Premiere für Autokino am Flughafen-Vorfeld in Salzburg

Kuschelzone unter Corona-Bedingungen – „Große Nachfrage aus Bayern“

hud
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Salzburg - Ab Donnerstag (28. Mai) feiert eine bereits tote Institution ein Comeback, das Autokino. Die Location ist einmalig, dort, wo normalerweise Chartermaschinen landen und Touristen ausspucken werden ab Donnerstag-Abend bis zu 300 Autos stehen und die Insassen werden Klassiker wie „Grease“ oder „Le Mans 66“ sehen.

Die Tickets zum Preis von 32 Euro pro Auto gibt’s nur Online, den Ton zum Bild gibt’s via App direkt auf die Autolautsprecher. Initiatorin Elisabeth Fuchs hat 1,2 Millionen Euro in Technik und Personal investiert, „bis Ende August gibt es hier etwas einmaliges, und die Nachfrage aus Bayern ist schon sehr groß, wenn Mitte Juni die Einreise wieder möglich ist wollen viele zu uns kommen“.

300 Autos können parken

Die Einfahrt erfolgt hinter demTerminal 2 direkt auf das sonst streng gesicherte Vorfeld, dann können rund 300 Pkw auf den gekennzeichneten Plätzen parken, „first come, first serve, wobei wir größere Fahrzeuge oder Vans natürlich schon eher in den hinteren Reihen platzieren“, so Elisabeth Fuchs, die die Idee zum Autokino in Salzburg hatte. Das Auto wird dann während des Films „zur Kuschelzone“, man darf das Auto nur zum Gang auf eine Toilette verlassen, nicht aber zum Beispiel zum Rauchen.

Elisabeth Fuchs hörte von einem Autokino in Düsseldorf und war sich mit dem Flughafen schnell einige auch in Salzburg die einmalige Chance für ein Autokino zu nutzen.

Da man bei modernen Autos bei laufendem Motor oft das Licht nicht mehr ausschalten kann werden auch spezielle Abdeckungen für die Frontlichter ausgegeben. DieFilme selbst werden mit einem DCP-Projektor auf einen 128 m² großen Luft-Bildschirm projiziert, „die Filme beginnen dann, je nach Sonnenuntergang und Dunkelheit, zwischen 21 Uhr und 21.15 Uhr“, so Fuchs. Bei Regen läuft das Autokino weiter, nur bei Hagel oder schwerem Sturm würde die Vorführung abgebrochen, bei einem sonstigen Notfall müssten die Autos stehen bleiben und alle Insassen zu Fuß zu einem Sammelpunkt in einem Hangar.

Die Tickets kosten 32 Euro pro Fahrzeug, „am Donnerstag sind wegen der Corona-Bestimmungen noch vier Personen im Auto erlaubt, also nur zwei nebeneinander, ab Freitag werden die Corona-Regeln weiter gelockert, dann so viele Personen wie zugelassen. Das Filmprogramm steht jetzt bis einschließlich 7. Juni, „wir wollen natürlich auch sehen, was beim Publikum ankommt, wobei schon klar ist dass Filme wie Grease oder das Rennfahrer-Drama „Le Mans 66“ auf Dauer mehr Zuspruch finden werden wie ein Familienfilm“, aber Fuchs will bewusst auch österreichische Filme aufführen.

Bayern haben Sehnsucht nach Salzburg

„Vor allem aus Bayern merke ich schon reges Interesse am Autokino, sie wollen jetzt schon wissen welche Filme nach dem wahrscheinlichen Ende der Einreisebeschränkungen am 15. Juni laufen werden“, freut sich Fuchs. Ab dem 1. Juli dürfen auch „echte“ Kinos mit beschränkter Kapazität wieder öffnen“, daher wird es beim Autokino am Juli bis Ende August abwechselnd zu Kinofilmen auch Konzerte geben auf einer Bühne, die dann neben dem Airscreen stehen wird. „Wir wollen hier vor allem österreichischen Künstlern eine Plattform geben, aber durchaus auch bayerische Künstler, fix zugesagt haben zum Beispiel schon Quadro Nuevo, „die europäische Antwort auf den argentinischen Tango“, ein Ensemble aus dem Raum München und Chiemgau, dass sich aber in Salzburg auf einem Parkplatz kennenlernte.

Die Kosten für Technik und Personal in Höhe von 1,2 Millionen Euro trägt Fuchs nach eigenen Angaben als Einzelunternehmerin alleine, die Dirigentin und Musikvermittlerin hat aber mit dem Flughafen einen „exzellenten Kooperationspartner, der uns mit einer geringen Miete und sehr guter Unterstützung sehr entgegenkommt“. Sowohl Fuchs, als auch Airport-Chefin Bettina Ganghofer erklärten mehrmals, dass es diese Art von Autokino nur einmalig in diesem Sommer geben wird, „denn das Vorfeld wird nächsten Sommer garantiert nicht mehr zur Verfügung stehen und andere, große Parkplätze ohne Bäume dazwischen haben wir im Großraum Salzburg schlicht nicht gefunden“.

Und, weil sich Radfahrer und Öffi-Benutzer schon im Vorfeld beschwerten, warum sie nicht mit dem Rad oder dem Bus kommen dürfen, „ich sag’s offen, es ist kein Green-Event und es heißt halt Auto-Kino“, so Fuchs.

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