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Grenzenlose „Grüne“-Front gegen Europark in Salzburg

Einkaufszentrum will Lager- zu Verkaufsflächen umwandeln - Spar-Konzern: „Nicht nachvollziehbar“

Die Spar-Zentrale (links im Bild) will im Europark rund 14.000 m² Lagerflächen zu Verkaufsflächen umwandeln, nur im westlichen Bereich (im Bild grün) soll der jetzige, kleine Parkplatz neu als Verkaufsfläche für Saturn dienen.
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Die Spar-Zentrale (links im Bild) will im Europark rund 14.000 m² Lagerflächen zu Verkaufsflächen umwandeln, nur im westlichen Bereich (im Bild grün) soll der jetzige, kleine Parkplatz neu als Verkaufsfläche für Saturn dienen.

Rund 14.000 Quadratmeter, die bisher hinter den Verkaufsräumen als Lager genutzt werden will Spar als Betreiber des Europarks zu Verkaufsflächen machen, seit zehn Jahren schon.

Salzburg/Laufen/Freilassing - Gutachten und die Grünen in der Landesregierung haben dies bisher verhindert, jetzt versucht es Spar erneut, doch die Grünen bleiben bei ihrem Nein, unterstützt auch von den Grünen im Berchtesgadener Land. „Der Einzelhandel in unseren Kommunen ist durch die Corona-Pandemie schwer getroffen“, schreibt Bartl Wimmer von den BGL-Grünen an die Salzburger Landesregierung, es bestehe durch hohe Umsatzzuwächse des Online-Handels die hohe Gefahr, dass weitere Geschäftsinhaber aufgeben. Noch mehr Verkaufsflächen im Europark würden den Innenstädten von Laufen, Freilassing und Bad Reichenhall zusätzlich schaden. 

Der wachsende Online-Handel war schon vor Corona auch das Argument für die vom Europark geforderte Erweiterung. Die BGL-Grünen befürchten durch einen noch größeren Europark noch mehr Kaufkraft-Abfluss in Richtung Salzburg, denn schon jetzt kaufen Salzburger zum Beispiel in Freilassing hauptsächlich billige Lebensmittel und Hygieneartikel, während Bayern in Salzburg in der Regel höherwertige und damit teurere Artikel kaufen.

Die letzte, zur Verfügung stehende Studie aus dem Jahr 2015 zeigte, dass Bayern rund 77 Millionen Euro mehr in Salzburg ausgegeben als Österreicher im Berchtesgadener Land. Noch größere Verkaufsflächen im Europark, als auch in Wals-Siezenheim im ehemaligen Baumax würden die jetzt gestarteten Aktionen zur Belebung der Innenstädte auch im Berchtesgadener Land zunichtemachen. 

300 neue Arbeitsplätze?

Das Europark-Centermanagement, aber auch der ÖVP-Teil der Landesregierung, sowie die SPÖ behaupten, dass eine Erweiterung rund 300 neue Arbeitsplätze brächte, während ein weiteres Nein einen Personalabbau nach sich ziehen könnte. „Dieses Argument weisen wir zurück, es werden vielmehr weitere Arbeitsplätze in unseren Innenstädten wegfallen“, so Bartl Wimmer von den BGL-Grünen. 

Die Grünen in der Salzburger Landesregierung stemmten sich schon unter Landesrätin Astrid Rössler gegen den „Flächen-Ausbau“, Nachfolger Heinrich Schellhorn will jetzt trotz neuer Gutachten dabei bleiben, „die Gutachten sind aus 2019, also vor Corona, die sind überholt“. Man wolle keine Verödung der kleinen Ortszentren wie sie in zahlreichen Gegenden in Österreich schon zu sehen wären.

„In den letzten Jahren wurden immer mehr kleine Geschäfte zugunsten der Großfläche verdrängt“, sagt auch Josef Scheinast, Wirtschaftssprecher der Grünen in Salzburg. Der Kaufkraftabfluss wäre enorm, „das ist Umsatz, der den kleinen Geschäften in Salzburgs Ortszentren fehlen wird - und das obwohl sie ohnehin schon durch die Krise stark gebeutelt sind“. 

SPÖ in Salzburg ist „entsetzt“ über das Nein aus der Landesregierung

Da die Landesregierung nur einstimmig über die Ausbaupläne entscheiden kann, führt das Nein der Grünen zu einem weiteren Aufschub, der zuständige ÖVP-Landesrat will die Europark-Erweiterungspläne 2023 nach der nächsten Landtagswahl dann zu einer Art Koalitionsbedingung machen, obwohl auch die Wirtschaftskammer sich dagegen ausgesprochen hat. 

Die SPÖ in der Stadt Salzburg zeigt sich „entsetzt über den Erweiterungsstopp“ und meint, „mit der Erweiterung wären 300 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, ohne, dass weitere Flächen versiegelt werden müssen“. 300 Menschen hätten die Chance auf einen Job gehabt. „Dass dies jetzt nicht so ist, muss die Schwarz-grün-pinke Landesregierung jetzt gegenüber den Menschen, die diesen Job erhalte hätten, alleine verantworten“. so Andrea Brandner von der SPÖ in der Stadt Salzburg. 

Der Spar-Konzern zeigt sich in einer kurzen Stellungnahme nach außen hin gelassen, der Rechtsstaat gebe die nächsten Schritte vor, der zuständige Landesrat werden nun alle Einwendungen – auch aus dem Berchtesgadener Land - zusammenfassen und dem Landeshauptmann einen Amtsbericht vorlegen. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, wie man bereits gegen etwas sein kann, wofür es noch keine amtlich verfasste Grundlage gibt“, heißt es in der Spar-Stellungnahme. 

Der Europark in Salzburg-Taxham hat nach seiner baulichen Erweiterung 2005 eine Verkaufsfläche von 50.700 m², mit Ikea sind es 70.000 m². In den 130 Shops arbeiten rund 2000 Mitarbeiter, darunter auch viele aus dem bayerischen Grenzgebiet. Pro Jahr kommen über 10 Millionen Kunden, wobei es auch im Europark immer wieder Shops gibt die aufgeben und anderen, meist Filialisten Platz machen. 

hud

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