Die Zahlen zu Kriminalitätsentwicklung 2016

Plus 9,2 Prozent: Kriminalität in Salzburg gestiegen

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Salzburg - Salzburgs Polizei hat am Montag die Kriminalstatistik für 2016 vorgelegt. Diese weist mit 33.168 Anzeigen ein markantes Plus von 9,2 Prozent oder 2.802 Delikten gegenüber 2015 aus. Damit liegt man aber noch deutlich unter dem Höchststand von 36.100 Anzeigen im Jahr 2007.

Die Gesamtkriminalität ist im Bundesland Salzburg zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um +9,2 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Anstieg von +2.802 Delikten. Zeitgleich sind die geklärten Delikte gegenüber dem Vorjahr um +15,1 Prozent gestiegen. Das heißt in absoluten Zahlen, dass +2.106 Delikte mehr geklärt wurden. Im Zehn-Jahres-Vergleich bedeutet das den höchsten Wert. Der Anteil ausländischer Straftäter ist seit dem Jahr 2012 mit 33 Prozent bis zum vergangenen Jahr 2016 auf 42,6 Prozent gestiegen.

Bevölkerung soll stärker eingebunden werden

Der Anstieg der Anzeigen ist vor allem bei den niederschwelligen Delikten beispielsweise im Bereich des Salzburger Hauptbahnhofes zu finden. 2017 steht die Bekämpfung der Eigentums- und der Internetkriminalität im Mittelpunkt. Innenminister Wolfgang Sobotka kündigt weitere Personal- und Investitionsoffensiven an und möchte auch die Bevölkerung verstärkt in sicherheitspolitische Fragen einbinden. 

Österreich ist eines der sichersten Länder weltweit. Damit das so bleibt, werden wir 2017 mehr als 1.500 neue Polizistinnen und Polizisten in Dienst stellen und über 110 Millionen Euro in die Ausrüstung der Mannschaft stecken. Wir müssen aber auch die Bevölkerung in sicherheitspolitischen Fragen stärker miteinbinden, um das Sicherheitsvertrauen der Österreicherinnen und Österreicher zu stärken. Es braucht eine Gesellschaft des Hinsehens, nicht Wegschauens“, so Innenminister Wolfgang Sobotka.

Entwicklung der "Big Five"

Bei Einbruchsdiebstählen in Wohnräume gab es im Jahr 2016 eine Steigerung um 9,5 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das um 60 angezeigte Einbrüche mehr. Im Jahr 2015 wurden 633 Anzeigen registriert. 

Wenn man den Bereich der Einbruchsdiebstähle betreffend Wohnräume aufgliedert, zeigt sich, dass es zwar einen Anstieg bei Einbrüchen in Wohnungen von 46,2 Prozent gegeben hat. Das bedeutet in absoluten Zahlen um 114 Anzeigen mehr. Im Jahr 2015 wurden 247 Anzeigen aufgenommen. 

Hingegen ist aber ein Rückgang bei Wohnhauseinbrüchen von minus 14 Prozent zu verzeichnen. Wurden im Jahr 2015 386 Anzeigen gezählt, so waren es im Jahr 2016 332 Einbrüche. 

Bei Firmen- und Geschäftseinbrüchen ist ein Rückgang von 3,9 Prozent zu verzeichnen. Von 909 Anzeigen im Jahr 2015 wurden im Vergleichsjahr 2016 35 Anzeigen weniger erstattet. Verantwortlich für den Anstieg waren Großteils internationale mobile und ausländische Tätergruppen sowie ethnische Minderheiten. Die verschiedensten Tätergruppen sind sowohl im Inland als auch im benachbarten Ausland tätig.

Mehr Autodiebstähle

157 Kfz-Diebstähle wurden im Jahr 2016 angezeigt. Das bedeutet um 20 Anzeigen mehr als im Jahr zuvor und somit eine Steigerung um 14,6 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Anstieg der Einbruchskriminalität lässt sich auch die Steigerung bei Kfz-Diebstählen erklären. Mobile Tätergruppen verübten vielfach auch Fahrzeugdiebstähle. Beispielsweise wurden in einem aktuell noch laufenden Ermittlungsverfahren 26 gestohlene Fahrzeuge sichergestellt und bereits wieder an die Geschädigten ausgefolgt.

