Rücktritt von BP-Chef Hayward steht offenbar bevor

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Der BP-Vorstandsvorsitzende Tony Hayward.

New Orleans - Der umstrittene Vorstandsvorsitzende Tony Hayward steht laut Medienberichten vor seinem Rücktritt. Am Wochenende soll es Gespräche über Haywards Zukunft gegeben haben.

Das beerichteten die BBC und der “Sunday Telegraph“ am Sonntag übereinstimmend. Eine formelle Ankündigung wurde nach Informationen der BBC in den kommenden zwei Tagen erwartet. Der Ölkonzern stellt am Dienstag sein Zwischenergebnis vor. BP-Sprecher Toby Odone erklärte am Sonntag, Hayward sei Vorstandschef und genieße das Vertrauen des Vorstands. Der BP-Chef hatte zu Beginn der Ölkatastrophe mit unglücklichen Aussagen öffentlichen Unmut auf sich gezogen. Außerdem warfen ihm Kritiker vor, das Ausmaß und die Folgen des Unglücks kleinreden zu wollen.

“Wir spielen Katz und Maus mit dem Wetter“

Die Einsatzkräfte liefern sich derweil einen Wettlauf mit der Zeit. “Bis zum Ende der Hurrikansaison spielen wir Katze und Maus mit dem Wetter“, sagte der von der US-Regierung eingesetzte Krisenmanager, Thad Allen. Zwar könnte die am Mittwoch ausgesetzte Entlastungsbohrung früher als erwartet wieder aufgenommen werden, dennoch habe man insgesamt mindestens eine Woche verloren. Bis kommenden Freitag soll in einer ersten von zwei Phasen Schlamm und Zement mit Hochdruck in das defekte Bohrloch geschossen werden. Danach folgen weitere Entlastungsbohrungen und noch mehr Schlamm und Zement zur endgültigen Schließung der Quelle. Das werde wohl bis Mitte August dauern.

Doch angesichts der Hurrikansaison, die noch bis Ende November dauert, seien auch weitere Evakuierungen und damit Verzögerungen nicht ausgeschlossen. In den vergangenen zehn Jahren gab es während der Hurrikansaison durchschnittlich fünf große Stürme im Golf von Mexiko. Dieses Jahr wurden mit Tropensturm “Bonnie“ und Hurrikan “Alex“ bislang erst zwei ausgestanden. Zudem hat die Saison Ende Juni ungewöhnlich früh eingesetzt. “Statistisch gesehen haben wir den ersten Hurrikan nicht vor dem 10. August“, sagte ein Sprecher des Nationalen Hurrikanzentrums in Miami, Dennis Feltgen. Das Tiefdruckgebiet hatte möglicherweise auch eine positive Wirkung. Durch das aufgewühlte Meer könnten beispielsweise die Ölklumpen aufgelöst worden sein, sagte die Leiterin US-Behörde für Ozeane und Atmosphäre (NOAA), Jane Lubchenco.

apn

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