Verein S-Bahn Salzburg zeigt Alternativen auf

Kann die drohende Pendlermaut noch abgewendet werden?

Salzburg - Die Pendlermaut bahnt sich ihren Weg durch die Ämter der Mozartstadt. Doch noch wurde der Beschluss des Stadtsenats nicht abgesegnet.

Rund 60.000 Pendler, die täglich in die Stadt Salzburg einströmen, müssen für das Scheitern der Verkehrspolitik der Stadt als Sündenböcke herhalten. Diese 60.000 Pendler produzieren einen größeren Anteil am Steueraufkommen der Stadt. Nun hat sich die Stadtpolitik verkehrspolitisch selbstverschuldet in eine Sackgasse manövriert, indem sie den Bericht eines „Stadtbahnbeauftragten“ in Auftrag gegeben hat und das Ergebnis nun die Stadt lähmt. Das Projekt Regionalstadtbahn mit Innen­stadttunnel wurde abgewürgt

Da es aber keine Alternative dazu gibt, müssen nun, möglicherweise aus wahlkampftaktischen Grün­den, die Pendler als Feinbilder herhalten, die nun mit Parkgebühren „bestraft“ wer­den sollen. Das zeigt nur die Ziel- und Planlosigkeit der Stadtpolitik auf, wie es so et­was vor 30 Jahren schon einmal gegeben hat.

Alternative: Regionalstadtbahn mit Innenstadttunnel

Da so eine Pendlerabzocke nur mit einem Landesgesetz geregelt werden kann, musste vor 30 Jahren dieses Gesetz im Salzburger Landtag beschlossen werden. Die UPI, die unabhängige Pendlerinitiative, der damaligen FPÖ-Landtagsab­geor­d­ne­­ten Iris Schludermann konnte dieses Landesgesetz verhindern, indem sie die Alternativen dazu aufzeigte. 

Diese Alternativen hießen damals Verkehrsverbund, S-Bahn und Lokalbahnverlängerung. Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Arno Gastei­ger, damals noch Landesrat, griff diese Ideen auf und setzte sie tatkräftig um. Reali­siert wurden in der Folge die S-Bahn mit dem Ast nach Freilassing, der Verkehrsver­bund und der unterirdische Lokalbahnhof. Damit wurde damals die Pendler-Park-Ab­zoc­ke überflüssig, weil die Alternativen dazu wesentlich wirkungsvoller sind. 

Von den heute 60.000 Pendlern benützen glücklicherweise sehr viele bereits die Bahn für ihre 120.000 täglichen Fahrten (hin und retour). Eine flächendeckende Parkraum­bewirtschaftung macht erst Sinn, wenn die Regionalstadtbahn mit Innen­stadttunnel Realität ist. Dazu muss die Stadtpolitik nur den Bericht des Stadtbahnbe­auftragten in den Papierkorb werfen, die Ärmel hochkrempeln und die Regionalstadt­bahn mit Innenstadttunnel bauen. Dann kann man auch das unerträgliche „Feindbild Pendler“ wieder abbauen!

Pressemitteilung Verein S-Bahn Salzburg

Rubriklistenbild: © picture alliance / Julian Strate

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