Nach schlimmer Tragödie in Salzburg

Perla (4) tot: Pfarrei übernimmt Beerdigungskosten

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Die vierjährige Perla wird am Montag beigesetzt, sie kam am Sonntag vor der Kirche in Gneis bei einem tragischen Autounfall ums Leben.
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Salzburg - Auch fünf Tage nach dem tragischen Unfall vor der Pfarrkirche Gneis am 25. August und dem Tod der 4-jährigen Perla beherrscht die Diskussion um den 90-jährigen Unfalllenker die Öffentlichkeit.

Sein Anwalt sagt, der Fahrer sei derzeit psychisch schwer angeschlagen und deshalb nicht vernehmungsfähig, das Geschehene täte im „unendlich leid“. Unterdessen tauchen Fotos aus dem Inneren des Unfallwagens auf, darauf sind viele aufgeklebte Beschriftungen an den Bedienungsknöpfen zu sehen, zum Beispiel „Kalt Fahrer Warm“. Bekannt wurde jetzt auch, dass die Pfarrei die Bestattungskosten für das vierjährige Kind der syrischen Flüchtlingsfamilie übernimmt. Die Verabschiedung und die Beerdigung des kleinen Mädchens werden am Montag, 2. September, sein.

Hier am Kirchplatz passierte am Sonntag nach dem Gottesdienst das Unglück, als der Fahrer seinen Wagen von links hinten nach rechts vorne lenkte und dabei das Kind und eine 45-jährige Frau erfasste.

Die Pfarrei Gneis am Fuße des Untersbergs ist nach wie vor in einer Art Schockstarre, Blumen und Kerzen vor dem großen Eingangstor der Kirche werden immer mehr, neben zahlreichen Plüschtieren auch ein Bild der vierjährigen Perla. Immer wieder kommen auch Mütter mit Kleinkindern, gegenüber der Kirche ist ein Kindergarten. Dort hätte Perla in wenigen Wochen einen festen Platz gehabt.

Die Pfarrei hat inzwischen eine Spendenaktion „zur Unterstützung“ der Familie eingerichtet, die Kontonummer ist auf der Website der Pfarrei Gneis zu sehen: www.pfarre-gneis.at . Die Bestattungskosten übernehme die Pfarrei, das sagte die Pastoralassistentin, die zusammen mit anderen Kirchgängern am Sonntag nach der Messe das Unglück als Augenzeugin gesehen hat.

Dem zweiten Opfer, einer 45-jährigen Ärztin und vierfache Mutter geht es mittlerweile besser, sie ist aber nach wie vor im Uniklinikum.

Autocockpit mit Merkzettel

Unterdessen hat der Kfz-Sachverständige Gerhard Kronreif mit der Untersuchung des Unfallwagens und der Rekonstruktion des Unfallhergangs im Auftrag der Staatsanwaltschaft begonnen, eine Erstanalyse wird in rund zwei Wochen vorliegen, „der Auftrag wird jetzt natürlich vorrangig behandelt“, so Kronreif.

Dann wird die Staatsanwaltschaft über die weitere Vorgehensweise entscheiden, ermittelt wird derzeit wegen Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und Körperverletzung. Das Gutachten des Sachverständigen wird zeigen, ob tatsächlich ein technisches Versagen des Autos die Unfallursache war, wie vom Sohn des 90-jährigen Unfalllenkers noch am Sonntag gegenüber einer Zeitungsredaktion behauptet.

Die Pfarre Gneis bittet unterdessen um Spenden, um die syrische Familie finanziell unterstützen zu können, die Nummer ist auch auf der Website der Pfarre www.pfarre-gneis.at zu finden.

Auf öffentlichen Unfallfotos ist zu sehen, dass der Wagen mit einem Notbremsassistenten ausgestattet ist, „so ein Assistent ist mittlerweile in vielen Autos eingebaut, hier bremst das Fahrzeug automatisch wenn es einem Hindernis zu nahe kommt“. Bereits am Sonntag ist Passanten am Unfallort beim Blick in das Unfallauto aufgefallen, dass im Cockpit fast jeder Bedienknopf mit einem weißen Aufkleber versehen ist, wie sie spezielle Beschriftungsgeräte zum Beispiel für Aktenordner auswerfen.

Darauf ist zum Beispiel „Beifahrer Kalt Warm“ oder „Ventilator Plus Minus“ zu lesen. Untersuchen wird der Gutachter auch den Unfallort, der große Platz vor der Kirche war ursprünglich einmal zur Gänze mit Stahlpfosten abgesperrt, von der Hauptstraße kommend sind allerdings irgendwann die ersten fünf Pfosten abgesägt worden, um das Parken auf dem großen Platz offensichtlich zu ermöglich.

hud

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