Erpresserische Entführung in Salzburg

Juwelierin muss im Geschäft Schmuck holen, Familie wird in Wald verschleppt

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Salzburg - Drei maskierte Männer stiegen in das Anwesen einer Juweliersfamilie ein und überwältigten die Familie, darunter zwei Kinder. Während die Frau gezwungen wurde in ihr Geschäft zu fahren und Schmuck zu holen, wurde der Rest der Familie in ein nahegelegenes Waldstück gefahren:

Update, 15.30 Uhr - Nachbarn hörten Explosionen

Am Donnerstag überfielen drei maskierten Männern das Anwesen einer Unternehmerfamilie und überwältigten sie. Jetzt ist bekannt, dass es sich dabei um die Juweliersfamilie Nadler handelt. Zwei von drei Tätern verschleppten den Ehemann, die zwei Kinder und eine 26-jährige Frau in eine nahegelegenes Waldstück und ließen sie gefesselt im Auto zurück. Wo sich der dritte Räuber zu der Zeit und auch später aufgehalten hat, ist bislang unklar. Währenddessen zwangen die Räuber die Ehefrau in ihr Juweliergeschäft in die Innenstadt zu fahren, um Schmuck zu besorgen.

„Für uns begann der Einsatz um 12.30 Uhr, insoweit ist es für uns keine Geiselnahme oder eine Home Invasion sondern eine erpresserische Entführung“, so Polizeisprecherin Irene Stauffer auf Nachfrage von BGLand24.de.

Mittels eines Brandbeschleunigers hatten die drei Täter im Haus ein Feuer gelegt, Nachbarn berichteten von kurz hörbaren Explosionen. Durch das Feuer entstand ein hoher Sachschaden.

Unklar ist auch, was die Täter im Anwesen erbeutet haben, zu einer Übergabe von Schmuck aus einem der Geschäfte kam es nicht.

Zehn Überfälle auf Nadler-Geschäfte

Der Familienbetrieb von Ilse Nadler hat in Salzburg vor allem deshalb traurige Berühmtheit erlangt weil die Geschäfte in der Linzergasse und der Getreidegasse bis Ende 2012 insgesamt zehn Mal überfallen wurden oder Opfer von versuchten Einbrüchen waren. Nach einem Überfall 2005 konnte der Täter, ein 39-jähriger Franzose, in Südtirol geschnappt werden, beim letzten Einbruchversuch im Dezember 2012 scheiterten die Räuber am Sicherheitsglas, das die Familie nach den Überfällen eingebaut hatte.

Vorbericht

Nach dem Raubüberfall am Donnerstag, den 15. August, auf eine Juweliersfamilie in Salzburg gab die Polizei neue Details bekannt. So drangen drei mit Sturmmasken maskierte Männer über  die offene Balkontür in das Anwesen ein. Daraufhin überwältigten sie das im Haus befindliche Ehepaar im Alter von 41 und 35 Jahren. Die Täter trugen eine Waffe mit sich und fesselten die beiden unter Anwendung von Gewalt. Dabei wurde der 41-jährige Mann am Körper verletzt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch zwei Kinder und eine 26-jährige Frau im Haus.

Die Räuber zwangen die 35-jährige Frau in ihr Juweliergeschäft in der Salzburger Innenstadt zu fahren, um Schmuck zu besorgen. Währenddessen wurden nach Angaben der Polizei die im Haus befindlichen Personen von zwei Tätern in ein Fahrzeug gebracht und in ein nahegelegenes Waldstück gefahren. Das Auto war wegen des unwegsamen Geländes nach einiger Zeit nicht mehr fahrbereit und kam zum Stehen.

Daraufhin flüchteten die beiden Männer zu Fuß und ließen die vier Personen im Auto zurück. Auf ihrer Flucht trafen sie auf ein Pärchen, forderten die Herausgabe ihrer Handys und gaben sogar Schüsse ab. Anschließend flüchteten sie zu Fuß weiter. Das Paar konnte schließlich die Familie aus dem Auto befreien.

Der 41-Jährige verständigte gegen 12.30 Uhr die Polizei, die sofort eine Großfahndung einleitete. Anschließend nahm er auch Kontakt zu seiner Frau auf. Im Haus wurde mittels eines Brandbeschleunigers ein Feuer gelegt, das einen hohen Sachschaden verursachte. Wie viel die Täter aus dem Anwesen gestohlen haben, ist bislang noch unklar.

Derzeit laufen umfangreiche Ermittlungen durch das Landeskriminalamt und die Spuren werden ausgewertet, so die Polizei weiter. Ein Brandsachverständiger wurde von der Staatsanwaltschaft bestellt. Mehrere Befragungen stehen noch aus. Die Betreuung der Opfer führte das Kriseninterventionsteam durch. Warum die Männer die Familie zu einem Waldstück gefahren haben, das Passanten-Paar bedrohten und sich Schüsse aus der Waffe lösten, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Die Personenbeschreibung der Täter ist vage. Wie die Polizei in der Pressemeldung mitteilt, sind alle zwischen 1,75 und 1,85 Meter groß. Sie haben einen unterschiedlichen Körperbau, einer schlank, einer korpulent und der dritte muskulös. Alle drei waren mit Sturmmaske maskiert. Einer von ihnen trug eine Hose im Camouflage Muster.

Vorbericht:

In Salzburg ist es am Donnerstag, den 15. August, zu einem bewaffneten Raubüberfall auf das Privathaus einer Unternehmerfamilie gekommen. Mitglieder der Spezialeinheit Corbra waren im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr Salzburg und die Feuerwehr Koppl löschten das Feuer im Haus. Schwer bewaffnete Polizisten bewachten anschließend das Juweliersgeschäft in Salzburg. Die Großfahndung nach den Räubern im Stadtgebiet und Umland brachte bislang keinen Erfolg.

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