Ebola-Alarm in Salzburger Klinikum

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Salzburg - Möglicherweise gibt es in Salzburg einen Ebola-Verdachtsfall. Die Polizei stoppte einen jungen Mann aus Liberia, der behauptete, seine Familie sei an der Seuche gestorben.

Lesen Sie außerdem:

Wie die Salzburger Nachrichten und salzburg24.at berichten, sei der Junge alleine unterwegs gewesen. Als er am Montagnachmittag im Flachgau von der Polizei gestoppt wurde, gab er als Grund für seine Flucht aus seinem Heimatland die dort grassierende Ebola-Seuche an. Er behauptete, seine Familie sei daran gestorben.

Danach kam der 15-Jährige aus Liberia sofort ins Landeskrankenhaus und wurde unter Quarantäne gestellt. Erstmals wurde der bestehende Notfallplan für die Handhabung eines Ebola-Verdachtsfalles im Salzburger Landeskrankenhaus aktiviert. "Es ist aber absolut noch zu früh, von einem Verdachtsfall zu sprechen. Dazu muss der Patient erst auf mögliche Symptome hin untersucht werden", sagt Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) den österreichischen Medien.

UPDATE 21.30 Uhr: Stellungnahme der Stadt Salzburg

In einer Isolierstation des Salzburger Landeskrankenhaus wird seit Montag, 6. Oktober 2014, ein junger Mann aus Liberia wegen eines hohen Ebola-Expositionsrisikos beobachtet. Der Mann wurde heute Nachmittag im Zuge einer Schengen-Fahndung in Salzburg aufgegriffen.

In einer ersten Befragung gab er an, dass bereits vor zwei Monaten seine gesamte Familie in Liberia an Ebola erkrankt und verstorben sei. Er habe seine Verwandten bis zuletzt gepflegt und nach deren Tod beerdigt. Aus Angst, selbst zu erkranken, trat er die Flucht Richtung Europa an, wohin er nach Stationen in Ghana und Elfenbeinküste von Sierra Leone aus auf dem Seeweg gelangte. Wie lang diese Flucht dauerte und wie der junge Mann letztendlich bis nach Salzburg gelangte, ist derzeit unklar.

Aufgrund der geschilderten Sachlage gilt der junge Schwarzafrikaner als Hochrisiko-Kontaktperson, der einem ebenso hohen Expositionsrisiko ausgesetzt war. Wenngleich aus behördlicher Sicht derzeit die Wahrscheinlichkeit eines akuten Ebola-Ausbruchs eher gering - die Inkubationszeit für einen Ebola-Erkrankung ab dem Zeitpunkt der Infektion beträgt zwei bis 21 Tage - eingeschätzt wird, wurden alle Vorsichtsmaßnahmen gemäß Ebola-Alarmplan ausgelöst. Der junge Mann wird in einer Isolierstation beobachtet und darf diese auch nicht verlassen. Sämtliche Kontaktpersonen werden erfasst.

redro24/mw/Magistrat der Stadt Salzburg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser