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Rentnerin: „Ich bin nicht fremdenfeindlich!“

Prozess in Salzburg: Hat „Frau Doktor“ ihren türkischen Nachbarn gestalkt?

Landesgericht Salzburg (Archivbild)
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Landesgericht Salzburg (Archivbild).

Salzburg - Eine „Frau Doktor“ saß am Donnerstag vor einem Einzelrichter, sie soll einen türkischen Nachbarn gestalkt und bedroht haben. Die Pensionistin stritt alles ab, sie sei auch nicht fremdenfeindlich, „in meinem früheren Beruf hatten 50 Prozent der Kollegen einen Migrationshintergrund“.

Am Ende waren die Aussagen der Angeklagten, des Opfers und der Zeugen aber zu unterschiedlich für einen Schuldspruch, „die angeklagten Vergehen konnten nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen werden, aber ein schaler Nachgeschmack bleibt“. Der Freispruch ist nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft warf der Pensionistin vor, ihren mittlerweile ausgezogenen, türkischen Nachbarn bedroht zu haben, Sturm geläutet und den Fuß in die Tür gestellt zu haben. Der Verteidiger der Angeklagten verwies auf einen Vergleich in einem anderen Prozess, wonach das Opfer nicht mehr behaupten dürfe, die Pensionistin sei fremdenfeindlich.

Nach der Zeugenaussage der Vermieterin des Türken konnte man diesen Eindruck allerdings schon gewinnen. Auch die zwei Vormieterinnen des Türken, Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien, hätten für die Pensionistin offensichtlich Probleme verursacht, sie hätte einer der Vormieterinnen als „verhaltensauffällig“ bezeichnet, das hätte man aus den Absendern ihrer Briefe entnehmen können, „außerdem behauptete sie, die Tochter einer Vormieterin sei eine Analphabetin“. Der türkische Mieter habe schließlich ebenfalls die Wohnung vorzeitig gekündigt, „obwohl er bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte und in der Gesundheitsbranche arbeitet“.

Einen Vorwurf konnte die Angeklagte mit ihrem Handy allerdings entkräften. Das türkische Opfer hatte in der ersten Hauptverhandlung ausgesagt, er seit Mitte April von der Angeklagten vor seiner Haustür bedrängt und bedroht worden, mit Handyfotos konnte die Pensionistin dem Einzelrichter zeigen, dass sie im April nicht in Salzburg war.

Da die angeklagten Vergehen nicht mit ausreichender Sicherheit nachgewiesen wurden sprach der Richter die „Frau Doktor“ in beiden Anklagepunkten frei, „aber ein schaler Beigeschmack bleibt schon“. Der Staatsanwalt gab keine Empfehlung ab, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.

hud