Thronfolger Charles, war einem BBC-Bericht zufolge bereits am Freitag zu seiner Mutter nach Windsor geeilt, die sich in einer Mitteilung „zutiefst betrübt“ über den Tod ihres «geliebten Mannes» geäußert hatte.

Die Queen und Prinz Philip waren 73 Jahre lang verheiratet. Sie lobte ihn stets als „meine Stärke und Stütze“. Zur Goldenen Hochzeit im Jahr 1997 sagte sie: „Ich und seine ganze Familie, sowie dieses Land und viele andere Länder stehen höher in seiner Schuld als er jemals zugeben würde oder wir jemals ahnen könnten.“ In einer Sondersendung der BBC sagte Charles, sein Vater habe sich gewünscht, nicht nur als Gefährte der Queen, sondern auch als eigene Persönlichkeit in Erinnerung zu bleiben.

Ob die Royals die Gelegenheit für eine Aussöhnung nutzen werden, wie britische Medien spekulierten, ist unklar. Prinz Harry hatte sich besonders mit seinem Bruder Prinz William (38) und seinem Vater Charles überworfen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe von Harry und Meghan über mangelnde Rücksichtnahme auf das Paar und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie. Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln.

Die Streitkräfte erwiesen dem ehemaligen Marineoffizier Philip am Samstag mit 41 Salutschüssen die letzte Ehre. Kanonendonner war zur Mittagszeit in allen Landesteilen des Vereinigten Königreichs sowie in Gibraltar zu hören. Unter anderem am Tower in London, in Edinburgh, Cardiff und Belfast. Auch mehrere Kriegsschiffe auf hoher See feuerten Kanonenschüsse ab. Auf vielen Anzeigetafeln, unter anderem am Londoner Piccadilly Circus, wurden Porträts Philips gezeigt. Im ganzen Land wehten die Fahnen auf halbmast. Fußballspiele und andere Sportveranstaltungen begannen mit einer Schweigeminute für den gestorbenen Royal.

Trotz Bitten des Palasts davon abzusehen, legten am Samstag viele Menschen Blumen an den Schlössern in London, Windsor und andernorts ab. Ein Sprecher der Schlossparkverwaltung in Windsor sagte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, die Blumen würden auf „respektvolle“ Weise entfernt und an einen Ort im Inneren des Palastgeländes gebracht.

Wegen der Corona-Pandemie hatten der Palast und die Regierung am Freitag die Menschen dazu aufgerufen, sich nicht außerhalb der Residenzen zu versammeln. Statt Blumen niederzulegen, sollten die Menschen an wohltätige Organisationen spenden, so der Aufruf. Eine Todesanzeige, die traditionell beim Ableben wichtiger Royals am Zaun des Buckingham-Palasts befestigt wird, wurde am Freitag nach kurzer Zeit wieder entfernt, um Trauernde nicht anzulocken.

Update, 17.20 Uhr - Wie geht es jetzt weiter? - „Operation Forth Bridge“

Mit dem Tod von Prinz Philip tritt ein Plan in Kraft, der den zeitlichen Ablauf bis zu dessen Beerdigung vorgibt. Bei Prinz Philip heißt der Plan „Operation Forth Bridge“, nach einer Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth, einem Meeresarm in der Nähe von Edingburgh. Auch die Queen hat einen eigenen Code-Namen: „Operation London Bridge“.

Bis zu Prinz Philips Beerdigung wird landesweit getrauert. Die Royals tragen demnach Trauerkleidung und eine schwarze Armbinde. Auch die Abgeordneten des Parlaments tragen ein schwarzes Band um den Arm.

Dem Prinzen selbst steht eigentlich ein Staatsbegräbnis zu. Unklar ist jedoch, wie groß die Zeremonie ausfallen wird. Wegen der Corona-Pandemie gelten in Großbritannien unter anderem strenge Einreiseregeln. Ob also ausländische Ehrengäste überhaupt an der Beerdigung teilnehmen können, ist fraglich.

Zahlreiche Staatsoberhäupter haben mittlerweile ihre Trauer bekundet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte der Queen und ihrer Familie.

