„Gleich kribbelt es ein wenig in der Nase“

Anonymität der Stadt „schützt“ vor Corona-Infektionen

Kongresshaus am
 Mirabellgarten, im Terminal 2
 am Flughafen und in der Halle 10 im Messezentrum
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Im Kongresshaus am Mirabellgarten, im Terminal 2 am Flughafen und in der Halle 10 im Messezentrum wurden insgesamt 210 Testspuren eingerichtet.

Salzburg - Für den von der Bundesregierung angekündigten Corona-Massentest stehen in der Landeshauptstadt am Freitag und Samstag 210 Testspuren an drei Standorten bereit, insgesamt haben 1000 Mitarbeiter die Teststraßen im Messezentrum, im Terminal 2 am Flughafen und im Kongresshaus vorbereitet. Dass auch in der Stadt zu Wenige zum Testen kommen wie in anderen Städten glaubt Michael Haybäck von der Stadtverwaltung nicht, auch wenn man bisher oft hört, dass ohnehin nur Personen zum Testen kommen die alle Anti- Corona-Regeln genau einhalten.

Dass die Zahl der Infektionsfälle in Salzburg und anderen Städten oft niedriger sind als am Land liegt nach Ansicht von Haybäck auch daran, „dass die Anonymität der Stadt gewissermaßen schützt, viele kennen ja nicht einmal ihren Nachbarn und haben daher wenig Kontakte. Das intensivere, soziale Leben am Land ist der Pandemie natürlich nicht zuträglich“.

„Vorsicht jetzt kribbelt es gleich ein paar Sekunden in der Nase“, warnt Rot-Kreuz- Mitarbeiter Johannes Gneist einen Fotografen, der sich beim Fototermin der aufgebauten Teststraßen im Messezentrum zur Verfügung stellt. „Zuerst bitte noch schnäuzen, dann komme ich für ein paar Sekunden mit dem Wattestäbchen“, Viren an der Schleimhaut bleiben hängen, werden mit einer Trägerflüssigkeit vermischt und vom Gemisch wandern dann drei Tropfen auf ein kleines Wegwerf-Messgerät.

Fotograf Wolfgang Moser von FMT-Pictures nutzte den Fototermin für einen kostenlosen Antigen-Test, mit einem negativen Ergebnis kann ich jetzt auch 48 Stunden nach Freilassing fahren“.

„C“ bedeutet, dass der Test einwandfrei funktioniert hat, wenn der rote Pegel nach einigen Minuten das „T“ erreicht ist der Patient positiv. In diesem Fall wird zur Sicherheit dann noch einmal ein PCR-Test gemacht, istdieser ebenfalls positiv kommen die Contact Tracer, also die Spuren-Nachverfolger, ins Spiel, händigen einen Quarantäne-Bescheid aus und erfragen die Kontakte der vergangenen Tage. Das Testergebnis des Fotografen war übrigens negativ.

10.000 Quarantäne-Bescheide

Das Einrichten eines Massentests für eine Landeshauptstadt war eine logistische Herausforderung, den Sinn wollen Verantwortliche nicht bewerten, es sei eben eine Momentaufnahme und je mehr teilnehmen desto mehr positive Infizierte könne man finden.

Michael Haybäck von der Bezirksverwaltung lobt in diesem Zusammenhang auch das Contact Tracing in der Stadt, man sei hier mittlerweile sehr gut aufgestellt und könne alle Kontakte von positiv Getesteten nachvollziehen. Seit Beginn der Pandemie habe alleine die Stadt bereits 10.000 Quarantäne-Bescheide ausgestellt. Während die Stadt bereits am Freitag und Samstag testet sind die Landgemeinden am Samstag und Sonntag dran, Landeshauptmann Wilfried Haslauer hofft auf eine höhere Beteiligung als in Tirol, will aber in die Salzburger Zahl am Ende auch die Beteiligung der bereits abgeschlossenen Lehrertests und der Polizeibeamten miteinrechnen, auch weitere, geplante Massentests in Seniorenheimen sollen in die Beteiligungszahl des Landes.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist weder in der Stadt, noch am Land eine Anmeldung notwendig. An einem Test für den Massentest Anfang Dezember in der 2700 Einwohner zählenden Gemeinde Annaberg hatte sich rund jeder Zweite testen lassen, im Bundesland Tirol war es nur mehr jeder Dritte und in der Zwei-Millionen-Stadt Wien waren es bis Dienstag gerade einmal 114.000.

Die Landeshauptstadt Salzburg hat sich für 100.000 Personen gerüstet, Bürgermeister Harald Preuner rechnet mit einer Beteiligung von 40 bis 50 Prozent.

hud

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