Zwei Schwerverletzte nach dramatischem Einsatz in Salzburg

Mann dreht durch und liefert sich Schusswechsel mit Polizei - wegen Drogen?

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Vor diesem Haus in Salzburg-Leopoldskron kam es zu dem Schusswechsel.

Salzburg - Ein Schusswechsel am Donnerstagmorgen, 25. Juni, im vornehmen Stadtteil Leopoldskron endete mit einem schwer verletzten Mann (36) und einem ebenfalls schwer verletzten Polizisten. 

Update, 16.30 Uhr - Mann (36) nach Operation im Aufwachraum des Landeskrankenhauses

Der 36-jährige Mann befindet sich nach einer Operation im Aufwachraum des Landeskrankenhauses. Über den Zustand des angeschlossenen Polizeibeamten ist nichts bekannt. Mittlerweile haben rund zehn Kriminalbeamte aus Vorarlberg mit der Untersuchung begonnen.

Erstmeldung:

Nach Angaben des Vaters des 36-Jährigen soll dieser gegen 6.30 Uhr "durchgedreht sein", weil in seiner Wohnung im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses ein Wasserhahn abgebrochen war und das Wasser sich nicht abdrehen ließ. "Mein zweiter Sohn und ich konnten ihn nicht bändigen und haben daher ich der Landesnervenklinik angerufen", schilderte der Vater die Situation vor Ort. 

Die Klinik schickte aber zuerst die Polizei, zwei Beamte trafen ein und versuchten den auf dem Boden kauernden, jungen Mann zu versorgen. Dabei soll es zu einem Gerangel gekommen sein, in dessen Verlauf der 36- Jährige an die Waffe des Polizisten gekommen sein könnte - so beschreibt es zumindest der Vater, der die Situation beobachtete. Dabei sollen ein oder mehrere Schüsse in Richtung des zweiten Beamten gefallen sein, dieser hat dann wiederum in Richtung des 36-Jährigen geschossen und ihn nach Angaben des Vaters in den Bauch getroffen.

Drogenkonsum als Auslöser?

Der 73-jährige Vater räumte ein, dass sein Sohn offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand war. Er gab außerdem zu, dass "er ganz verwirrt, richtig narrisch" war, aber von einer psychische Erkrankung seines Sohnes will er nichts wissen. Ob der Sohn in der Nacht möglicherweise Drogen konsumiert habe, wisse er nicht, "komisch gerochen hat es in der Früh aber schon".

Die Polizei gibt sich noch bedeckt, gibt aber zu, "dass der 36-jährige Österreicher im Verlauf der körperlichen Auseinandersetzung mit einem der Polizisten, diesem die Dienstwaffe entreißen und damit auf ihn schießen konnte", so der Sprecher der Landespolizeidirektion Salzburg, Hans Wolfgruber. Wie viele Schüsse vom 36-Jährigen und danach von einem Polizeibeamten insgesamt abgegeben wurden, werde noch ermittelt. Um einem möglichen Vorwurf der Befangenheit entgegenzutreten, ermitteln Beamte der Polizei Vorarlberg den weiteren Sachverhalt.

Der 36-Jährige ist nach einer Operation im Landeskrankenhaus mittlerweile in die Landesnervenklinik überstellt worden, der angeschossene Polizist wurde im Unfallkrankenhaus operiert.

hud

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