Von Salzburg nach Bayern

Geisterfahrer liefert sich waghalsige Verfolgung mit Polizei - aberwitziger Grund

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Salzburg/Freilassing - Ein Geisterfahrer entkam Sonntagnacht gleich drei Mal der Polizei. Bei der Flucht hat der Fahrer mit seinem Auto ein Polizeiauto voll gerammt. Der Fahrer konnte am Montag (27. Januar) zunächst zu Fuß fliehen, konnte inzwischen allerdings festgenommen werden.

Update, 14.12 Uhr: Neue Details zum Fahrer

Nach einer intensiven Fahndung und einer Mitteilung einer Verdächtigen Wahrnehmung aus dem Freilassinger Ortsteil Salzburghofen, ein Mann würde Lehrer und Schüler bitten, ihr Handy benutzen zu dürfen, konnte eine Person am Montagnachmittag durch Beamte der Polizei Freilassing festgestellt und überprüft werden. 

Bei der Überprüfung hatte sich schnell herausgestellt, dass es sich bei dem Mann um einen der gesuchten Flüchtigen der Verfolgungsfahrt aus der vergangenen Nacht handelte. In einer ersten Befragung hatte der Mann die Beteiligung an dem Vorfall der Nacht eingeräumt. Bei dem Mann handelte es sich um einen in Thüringen wohnhaften 30-jährigen polnischen Staatsangehörigen. Angeblich hatte der Mann in Österreich in einer Gastwirtschaft zu Probe gearbeitet und wollte am Montag nach Hause fahren. 

In Salzburg hatte er sich auf der Autobahn verfahren und war deshalb auch kurz in falscher Richtung auf der Autobahn unterwegs. Geflüchtet war der Thüringer angeblich deshalb, weil der TÜV an seinem Auto bereits im September abgelaufen war und er keine Strafe zahlen sollte. Der Mann hatte auch seinen Mitfahrer genannt, einen guten Freund, der ihn einfach nur begleitet hatte. Ersten Ermittlungen zufolge, könnten auch Betäubungsmittel im Spiel gewesen sein. 

Näheres werden die weiteren Erhebungen ergeben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Beschlagnahme des Fahrzeuges und des Führerscheines angeordnet. Nachdem der Mann einen festen Wohnsitz in Deutschland vorweisen konnte, wurde er nach den polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Beim Verlassen der Polizeidienststelle hatte er sich für sein Verhalten bei den Polizeibeamten entschuldigt.

Pressmeldung Polizeiinspektion Laufen

Update, Dienstag (28. Januar) 9.26 Uhr: Fahrer festgenommen

Nach der spektakulären Verfolgungsjagd in der Nacht auf Montag, konnte die Polizei noch im Laufe des Montags den zunächst flüchtigen Fahrer festnehmen. Dies bestätigte die Polizei Laufen auf Nachfrage. Weitere Details hat die Polizei im Laufe des Tages versprochen.

Der Geisterfahrer lieferte sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei zwischen Salzburg und Freilassing. Mehrfach konnte er mit Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h der Polizei entwischen. Bei einer Straßensperre durch die Polizei kurz nach der Ausfahrt Freilassing Nord (B20) konnte zunächst der Beifahrer zu Fuß fliehen. Der Fahrer versuchte noch zu entkommen, beschleunigte sein Auto und rammte ein Polizeiauto voll in die Seite. Bei dieser Gelegenheit floh auch der Fahrer. 

Kurz darauf hatte die Polizei bereits eine heiße Spur: So sei eine der Personen aus dem Auto der Polizei bekannt, wie aus einem der gefundenen Dokumenten hervorgeht.

Update, 12.30 Uhr: Polizeiauto voll gerammt und zu Fuß geflüchtet

Die Polizei hat nun weitere Details zu dem Vorfall veröffentlicht. Demnach wurde der Salzburger Polizei am Sonntag gegen 22.40 Uhr ein Geisterfahrer gemeldet, der auf der A1 in Richtung Flughafen unterwegs sei. Die unverzüglich eingesetzte Polizeistreife konnte den Geisterfahrer jedoch nicht ausfindig machen. 