Mehr Gewaltdelikte, Cybercrime und Wirtschaftskriminalität

Bei den angezeigten Gewaltdelikten gab es eine Steigerung um 10,1 Prozent. Wurden im Jahr 2015 noch 2.513 Fälle angezeigt, so waren es im Vorjahr 2.767 Gewaltdelikte. 83,6 Prozent konnten geklärt werden, was eine Steigerung um knapp drei Prozentpunkte bedeutet.

Im Bereich Cybercrime sind die angezeigten Fälle von 522 im Jahr 2015 auf 632 gestiegen. Dies bedeutet eine Steigerung um 21,1 Prozent. Die Aufklärungsquote ist hier um 7,6 Prozentpunkte auf 35,9 Prozent gesunken.

Auch bei den angezeigten Delikten im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurde 2016 eine Steigerung um 18,9 Prozent oder in absoluten Zahlen um 499 Anzeigen mehr verzeichnet. So waren es im vergangenen Jahr 3.141 Anzeigen. Die Aufklärungsquote ging um knapp einen Prozentpunkt auf 62,1 Prozent zurück. In erster Linie waren hier Betrugs- und Urkundendelikte, aber auch Seriendelikte wie z.B. Anlagebetrügereien mit teilweise mehreren hundert Geschädigten zu verzeichnen.

Ermittlungserfolge und mehr Prävention

Gleich zu Jahresbeginn gab es eine Serie von insgesamt neun bewaffneten Raubüberfällen auf Tankstellen und Taxilenker. In diesem Zusammenhang nahm eine temporäre Ermittlungsgruppe acht Personen fest. Gegen Jahresende kam es zu zwei Tankstellenüberfällen, begangen von einem Täter. Er konnte festgenommen werden. Im Jahr 2016 wurde kein Raubüberfall auf Banken oder Geldinstitute verübt. 

Mit Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit wurde auf vermehrte Angriffe auf Computersysteme durch Schadsoftware reagiert. Landesweite und regionale Schwerpunkte bezüglich Wohnraumeinbrüche und organisierter Einbrüche in Wohnmobile entlang der Autobahnen A 10 und A 1 wurden durchgeführt und erfolgreich umgesetzt. Zielführend dafür waren in vielen Fällen Hausbefragungen. 

Überdies konnten im Bereich der Eigentumskriminalität durch verstärkte Vernetzung mit regionalen und überregionalen Dienststellen vor allem bosnische Tätergruppen ausgeforscht werden. Alle 14 Wohnmobil-Einbrüche entlang der A10 konnten in Kooperation mit anderen Bundesländern und der bayerischen Polizei geklärt und die Täter festgenommen werden.

Bekämpfung der Eigentumskriminalität weiter verstärken 

Für 2017 wird die Bekämpfung der Eigentumskriminalität weiter verstärkt. Dazu wird die internationale Zusammenarbeit vor allem mit Deutschland und auch Bosnien forciert. Razzien, verstärkte Personenkontrollen mit Sicherungen von Fingerabdrücken und Mundhöhlenabstrichen sollen zum Erfolg beitragen. Bereits im Jahr 2016 wurden in der Stadt Salzburg die Polizeiinspektionen Rathaus und Bahnhof mit den notwendigen technischen Mitteln zur erkennungsdienstlichen Behandlung ausgestattet. Im Bereich Cybercrime wird das Augenmerk vermehrt auf die Bekämpfung von Suchtmittelhandel via Internet und von Schadsoftware gelegt.

Herausforderungen 2016

In der Stadt Salzburg kam es zu einem massiven Anstieg der Kriminalität. Erstmalig übersteigt die Summe aller in der Landeshauptstadt angezeigten Fälle die Summe aller Anzeigen in den fünf Bezirken zusammen. In der Landeshauptstadt wurden 1.128 Fälle mehr angezeigt, als die Summe der Anzeigen aller fünf Bezirke gemeinsam. 

Migrationswelle hat deutlichen Einfluss

Wenn man die an Straftaten beteiligten Nationalitäten betrachtet ist deutlich zu erkennen, dass die Migrationswelle 2015 eine deutliche Auswirkung für den Anstieg der Kriminalität in der Landeshauptstadt hat. Eine der größten Herausforderung des vergangenen Jahres war der starke Anstieg der sogenannten niederschwelligen Delikte, insbesondere Suchtmittelhandel, Eigentumsdelikte und Gewaltdelikte, im Hotspot-Bereich Salzburger Hauptbahnhof. Allein bei der Tatbeteiligung von Personen aus Marokko ist ein Anstieg von + 295,1 Prozent von 2015 auf 2016 zu verzeichnen.

