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Gemeinderat Salzburg: Bei 30 Grad ist Schluss

Kein Hitzefrei für Fiaker-Pferde: Fiaker wollen bis 35 Grad noch fahren

Fiaker in Salzburg
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Ab 30 Grad sollten Fiaker-Pferde nach Hause auf die Koppl fahren, so sieht es ein Gemeinderatsbeschluss vor, der allerdings für die Fiaker nicht bindend ist. Sie wollen weiterfahren, bis 35 Grad.

Der Gemeinderat hatte im Dezember 2020 im Gegenzug für Covid-Hilfen einstimmig beschlossen, dass Fiaker-Pferde im Sommer ab 30 Grad Hitzefrei haben sollen.

Salzburg - Den Pferden wäre das vermutlich recht, alleine die Fiaker müssen und wollen sich nicht an diesen Beschluss halten, sie nehmen sich die Wiener Kutscher zum Vorbild, die bis 35 Grad durch die Gassen fahren. „Die Grünen wollen uns Fiaker ganz aus der Stadt verbannen und verbünden sich mit Tierschützern“, sagt Fiaker-Sprecher Franz Winter. Dem widerspricht Grünen-Gemeinderat Bernhard Carl nicht, er ist wütend, dass die Fiaker dem Gemeinderat die kalte Schulter zeigen und stellt ihnen die Rute ins Fenster: „Wenn ihnen jetzt Gemeinderatsbeschlüsse so egal sind, wird sich das vielleicht auf die nächsten Standplatz-Verlängerungen auswirken“. 

Jahrelang ist Grünen-Gemeinderat Bernhard Carl schon ein Dorn im Auge, wenn Pferdegespanne bei brütender Hitze vom Residenzplatz aus über den Kai Touristen durch die Stadt kutschierten. Im Dezember fasste der Gemeinderat einstimmig dann tatsächlich den Beschluss, dass Fiaker-Pferden ab einer Temperatur von 30 Grad – gemessen am Residenzplatz – Hitzefrei zu geben ist, also keine Stadtrundfahrten mehr. 

Nun stellt der Sprecher der Salzburger Fiaker, Franz Winter, klar, dass die fünf noch bestehenden Kutschen-Unternehmen in der Stadt nicht bereit sind sich an den Beschluss des Salzburger Gemeinderats zu halten. „Wir haben uns freiwillig an die Linie der Wiener Fiaker angepasst und machen bei 35 Grad Schluss, aber da ist ohnehin kein Tourist mehr in der Stadt, in Wirklichkeit fahren wir oft auch schon bei 32, 33 Grad nach Hause“. Bürgerlisten-Gemeinderat Carl habe sich mit dem ‚Verein gegen Tierfabriken‘ zusammengetan und wolle die Fiaker ganz aus der Stadt verbannen, was dieser auch nicht bestreitet. „Wenn wir auf die 30 Grad eingehen, was kommt als Nächstes? 25 Grad, 20 Grad, im Winter nur mehr ab 10 Grad?“ Nach Winters Meinung gibt es ohnehin kein einziges Gesetz, weder im Bund, noch im Land, das vorschreibt, bis zu welcher Temperatur Tiere und damit auch Pferde in der Stadt arbeiten dürften. „Wenn man das rechtlich klären würde, würden wahrscheinlich auch die 35 Grad in Wien fallen“. 

„Pferde sind wie unsere Kinder, es soll ihnen gut gehen“

Sein Unternehmen in der Moosstraße habe sechs Pferde pro Kutsche, „das heißt zwei Pferde haben einen Tag Dienst und dann wieder zwei Tage frei“. Außerdem sei der Standplatz in der Stadt am Residenzplatz zur Gänze im Schatten, „unsere Pferde sind wie unsere Kinder, warum soll es ihnen schlecht gehen“, auch Reiter seien mit ihren Pferden bei Hitze unterwegs. Carl entgegnet, wenn die Pferde Stehen sei die Temperatur nicht das Problem, aber wenn sie auf den heißen Asphaltstraßen unterwegs sind dann würden Temperaturen bis zu 50 Grad erreicht. Er kenne auch keine Reiter, die in der heißen Mittagszeit mit ihren Pferden auf Beton und Asphalt reiten. 

Auch wenn derzeit noch wenige Stadttouristen in Salzburg sind hofft Fiaker-Sprecher, dass es wieder aufwärts geht, „ein paar Deutsche sind unter der Woche schon da und im Sommer kommen ja auch die Gäste vom Land gerne auf einen Tagesausflug in die Stadt“. In der Stadt gibt es derzeit noch fünf Unternehmen mit 14 Kutschen, die in der Regel jeweils vier bis fünf Fahrgäste kutschieren. 

Zwei Tierärzte – zwei Meinungen

Grünen-Gemeinderat Carl denkt indes weiter laut über das Ende der Fiaker in der Stadt nach, „vielleicht sollte man über finanzielle Ausstiegshilfen nachdenken“. Dass es keine gesetzlichen Vorgaben mit Temperaturangaben gibt bestätigt auch Carl, allerdings gebe es schon gesetzliche Regelungen, die das Tierwohl betreffen, „nur da gibt es zugegebenermaßen unterschiedliche Bewertungen von Tierärzten“.

hud

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