Gegen 23.20 Uhr wurde erneut gemeldet, dass ein Geisterfahrer von Salzburg Mitte in Richtung Walserberg auf der Richtungsfahrbahn Wien fahre. Die Polizeistreife suchte erneut nach dem Geisterfahrer und entdeckte diesen kurze Zeit später auf dem Pannenstreifen auf der Hauptfahrbahn am Walserberg. Der Lenker drehte daraufhin einfach um und fuhr wieder als Geisterfahrer in Richtung Wien zurück. Die Polizisten nahmen sofort die Verfolgung auf. 

Gegen 23.40 Uhr nahmen die Polizisten das Fahrzeug im Verteilerkreis Salzburg Mitte auf der Fahrbahn wahr. Als der Lenker die Polizei bemerkte, flüchtete dieser auf der Münchner Bundesstraße über die Staatsgrenze nach Freilassing. 

Die verständigte Polizei auf deutscher Seite konnte das Fahrzeug dann am Grenzübergang ausmachen und nahm die Verfolgung auf. Der Fahrer des Fluchtfahrzeuges war über Freilassing Bahnhof, weiter über die BGL 3 Richtung Stadtgebiet Laufen mit hoher Geschwindigkeit geflüchtet. 

In Laufen fuhr er dann in die B20 ein um im Anschluss wieder Richtung Freilassing weiter zu fahren. Während der Flucht auf der B20 versuchte der Fahrer des Fluchtfahrzeuges das Polizeifahrzeug bei teilweise Geschwindigkeiten um die 160 km/h immer wieder abzudrängen. Kurz nach der Ausfahrt Freilassing Nord musste der Fahrer sein Fahrzeug wegen einer bereits sichtbaren Straßensperre der Polizei anhalten. Der Beifahrer konnte in dem Moment aussteigen und flüchten. 

Nachdem sich das verfolgende Polizeifahrzeug vor das Fluchtfahrzeug gestellt hatte, beschleunigte der Fahrer sein Fahrzeug wieder und rammte dem Polizeifahrzeug voll in die Seite. Auch der Fahrer konnte den Moment nutzen und flüchten. Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung verlief ergebnislos, die beiden Fahrzeuginsassen sind weiterhin flüchtig. 

Im Fahrzeug konnten Kleidung, diverse Dokumente und Geld aufgefunden werden, den Grund der Flucht werden die weiteren Ermittlungen ergeben. Eine der in den Dokumenten genannten Personen ist der Polizei nicht unbekannt. Das Fahrzeug wurde sichergestellt und einer umfangreichen Spurensicherung zugeführt. Glücklicherweise wurde bei der Aktion niemand verletzt, der Sachschaden beträgt allerdings einige Tausend Euro.

mh/Polizei Salzburg/Polizei Laufen

Erstmeldung, Montag (27. Januar), 9.05 Uhr: Geisterfahrer entkommt drei Mal

Gleich drei Mal war Sonntagnacht, den 27. Januar, ein bisher unbekannter Lenker auf der A1 zwischen Salzburg-Nord und dem Walserberg unterwegs. Das erste Mal wurde er um 22.36 Uhr zwischen Nord und dem Flughafen gesehen, in falscher Richtung, um 23.19 Uhr war er schließlich zwischen Mitte und dem Walserberg unterwegs, wieder in falscher Richtung. An der dortigen Tankstelle drehte er um und fuhr als Falschfahrer wieder zurück in Richtung Wien. Wie er am Walserberg umdrehen konnte, ist noch unklar.

Bei Salzburg-Mitte verließ er schließlich die Westautobahn und raste durch die Münchner Bundesstraße in Richtung Freilassing davon. Auch hier konnte ihn einige Streifenbesatzungen nicht aufhalten, zwischen Freilassing und Saaldorf-Surheim soll der Lenker dann auch ein Polizeiauto beschädigt haben, er konnte jedoch seine Fahrt fortsetzen.

Zur Stunde läuft die Fahndung nach Fahrzeug und Lenker nach wie vor, über die Nationalität schweigt sich die jetzt zuständige Polizei in Rosenheim noch aus, dass Kennzeichen am Auto soll zumindest kein deutsches oder österreichisches sein.

hud

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