Erhöhung des Personals in der Landeshauptstadt

Hier wurde seitens der Landespolizeidirektion Salzburg rasch reagiert und bereits im Februar 2016 in der Stadt Salzburg, die Polizeipräsenz, sowohl mit zivilen als auch uniformierten Beamten, stark erhöht und so auf die niederschwelligen Massendelikte im Bahnhofsbereich reagiert

Durch ein Maßnahmenpaket, bestehend aus der Zuführung von Personal an den Hot-Spots, wie dem Salzburger Bahnhof aber auch in der Innenstadt, wurde eine Frequenzerhöhung der Streifentätigkeit erwirkt. Durch die Bündelung sämtlicher Einheiten der Polizei aus dem gesamten Bundesland, wie der AGM-Schengenfahndung, der Diensthundestaffel, der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) und bereits ab Februar 2016 mit dem Einsatz der Einsatzeinheit wurde der Fahndungs- und Kontrolldruck massiv erhöht.

Es zeigt Wirkung

Im Lehener Park, in der Stadt Salzburg, wurde durch ein Platzverbot eine enorme Kriminalitätsreduzierung bewirkt. Im Jahr 2015 war vor Ort ein Mord verübt worden, wobei das Opfer türkischer Staatsangehöriger war und der Täter aus Afghanistan stammte. Im Park gab es eine offene Szene im Suchtmittelbereich, welche durch die ergriffenen Maßnahmen und erhöhten polizeilichen Kontrollen zerschlagen werden konnte. 

Allein im Februar 2017 führten intensive Kontrollen der AGM-Schengenfahnder im Bereich Salzburger Bahnhof dazu, dass beispielsweise 

• 18 illegal in Salzburg aufhältige Personen festgenommen und in das Polizeianhaltezentrum überstellt wurden, 

• 32 Personen wegen rechtswidrigem Aufenthalt angezeigt wurden, 

• 27 Personen angehalten wurden, welche von inländischen Gerichten zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben waren, 

• 4 Personen angehalten wurden, welche von ausländischen Gerichten zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben waren, 

• 7 Haft- und Vorführbefehle inländischer Gerichte vollstreckt wurden, 

• 2 verfälschte Reisedokumente sichergestellt wurden, 

• 2 Festnahmen wegen anderer Verwaltungsdelikte durchgeführt wurden, 

• 20 Anzeigen wegen Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz erstattet werden (Konsumenten und Kleindealer) wobei Marihuana und Kokain sichergestellt wurden.

75 zusätzliche Bedienstete für den Außendienst in Salzburg sorgen für Trendumkehr

Jene 75 Männer und Frauen, die in einer verkürzten sechsmonatigen Ausbildung für den fahndungsgrenz- und fremdenpolizeilichen Dienst aufgenommen wurden, haben in den letzten drei Monaten gestaffelt ihren Außendienst in der Stadt Salzburg angetreten. Der starke Anstieg der sogenannten Massendelikte im Bereich Salzburger Hauptbahnhof konnte in der zweiten Jahreshälfte 2016 durch die operativen Maßnahmen eingedämmt werden. Die nachstehende Graphik bis zum Februar 2017 zeigt, dass die Zahl der Straftaten durch ausländische Täter in den letzten drei Monaten stark zurückging.

Das Personal

Der Personalstand der Salzburger Polizei ist derzeit der höchste seit vielen Jahren. Mit März 2017 sind 1.638 Polizistinnen und Polizisten bei uns beschäftigt. Unter Berücksichtigung von Abwesenheiten, wie Karenzurlauben oder Dienstzuteilungen sowie Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen, ergibt das 1.605,8 Vollbeschäftigungsäquivalente (VbÄ). Davon befinden sich 121 Frauen und Männer in der polizeilichen Ausbildung. 45 werden noch in der zweiten Jahreshälfte ihren Außendienst antreten. Zusätzlich werden noch in diesem Jahr 100 Frauen und Männer neu in die Polizei aufgenommen. Darüber hinaus rechnen wir im laufenden Jahr mit 50 Abgängen.

Die Ressourcen

Nach der Erhöhung des Budgets des Innenministeriums, wurde auch das der Landespolizeidirektion Salzburg aufgestockt. Mit diesen finanziellen Mitteln wurde beispielsweise die Neuausstattung der Videoüberwachung am Südtiroler Platz zur Bekämpfung der Kriminalität investiert.

Pressemeldung Landespolizeidirektion Salzburg

Rubriklistenbild: © dpa

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