Vorstellung des neuen Bullen-Dompteurs – Fränky Schiemer kehrt zurück

Jesse Marsch möchte nicht gegen Leipzig spielen

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Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund (links) begrüßte den neuen Bullen-Coach Jesse Marsch diese Woche in der Mozartstadt, die er ihm tags zuvor bereits gezeigt hatte. Den offiziellen Medientermin gab es schließlich im Stadion.

Salzburg - Wenn er den Raum betritt, muss man ihn schon mögen, meint Leipzig-Spieler und Ex-Salzburg-Profi Stefan Ilsanker. Bei seiner offiziellen Vorstellung in der Red Bull-Arena in dieser Woche war es nicht anders:

Jesse Marsch, US-Amerikaner, zuletzt Co.-Trainer von Ralf Rangnick bei RBL, brachte sofort eine besondere Aura in den Pressekonferenz-Raum des österreichischen Meisters. Und dann nimmt er der versammelten Medienschar in bestem Deutsch gleich eine latent geäußerte Sorge: „Nein, es ist nicht meine Absicht, hier alles zu verändern“.

Der 45-Jährige, erster Bullen-Dompteur, der einen Dreijahres-Vertrag erhielt, stellt sich eine gesunde Kombination aus Vergangenem und Künftigem vor – sowohl im Taktikverständnis als auch personell auf dem Rasen. Marsch nennt als Gerüst und Unterstützung für die vielen Jungen die Erfahrenen beim Namen: Alex Walke, Zlatko Junuzovic, Stefan Lainer und André Ramalho. In der Keeper-Frage legt er sich jedoch fast schon fest. „Cican Stankovic ist ein Top-Top-Torhüter, Alex Walke ist ein Top-Torhüter“. Und noch eine „Personalie“ ist für den ehemaligen Mittelfeldspieler klar: „Andi Ulmer bleibt Kapitän. Er ist großartig, warum sollte ich das ändern?“

Die Schwere seiner Aufgabe, auf die er sich „enorm freut“ und es „kaum erwarten“ kann, bis es losgeht, ist Jesse Marsch bewusst: „Es wird nicht leicht, nach Marco Rose, er war schon sehr gut“, verneigt er sich respektvoll. Der Druck sei enorm, aber das sei er in diesem Geschäft schließlich immer – und verlieren nahezu verboten: „Druck ist aber durchaus fördernd. Schwierig wird eher, dieses enorme Talent-Angebot im Kader unter einen Hut zu bringen“, sagt der smarte Typ, der künftig ein „hungriges Rudel“ bändigen muss. Sein Team kennt er schon und bezeichnet die Spieler mehrfach „als sehr gute, außergewöhnliche Menschen, mit denen es sicher Spaß machen wird, zu arbeiten“.

Jesse Marsch schaut während des Pressegesprächs immer wieder mit strahlenden Augen in die Runde – seine Begeisterung für diesen Verein ist spürbar: „Was für ein toller Job“, fasst er sein Herzblut dann auch in Worte. Nur gegen RB Leipzig möchte er, nun ja in der Champions League, nicht spielen. Das interne Bullen-Duell ging schon in der letzten Europa League- Saison für ihn schief, als Leipzig in der Gruppenphase zweimal gegen Salzburg verlor. „Es gibt so viele andere schöne Gegner“.

Trainingsauftakt ist am 24. Juni (wir berichteten gestern). Mit im Trainerteam ist dann neben den da gebliebenen René Aufhauser und Herbert Ilsanker noch ein alter Bekannter: Publikumsliebling Fränky Schiemer kehrt an seine Wirkungsstätte zurück, an der er 159 Spiele bestritt. Der 33-Jährige fungiert künftig als einer der Co.-Trainer für Marsch. Der kann

es kaum erwarten bis es losgeht und „verfällt“ am Ende doch in seine Muttersprache: „I can‘t wait to get started“. Denn „Deutsch“, so sagt er, sei seine einzige Schwäche – das konnten die versammelten Journalisten und Fotografen jedoch nicht bestätigen.

bit

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