120.000 Tonnen Asphalt für drei Kilometer Piste

Flughafen Salzburg für fünf Wochen "cancelled"

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Für die nächsten fünf Wochen steht der Verkehr auf den Start- und Landebahnen des Salzburger Flughafens still.

Salzburg - Seit gestern Abend bis zum 28. Mai dieses Jahres sperrt der Stadtnahe Flughafen komplett zu, der Grund ist die Generalsanierung der beinahe 60 Jahre alten Piste.

„Gerade in den letzten Jahren musste die Piste immer wieder aufwändig und sehr kostenintensiv saniert werden“, so Flughafensprecher Alexander Klaus. Die Piste sei die wichtigste Einrichtung am Salzburger Flughafen ohne die ein Airport nicht betrieben werden könne. Die Vorteile der Totalsperre seien geringere Baukosten, kein Baulärm in der Nacht und ein geringerer Druck auf die Baufirmen. Vom Baustellenverkehr wird auch das „Kleine Deutsche Eck“ betroffen sein“. Für Fluggäste stehen in den fünf Wochen als Ausweichflughäfen Linz, Wien und München bereit.

Das letzte Flugzeug landete am Dienstagabend knapp vor 22 Uhr, die letzte Familie, die vor der Sanierung der Piste von Frankfurt kommend in Salzburg ankam waren Anne, Ferdinand, Friedrich und Maximilian aus Bad Reichenhall.

Statt Beton wird nun Asphalt zum Einsatz kommen, die insgesamt 2850 lange Piste wird vier Schichten erhalten, die alte Betonschicht wird zertrümmert und für den Unterbau der neuen Piste wieder verwendet, dies soll rund 4000 Lkw-Fahrten mit dem Abbruchmaterial ersparen. Bei der vierten Schicht, der Deckschicht, werden dann rund 1000 LED-Pistenbefeuerungslampen eingebaut. Diese letzte Schicht wird dann mit Wasserhochdruckstrahlen von der obersten, klebrigen Bitumenschicht abgewaschen, damit sie für das Landen und Starten der Flugzeuge wieder griffig wird.

Flughafen Salzburg für fünf Wochen außer Betrieb

Bauarbeiten zwischen 6 Uhr und 22 Uhr geplant

Die Bauarbeiten sollen in der Regel zwischen 6 und 22 Uhr stattfinden, nur bei Verzögerungen sind Arbeiten in der Nacht vorgesehen. Insgesamt werden 120.000 Tonnen Asphalt verbaut, das entspricht 70 Fußballfeldern mit einer Schicht von zehn Zentimeter, „pro Tag werden rund 8.000 Tonnen Asphalt aufgetragen“. Die beiden beauftragten Baufirmen werden fünf Asphaltmaschinen gleichzeitig in Betrieb haben, damit ist die Produktion in Salzburg ausgelastet, Straßenbaustellen wie zum Beispiel die Sanierung der Tauernautobahn in Richtung Walserberg müssen daher warten.

Auch „Kleines Deutsches Eck“ betroffen

Der Baustellenverkehr in den fünf Wochen wird rund um den Flughafen enorm sein, immerhin sind bis zu 100 Lkw im Dauereinsatz, „während der Asphaltierungsarbeiten wird alle drei Minuten ein Lkw auf die Baustelle fahren“, so der Flughafensprecher. Die ersten Teile wie Rohre und Fertigteile wurden bereits ab Anfang April angeliefert, Erdbautransporte wie Schottermaterial ab der Karwoche. 

Der erste Asphalttransport wird am 28. April um Punkt 6 Uhr den Flughafen ansteuern, in der Folge werden bis zu 70 Prozent der Lkw von der Westautobahn und der Tauernautobahn kommend über die Kreuzung Innsbrucker Bundesstraße beim Outlet-Center anfahren, der Rest über die Siezenheimerstraße in Taxham. 

Die Firma „Salzburger Sand- und Kies“ ist für die Gesamtlogistik verantwortlich, sie bedient sich aber auch deutscher Frächter. Asphalttransporte aus dem Werk Saalfelden werden über das Kleine Deutsche Eck und die Umfahrung Bad Reichenhall und dann entweder über die A8 in Richtung Walserberg oder über die Bundesstraße zum Grenzübergang Walserberg-Bundesstraße geführt.

Keine Änderung der Piste

Im Vorfeld der Sanierungspläne hatten bayerische Fluglärmgegner immer wieder eine Drehung der Piste gefordert, um Freilassing vom Fluglärm zu entlasten. „Im Rahmen der Generalsanierung wird es keine Verschwenkung der aktuellen Pistenausrichtung geben und damit auch keine Änderung der An- und Abflugrouten geben“, stellt Flughafensprecher Klaus fest. 

Die zu sanierende „Piste 15/33“ scheint übrigens in der Pilotenliteratur als zwei Pisten auf, weil sie in sowohl in Richtung Norden, also Richtung Freilassing, als auch in Richtung Süden genutzt werden kann. Die Zahl „15“ bezeichnet die Himmelsrichtung Südsüdosten, also 150 Grad, die Zahl „33“ Nordnostosten, also 330 Grad.

Michael Hudelist

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