Drama in Österreich

Toter auf Spielplatz in Zell am See - Verdächtiger in U-Haft

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Der Spielplatz in Zell am See, auf dem die Leiche gefunden wurde.
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Salzburg - Nachdem in Zell am See der Leichnam eines 19-Jährigen gefunden wurde, nahm die Polizei nun einen Verdächtigen in Salzburg fest.

Update, 30. September, 14.45 Uhr

Der Tatverdächtigte hat auch heute in weiteren Einvernahmen keine weiteren Aussagen zum möglichen Tathergang gemacht. Erzählt hat er bisher lediglich, wie er mit dem späteren Opfer am Samstag in Zell am See um die Häuser gezogen ist. Die Polizei ist außerdem mit weiteren Spuren und Ermittlungen beschäftigt, sowie mit einer Aussage, wonach es in der Asylunterkunft in der Nacht auf Sonntag einen hörbaren Streit gegeben hätte, wer gestritten hat weiß die Ohrenzeugin allerdings nicht.

Ein Haftrichter hat gestern wegen dringenden Mordverdachts die U-Haft verhängt, der Tatverdächtige wurde vom Polizeigefängnis in die Justizanstalt in Puch-Urstein verlegt. Der zuständige Staatsanwalt bestätigt, dass der 19-jährige Afghane jegliche Tat bestreitet, er sei zwar mit dem Opfer in der Nacht auf Sonntag unterwegs gewesen, habe sich dann aber in der Nähe der Unterkunft verabschiedet, dann sei er nicht mehr mit ihm zusammengewesen.

Widersprüchlich sind die veröffentlichten Aussagen in den Medien, während eine Zeitung die Besitzerin eines China-Restaurants im Haus der Flüchtlinge zitiert mit der Aussage, es habe im Asyl-Haus ständig Streit und Lärm gegeben sagte eine Anwohnerin zu uns, dass es im Asylquartier relativ ruhig gewesen sei, "weil dort auch viele Familien gewohnt haben".

hud

Update, 18.30 Uhr: Polizei ermittelt in alle Richtungen

Nach Polizeiangaben haben die ersten Einvernahmen des Tatverdächtigten heute keine verwertbaren Erkenntnisse gebracht. Ob das Opfer und der Tatverdächtige zum Zeitpunkt des Todes - in der Nacht auf Sonntag - unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand muss jetzt ein toxikologisches Gutachten zeigen. Der Tatverdächtige ist im Polizeianhaltezentrum in der Alpenstraße.

Ein Polizeisprecher bekräftigte am Abend gegenüber InfoMediaWorx erneut, dass beim Auffinden des 19-Jährigen keinerlei Spuren am Hals erkennbar gewesen wären. Man ging daher nicht von einem Mord aus sondern vermutete, dass es sich möglicherweise auch um einen Suizid handeln könnte, da der junge Mann erst am Freitag einen zweiten, endgültigen negativen Asylbescheid erhalten habe. Bei der Gerichtsmedizin sei die Obudktion wegen Fehlens eines Verdachts auch nicht vorrangig durchgeführt worden.

Vor Ort in Zell am See erzählte uns ein Mitbewohner, dass das Opfer und der Tatverdächtige beste Freunde waren und alles zusammen unternommen hätten. Beide seien vor vier Jahren als Minderjährige nach Österreich gekommen und hätten bis zu ihrem 18. Lebensjahr in einer Unterkunft in Saalfelden gewohnt, dann hätten sie nach Zell am See umziehen müssen. Der Tatverdächtigte soll schon einen positiven Bescheid haben, trotzdem soll er die meiste Zeit beim Opfer übernachtet und gewohnt haben. Ein Onkel des Opfers will nun nach Salzburg kommen um die Heimholung zu organisieren, wer die Kosten dafür übernimmt ist derzeit unklar, einer der Mitbewohner will Spenden sammeln.

Eine Afghanin vom Haus gegenüber der Flüchtlingsunterkunft will am Sonntagmorgen einen Streit zwischen zwei Männern in der Unterkunft gehört haben, ob es sich um das Opfer und den Tatverdächtigen handelt weiß sie allerdings nicht. Eine Anrainerin des Spielplatzes wiederum sagt, dass am Spielplatz immer viele Jugendliche die Nächte durchzecht hätten, es seien allerdings zumeist Einheimische gewesen. Generell sei es in der Asylunterkunft immer ruhig gewesen, es würden viele Familien dort wohnen.

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Erstmeldung: Fund einer Leiche in Zell am See 

Bereits am Sonntag am Morgen entdeckten Passanten im Bereich eines Spielplatzes in Zell am See in der Nähe einer Asylunterkunft eine leblose Person, der herbeigerufene Notarzt konnte nur mehr den Tod des 19-jährigen Afghanen feststellen.

Da sich zuerst keine Hinweise auf Fremdverschulden ergaben, eine eindeutige Todesursache jedoch nicht festgestellt werden konnte, ordnete die Staatsanwaltschaft Salzburg die Obduktion des 19-jährigen Asylbewerbers an.

Bei der Obduktion am Mittwochnachmittag im Gerichtsmedizinischen Institut Salzburg stellte man als Todesursache eine Gewalteinwirkung gegen den Hals fest. Demnach soll das Opfer erwürgt worden sein. Dann begann die Polizei zu ermitteln und wertete Spuren am Tatort aus. Es ergaben sich Hinweise auf einen Verdächtigen, der gestern Abend am Südtirolerplatz verhaftete wurde.

Es handelt sich ebenfalls um einen 19-jährigen Afghanen, allerdings Asylberechtigt. "Die beiden Männer hatten die Nacht von Samstag auf Sonntag in Zell am See gemeinsam verbracht", so ein Sprecher der Polizei Salzburg. Der Tatverdächtigte hat seinen Wohnsitz in der Stadt, soll aber öfter in der Asylunterkunft des Opfers übernachtet haben. Die Vernehmungen sind im Gange, Ausagen zu einem möglichen Motiv gibt es noch nicht.

hud

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