Nach Festnahme von Tatverdächtigen in Salzburg

Toter von Zell am See - vom besten Freund erwürgt?

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Auf diesem Spielplatz unmittelbar neben der Asylunterkunft haben Passanten am Sonntagmorgen auf der Wiese liegend den 19-Jährigen gefunden.
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Salzburg - Bereits am Sonntag vor einer Woche fanden Passanten am Morgen auf einem Spielplatz nahe des Schüttbaches einen leblosen Körper, ein Notarzt stellte den Tod des 19-jährigen Asylbewerbers fest.

Spuren eines Gewaltverbrechens wurden erst keine gefunden, da der Afghane erst zwei Tage zuvor einen endgültigen, negativen Asylbescheid bekommen hatte wurde ein Suizid nicht ausgeschlossen. Erst am Mittwochnachmittag brachte ein Obduktionsergebnis Klarheit, der junge Mann war erwürgt worden. Die Suche nach dem möglichen Täter verlief dann relativ schnell erfolgreich, schon am Donnerstagabend nahm die Polizei am Salzburger Südtirolerplatz einen ebenfalls 19-jährigen Afghanen als Tatverdächtigen fest.

Der 19-jährige Afghane kam 2015 nach Österreich, mit dem nun Tatverdächtigen war er eng befreundet, „sie waren wie Brüder“, so ein Mitbewohner.

Am Freitag informierte die Polizei dann erstmals die Öffentlichkeit und rechtfertige die späte Weitergabe damit, dass es am Sonntag eben keinerlei Anzeichen auf eine Gewaltanwendung gegeben hätte. Vielmehr habe der Afghane zwei Tage zuvor vom Verwaltungsgericht einen endgültigen, negativen Asylbescheid erhalten und hätte Österreich demnach in den nächsten Wochen verlassen müssen. Die Staatsanwaltschaft ordnete wegen der unklaren Todesursache allerdings eine Obduktion an, wegen Überlastung in der Gerichtsmedizin Salzburg, diese ist auch für Oberösterreich zuständig, und weil man eben einen Selbstmord vermutete wurde die Leiche des jungen Mannes nicht vorrangig untersucht. So brachte erst am Mittwochnachmittag das Ergebnis die Gewissheit, dass der 19-Jährige Opfer eines Verbrechens wurde, das Gerichtsmedizinische Institut Salzburg stellte als Todesursache eine Gewalteinwirkung gegen den Hals fest, also durch Erwürgen oder Erdrosseln.

Die Polizei begann mit ihren Ermittlungen nach Bekanntwerden der Todesursache, also am Mittwochnachmittag. Bei der Suche nach dem möglichen Täter stießen die Beamten schnell auf einen sehr engen Freund des Opfers, zusammen sollen sie in der Nacht auf Sonntag in Zell am See unterwegs gewesen sein. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich ebenfalls um einen 19- jährigen Afghanen, der am Donnerstagabend am Südtirolerplatz vor dem Salzburger Hauptbahnhof verhaftet wurde.

Die ersten Einvernahmen des Tatverdächtigten am Freitag erbrachten nach Polizeiangaben keine verwertbaren Erkenntnisse. Ob Opfer und Tatverdächtigter zum Zeitpunkt des Todes - in der Nacht auf Sonntag - unter Alkohol- oder Drogeneinfluss standen muss jetzt ein toxikologisches Gutachten klären. Der Tatverdächtige ist im Polizeianhaltezentrum in der Alpenstraße.

Opfer und Täter waren "wie Brüder"

Ein ehemaliger Mitbewohner des Opfers bestätigt, dass Opfer und Tatverdächtiger beste Freunde waren, „wie Brüder“, nur wenn sie Alkohol getrunken haben hätten sie auch gestritten. Beide seien vor vier Jahren als Minderjährige nach Österreich gekommen und hätten bis zu ihrem 18. Lebensjahr in einer Unterkunft in Saalfelden gewohnt, dann hätten sie nach Zell am See umziehen müssen. Der Tatverdächtigte hat einen positiven Asyl-Bescheid, trotzdem soll er die meiste Zeit in der Asylunterkunft des Opfers in Zell am See übernachtet und gewohnt haben.

Fast ein Jahr wohnten das Opfer und der Tatverdächtigte in dieser Asylunterkunft zusammen, teilweise auch im gleichen Zimmer.

Ein Onkel des Opfers will nun nach Salzburg kommen um die Überführung des Leichnams nach Afghanistan zu organisieren, wer die Kosten dafür übernimmt ist derzeit unklar, einer der Mitbewohner will Spenden sammeln. Eine Zeugin vom Haus gegenüber der Flüchtlingsunterkunft will am Sonntagmorgen einen Streit zwischen zwei Männern in der Unterkunft gehört haben, ob es sich um das Opfer und den Tatverdächtigen handelt weiß sie allerdings nicht. Eine Anrainerin des Spielplatzes wiederum sagt, dass dort immer viele Jugendliche die Nächte durchzecht hätten, es seien allerdings zumeist Einheimische gewesen. Generell sei es in der nahen Asylunterkunft immer ruhig gewesen, es würden viele Familien dort wohnen.

hud

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