Corona-Krise: fallende Zahlen, öffnende Geschäfte aber geschlossene Grenzen

Salzburgs Angst vor Corona-Virus-Import aus Bayern

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Salzburg - Die Grenzkontrollen zwischen Salzburg und Bayern bleiben bestehen, Österreich hat nun die Einreisebeschränkungen bis 27. April verlängert, einreisen dürfen weiterhin nur Personen, die einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen können, Auslandsösterreicher ohne Test nur, wenn sie sich 14 Tage zuhause selbst isolieren.

Ausgenommen sind nach wie vor Berufspendler oder Durchreisende, sowie Lkw und Einsatzfahrzeuge. Unterdessen hat die Bundesregierung am Montag wegen sinkender Infektionszahlen zahlreiche Lockerungen der Maßnahmen bekannt gegeben. So werden die Ausgangsbeschränkungen zwar bis Ende April verlängert, aber ab Dienstag nach Ostern dürfen kleine Geschäfte bis 400 m², sowie Bau- und Gartenmärkte wieder aufsperren, eine Woche später dann alle Geschäfte. Für alle Läden gelten wie für die Supermärkte schon jetzt eine Schutzmaskenpflicht und eine begrenzte Anzahl von Kunden im Geschäft. Auch die Stadt Salzburg hat nun einige Lockerungen bekannt gegeben.

Fallende Zahlen und öffnende Geschäfte in Salzburg - aber geschlossene Grenzen

Auch der weltberühmte Mirabellgarten wird nach Ostern wieder geöffnet, wegen der Reisebeschränkungen werden ihn die Salzburger eine Zeitlang für sich alleine haben. © hud
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Gesperrte Parks und Spielplätze sollen in der Stadt am Dienstag nach ostern wieder geöffnet werden. © hud
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Der große Wochenmarkt jeden Donnerstag vor dem Schloss Mirabell, die Schranne, bleibt auch weiterhin geschlossen, hier können Ein-Meter-Abstände nicht gewährleistet werden. © hud

In einer Video-Pressekonferenz gab Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner eine Lockerung der Anti- Corona-Maßnahmen bekannt, die sich weitgehend an den Bestimmungen des Bundes orientieren. So werden auch in Salzburg am Dienstag nach Ostern die jetzt geschlossenen Parks und Spielplätze wieder geöffnet, eine Maskenpflicht wird es dort nicht geben. „Auch den Grünmarkt werden wir ab Dienstag wieder öffnen, allerdings nicht die Schranne am Mirabellplatz, da sehen wir die Situation weiterhin kritischer“, so Preuner. Am Grünmarkt am Universitätsplatz sollen nur Lebensmittel der Grundversorgung verkauft, städtische Mitarbeiter werden Schutzmasken gratis verteilen, „Kunden können aber gerne etwas spenden, dieses Geld werden wir dann 1:1 an die Schmetterlingskinder weitergeben“. Geöffnet werden auch der Wochenmarkt in Lehen, sowie ein Markt am Landesgericht. Auch der Recyclinghof der Stadt wird wieder für Privatpersonen in Betrieb gehen.

„Grenzkontrollen müssen bleiben“

Die Einreisekontrollen von Bayern kommend verteidigt der Bürgermeister, die Zahl der Infizierten in Bayern sei sehr hoch, „was wir nicht wollen ist das der Virus bei offenen Grenzen wieder eingeschleppt wird“, so Preuner. Er bekomme jeden Tag etliche Anrufe von Salzburgern „die draußen ihr Pferd pflegen wollen und ähnliches“, aber man könne hier keine Ausnahmen machen.

Der Leiter des Krisenstabes der Stadt, Michael Haybäck, schloss sich an, die Grenzschließungen und die Verkehrsbeschränkungen in Österreich, also außer Haus gehen nur für Einkaufen, für die Arbeit oder zum Spazieren, müssten bleiben, „wenn eine zweite Welle zum Beispiel über Deutschland nach Österreich käme könnten die Maßnahmen noch drastischer sein als jetzt“, so Haybäck, „das heißt dann könnten nicht nur einzelne Personen sondern Straßen und auch ganze Stadtviertel unter Quarantäne kommen“. Der Leiter des medizinischen Einsatzstabes hatte allerdings zuletzt vor einer möglichen, zweiten Welle von Pflege- und Seniorenheimen ausgehend gewarnt.

In Stadt und Land Salzburg hat sich die Zuwachsrate der Infizierten zuletzt deutlich reduziert auf zuletzt knapp ein Prozent, im Berchtesgadener Land zum Vergleich schwankt der Zuwachs in den vergangenen sieben Tagen zwischen 20 Prozent und 2,4 Prozent. In Salzburg liegen derzeit 85 Personen mit der Covid-19- Infektion im Krankenhaus, Stand 07.04.2020, 10 Uhr, davon 16 Patienten auf der Intensivstation, 17 Personen sind in Salzburg mit der Covid-19-Infektion verstorben.

hud

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