Prinz Philip ist tot.

Update, 13.21 Uhr - Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot

Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., ist tot. Der Duke von Edinburgh sei am Freitagmorgen friedlich auf Schloss Windsor gestorben, teilte der Buckingham-Palast in London mit. Philip war vor einigen Wochen in einer Spezialklinik am Herzen operiert worden und hatte mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht. Mitte März entließ man ihn nach Hause, wo er nun im Alter von 99 Jahren starb. Im Juni hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Prinz Philip stirbt im Alter von 99 Jahren

Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Der britische Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, nimmt anlässlich seines letzten offiziellen Auftritts am 02.08.2017 an der Captain General‘s Parade am Buckingham-Palast in London (Großbritannien) teil. Prinz Philip geht mit 96 Jahren in den Ruhestand.  © dpa
Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot
Prinz Philip als Leutnant in der Royal Navy. © dpa
Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot
Königin Elizabeth II. von Großbritannien und ihr Mann Prinz Philip, Herzog von Edinburg (in der Uniform eines Marineadmirals), winken nach der prunkvollen Krönungszeremonie in der Westminster-Abtei vom Balkon des Buckingham Palasts den Menschen zu. © Str
Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Königin Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip sitzen nach der Taufe ihrer Tochter Anne am 21.10.1950 im Buckingham Palace in London. © dpa
Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Prinzessin Elizabeth steht mit Ihren Man Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, im August 1951 mit den Kindern. Prinz Charles und Prinzessin Anne, auf dem Anwesen des Clarence House in London (Großbritannien). © dpa
Prinz Philip wird 95
Der Gatte der Queen, Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, aufgenommen am 22.05.1978 in Bonn. © dpa
Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, lenkt während der Royal Windsor Horse Show eine Kutsche. © dpa
Prinz Philip verleiht Orden
Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, kommt am Dienstag (24.04.2012) in die Barker Kaserne in Paderborn und verleiht Orden an britische Soldaten.  © Caroline Seidel/dpa
Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Der 99 Jahre alte Prinz Philip hat einen medizinischen Eingriff am Herzen überstanden. © dpa
Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot
Der britische Prinz Philip fährt auf einem kleinen Motorrad während der Royal Windsor Pferdeshow. © Stefan Rousseau
Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Prinz Philip unterhält sich am 01.06.2017 im Buckingham Palace in London (Großbritannien) mit Gästen auf einer Gartenparty. © dpa
Prinz Philip ist im Alter von 99 Jahren gestorben.
Der britische Prinz Philip steht in der St. George‘s Chapel im Schloss Windsor.  © dpa
Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot
Der britische Prinz Philip nimmt in seiner Rolle als Captain General der Royal Marines an einer Parade auf dem Vorplatz des Buckingham Palace teil. Der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II. ist im Alter von 99 Jahren gestorben. © Hannah Mckay/dpa

Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Elizabeth verheiratet. Seit deren Krönung 1953 war er Prinzgemahl und galt als wichtigste Stütze der Queen. Erst im Alter von 96 Jahren ging der fleißige Royal in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Der vierfache Vater war der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte. Neben Thronfolger Prinz Charles gehören auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward zu seinen Kindern.

Zuletzt wurde Prinz Philip kaum noch in der Öffentlichkeit gesehen. Große Teile der Pandemie verbrachte er gemeinsam mit der Queen auf Schloss Windsor in der Nähe von London - abgeschottet durch einen stark reduzierten Kreis an Hofpersonal. Selten hatte das Paar im hohen Alter ähnlich viel Zeit gemeinsam verbracht.

Der Prinzgemahl litt in den vergangenen Jahren immer wieder unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk. Der letzte Krankenhausaufenthalt samt Operation am Herzen war sein längster Krankenhausaufenthalt.

Erstmeldung, 13.10 Uhr

Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag in London mit. Der Duke of Edinburgh sei am Freitagmorgen friedlich auf Windsor Castle entschlafen, so die „Royal Family“ via Twitter.

ce/fgr/bcs

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