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 „Das Herz Europas schlägt derzeit in Kiew“ 

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Von: Michael Hudelist

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Salzburg demonstriert gegen Putins Krieg
Demo gegen Russlands Angriffskrieg am Kajetanerplatz in Salzburg. © hud

Am 10. Tag des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben auch in Salzburg erneut mehrere hundert Teilnehmer gegen Putin und seine Diktatur demonstriert.

Salzburg - „Putin fühlt sich natürlich nicht von der Ukraine oder der NATO bedroht sondern von den Demokratien in diesen Ländern“, so der ukrainische Honorarkonsul in Salzburg, Martin Panosch. Viele Russen und selbst russische Soldaten in der Ukraine wüssten nicht was vor sich geht, „viele Soldaten meinen immer noch sie sind in einem Manöver“

Von der St. Markus Kirche, der Pfarrei der Ukrainisch-Katholischen Kirche in Salzburg zogen nach Polizeiangaben rund 900 Teilnehmer mit Flaggen, Spruchbändern und Transparenten der Salzach entlang zum Kajetanerplatz. Bei der dortigen Kundgebung sprach unter anderem der ukrainische Honorarkonsul, der ehemalige Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, Martin Panosch.

Kiew sei näher an Wien als Vorarlberg, wenn man einen Kreis um Wien ziehe, „wir haben auch österreichische Wurzeln in der Ukraine, denn der Westen der Ukraine gehörte bis zum Ersten Weltkrieg den Habsburgern“. Demonstrationen wie in Salzburg würden auf der ganzen Welt zeigen, dass alle diesen Angriffskrieg Russlands verurteilen. „Alle Bilder, also auch was auf Social Media wie Facebook gezeigt und geteilt wird, sehen auch die Menschen in der Ukraine“. Immer wieder applaudierten die Teilnehmer dem Konsul, der schloss mit den Worten: „Das Herz Europas schlägt derzeit nicht in Brüssel, das Herz Europas schläft derzeit in Kiew“.

Ein Ukrainer berichtete von der aktuellen Situation in seiner Heimat, „die Bevölkerung steht wie ein Schild gegen die russische Besatzung, wir kämpfen auch für Europa“.


Eine junge Russin, die in Salzburg studiert, tat das, was sie in ihrem Land nicht dürfte, ohne Angst vor einer Verhaftung haben zu müssen: sie demonstrierte gegen Putin. „In meinem Land sind bereits tausende Menschen festgenommen worden, weil sie friedlich gegen diesen Angriffskrieg demonstrierten“. Sie liebe die Ukrainer und sei absolut gegen diesen Brügerkrieg, „Putin ist ein Mörder, ein Massenmörder, stoppen Sie das Blutbad sofort“.

Flüchtlinge erhalten eine Grundversorgung

Noch gibt es keine exakten Zahlen, wie viele Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bereits in Salzburg sind, das liegt auch daran, dass sie legal und ohne Visum einreisen dürfen und sich nur dann bei staatlichen Stellen oder der Caritas melden, wenn sie nicht bei Freunden oder Bekannten unterkommen.

„Wenn Ukrainer staatliche Hilfe brauchen, dann bekommen sie die sogenannte Grundversorgung“, so Gerlinde Hörl von der Caritas. Das sind neben einer Unterkunft 45,50 Euro pro Person pro Woche, das ist auch der Regelsatz, den Asylbewerber bekommen, wenn sie in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen. Das Land suche nach wie vor Privatquartiere, ab nächster Woche werde für eine erwartete, größere Zahl an Vertriebenen ein Ankunfts-Center in der Halle 4 des Messezentrums zur Verfügung stehen.

hud

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