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Viele Vorteile gegenüber der Spritze

Revolution im Kampf gegen Corona: Impf-Pille soll bald auf den Markt kommen

Mit dem warmen Wetter kommen auch bessere Corona-Nachrichten: Die Ansteckungszahlen sinken weiter, die Lage in den Kliniken entspannt sich und die Impfungen nehmen weiter Fahrt auf. Und bald könnte eine weitere Wunderwaffe im Kampf gegen die Pandemie zur Verfügung stehen: Die Impf-Pille.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht gemahnt. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin beim digitalen Ärztetag. „Die Zahlen sinken, das ist ermutigend.“ Sie seien aber noch nicht stark genug gesunken. Es sei zu sehen, wie sich das Reduzieren von Kontakten bewähre. Zugleich beginne das Impfen Schritt für Schritt einen Unterschied zu machen.

Spahn verwies auf das deutlich höhere Impftempo und konkretisierte die Aussicht auf Impfmöglichkeiten für alle Bürger dank erwartungsgemäß wachsender Impfstoffmengen. „Das macht es uns möglich, in der ersten Hälfte des Junis die Priorisierung aufzugeben.“ Die Bundesregierung hatte ein Ende der festgelegten Impf-Reihenfolge mit einem Vorrang für Risikogruppen schon grundsätzlich für Juni in Aussicht gestellt. Es werde aber natürlich auch noch Wartezeiten geben, sagte Spahn.

Der Minister äußerte sich außerdem optimistisch zum generellen Impffortschritt. Es sei „sicherlich im Juli“ der Zustand zu erreichen, „wo wir eigentlich alle, die unbedingt wollten, geimpft haben werden“. Dann sei es eine gemeinsame Aufgabe, jene zu überzeugen und zu erreichen, die zögerten oder Fragen hätten. Die Bundesregierung hatte zugesichert, allen Bürgern bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen.

Ob dies dann wirklich so der Fall sein wird, wird sich zeigen. Denn der Umgang mit den Vakzinen ist nicht einfach. Zum Beispiel kann bislang von den Corona-Impfstoffen lediglich das Serum von Johnson & Johnson bei normaler Kühlschranktemperatur aufbewahrt werden. Ein anderes Problem ist, dass viele Menschen einer Impfung kritisch gegenüber stehen.

Impfstoff zum Schlucken

Doch nun könnte ein brandneuer Corona-Impfstoff aus Israel den Markt gänzlich revolutionieren. Die Forscher arbeiten intensiv an einem Impfstoff zum Schlucken. Eine solche Impfung hätte gegenüber einer Impfung per Spritze angeblich zahlreiche Vorteile. „Ein oraler COVID-19 Impfstoff würde einige Hindernisse der schnellen, weitreichenden Versorgung mit diesem eliminieren. Dadurch könnten Menschen den Impfstoff daheim eigenständig einnehmen“, sagte Nadav Kidron, CEO von Oramed, der Jerusalem Post.

Laut Angaben der Forscher müsse das Präparat nur bei der Lieferung leicht gekühlt, später könne es ungekühlt gelagert werden. Nach Überzeugung des US-israelischen Pharma-Unternehmen würden oral verabreichte Medikamente zudem grundsätzlich weniger Nebenwirkungen als klassische Impfungen mit einer Spritze mit sich bringen. Ein weiterer großer Meilenstein sei die Tatsache, dass die Impf-Pille noch besser gegen weitere Mutationen wirken könnte, da der Wirkstoff gleich drei Strukturproteine des Virus angreife und nicht nur das Spike-Protein. Kidron schlussfolgerte daher, sein Impfstoff müsse entsprechend „resistenter gegen COVID-19-Varianten sein“.

Studie bei Tieren äußerst erfolgreich

Der Hersteller hat das Vakzin bereits in einer ersten Pilot-Studie an Tieren erfolgreich getestet. Der Wirkstoff habe zu einer „systemischen Immunität“ geführt. Eine klinische Studie, bei der der Impfstoff das erste Mal bei Menschen getestet wird, soll noch in den kommenden Wochen erfolgen. Die Pille wird angeblich auf Hefebasis hergestellt. Dadurch sei eine schnelle Produktion bei geringen Kosten sichergestellt.

Wenn sich herausstellen sollte, dass eine Corona-Impfung jährlich aufgefrischt werden muss, könnte eine Pille der Schlüssel zum Erfolg sein. „Während die einfache Verabreichung heute entscheidend ist, um die Durchimpfungsraten zu beschleunigen, könnte ein Schluckimpfstoff sogar noch wertvoller werden, falls ein COVID-19-Impfstoff ähnlich wie die Standard-Grippeimpfung jährlich empfohlen wird“, so Kidron.

mz

Rubriklistenbild: © Lisa Krassuski

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