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Schellhorn will generell 100km/h auf allen Autobahnen

„Aus“ für Tempo 80 auf der stadtnahen Salzburger Autobahn: Elf Millionen Euro an Strafe seit 2015

Tempo 80 Schilder mit den Zusatz „IG-L“ werden auf der stadtnahen Autobahn bald der Vergangenheit angehören, Tempo 80 gilt dann nur mehr bei Baustellen oder anderen, verkehrsbedingten Gefahren.
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Tempo 80 Schilder mit den Zusatz „IG-L“ werden auf der stadtnahen Autobahn bald der Vergangenheit angehören, Tempo 80 gilt dann nur mehr bei Baustellen oder anderen, verkehrsbedingten Gefahren.

Der seit der Einführung 2015 auch unter Experten höchst umstrittene Umwelt-80er auf der stadtnahen Autobahn zwischen dem Knoten Salzburg und Salzburg-Nord wird aufgehoben. Die Rechtsgrundlage, also messbar schlechte Luft, ist dauerhaft weggefallen. Auch auf der Tauernautobahn ist ein Ende des flexiblen Tempo 100 nach der IG-L (Immissionsschutzgesetz Luft) Verordnung greifbar, die Verordnung verlangt drei Jahre unterhalb des Grenzwertes – die A10 hat erst zwei Jahre geschafft.

Salzburg – Es fiel dem Grünen Umwelt-Landesrat Heinrich Schellhorn sichtlich nicht leicht, das von seiner Vorgängerin Astrid Rössler gegen harte Widerstände eingeführte flexible Tempo 80 auf der Autobahn am Rande der Stadt zu begraben, „aber es war eine rein faktenbasierte und keine politische Entscheidung“, so Schellhorn.

Bei der Einführung des flexiblen Tempo 80 auf dem rund zehn Kilometer langen Stück der stadtnahen Westautobahn waren die Werte für Stickstoffoxid knapp über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, nun habe sich die Luftqualität auch durch den flexiblen 80er entscheidend verbessert. Der Grenzwert von 35 Mikrogramm werde seit über drei Jahren eingehalten, „wobei man auch sagen muss, dass wegen Corona eine Zeitlang die Autobahn leer war“, schob Markus Graggaber von der Umweltschutzabteilung des Landes als Begründung hinterher.

Auch die Autohersteller hätten ihre Fahrzeuge entscheidend verbessert, bei der Einführung 2015 sei zum Beispiel der VW-Diesel-Skandal publik geworden – also dass Diesel-Fahrzeuge im Fahrbetrieb nicht so umweltfreundlich waren wie im Testbetrieb zur Zulassung.

Schellhorn will generell Tempo 100 auf Autobahnen

Schellhorn konnte nicht anders, nachdem die Rechtsgrundlage für die IG-L-Verordnung weggefallen ist muss nun eine neue Verordnung die alte aufheben. „Diese liegt in der Rechtsabteilung, dann wird es einen Umlaufbeschluss der Mitglieder der Landesregierung geben“, er rechnet damit, dass noch im Herbst die neue Verordnung, also das Ende des flexiblen Tempo 80, in Kraft tritt.

Falsches Signal wegen Klimaschutz

Das Ende des temporären Tempo 80 auf der stadtnahen Autobahn ist für den Grünen-Landesrat naturgemäß das „falsche Signal“ für den Klimaschutz. Darum fordert er auch gleich „skandinavische Tempolimits für ganz Österreich, also 100km/h auf den Autobahnen, 80 auf Freilandstraßen und Stadtautobahnen und 30 in Ortsgebieten“. Außerdem könne ja jeder Autofahrer freiwillig und der Umwelt zuliebe weiterhin 80km/h auf der Autobahn fahren.

Strafgelder werden fehlen

Auf der Tauernautobahn gilt der IG-L 100er zwischen dem Knoten Salzburg und Golling auch weiterhin, obwohl auch hier die Grenzwerte unter den geforderten Werten liegen. „Allerdings erst seit zwei Jahren, die Verordnung schreibt drei Jahre vor“, so Schellhorn.

Das heißt im nächsten Jahr ist auch eine Aufhebung von Tempo 100 auf der Tauernautobahn absehbar. Die Umweltabteilung des Landes sieht das „Aus“ für den Luft-80er auch mit einem weinenden Auge, denn die beiden temporären Beschränkungen auf der Tauernautobahn und der Westautobahn haben allein in den letzten drei Jahren zwei Millionen Euro in die Kasse gespült. „Die Hälfte davon wird jetzt wegfallen“, so der Leiter der Umweltabteilung. Mit den Einnahmen seien klimafördernde Maßnahmen wie das Klimaticket finanziert worden, dies müsste jetzt aus anderen Budgettöpfen erfolgen. Seit 2015 wurden 22 Millionen Euro an Strafgeld auf der A1 und der A10 eingenommen, rund die Hälfte dürfte jetzt wegfallen.

hud

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