Türkei

Acht Festnahmen nach Blutbad in Türkei

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Türkische Polizei am Ort des Massakers im Südosten der Türkei.

Die türkische Polizei hat nach dem tödlichen Angriff auf eine Hochzeitsgesellschaft in einem Dorf im Südosten des Landes acht Verdächtige festgenommen.

"Nach ersten Informationen gibt es bei der Tat keinen terroristischen Hintergrund", sagte der türkische Innenminister Besir Atalay.

Es habe eine schon länger andauernde Fehde zwischen zwei Familien gegeben. 45 Menschen waren in der Ortschaft Sultanköy getötet worden, als maskierte Bewaffnete das Feuer eröffneten und Handgranaten warfen. Unter den Getöteten sind viele Frauen und Kinder.

Etwa 200 Menschen hatten sich am Montagabend in einer Halle versammelt, um die Hochzeit der Tochter des Dorfvorstehers zu feiern. Die Angreifer feuerten nach Berichten türkischer Medien blindwütig in die Menge und warfen auch Handgranaten. Die ersten Schüsse waren gegen 21.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MESZ) gefallen. Der Angriff habe etwa eine Viertelstunde gedauert. Die Täter konnten nach der Tat flüchten. Die Suche nach ihnen war in dem Grenzgebiet der Türkei zu Syrien von einem Sandsturm behindert.

Das Dorf Sultanköy wird von sogenannten Dorfschützern kontrolliert, einer von der türkischen Regierung im Kampf gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK unterstützten Miliz. In der Türkei gibt es mehrere Zehntausend solcher Dorfschützer.

Das Dorf Sultanköy war am Abend von Polizeikräften abgeriegelt und für Journalisten gesperrt. Recep Tayyip Erdogan hatte am Vorabend eine Sitzung seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP unterbrochen, um sich über die Lage informieren zu lassen.

Am Dienstag wollten Vertreter der türkischen Regierung das Dorf besuchen. In dem vor allem von Kurden besiedelten Gebiet haben die Spannungen zwischen der PKK und der türkischen Armee in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Es gab wiederholt große Militäreinsätze gegen die PKK.

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