Schweres Zugunglück am Salzburger Hauptbahnhof

Frau erleidet Rippenbrüche und Milzriss - insgesamt 54 Verletzte

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Am Salzburger Hauptbahnhof hat sich am frühen Freitagmorgen ein Zugunglück mit zahlreichen Verletzten ereignet.
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Salzburg - Am Hauptbahnhof gab es am frühen Freitagmorgen Großalarm: Eine Verschublokomotive ist mit einer Garnitur aus sieben Waggons in einen stehenden Nightjet gekracht. Bei dem schweren Unglück wurden 54 Menschen verletzt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Insgesamt 54 Verletzte am Salzburger Hauptbahnhof
  • Zuggarnitur prallt bei Verschubarbeiten gegen Nachtzug (Zürich - Wien)
  • Großeinsatz der Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz
  • Unglücksursache unklar - Schaden wohl im siebenstelligen Bereich
  • SERVICE: Störungen ÖBB - Störungen Deutsche Bahn - Störungen Meridian
  • INFO-TELEFON für besorgte Angehörige: +43 57 2550 (Landeskrankenhaus Salzburg) oder +43 59 3934 4000 (Unfallkrankenhaus Salzburg)

UPDATE, 13 Uhr - Züge werden in Kürze "abgeschleppt"

Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Klärung der Unfallursache seit dem frühen Vormittag auf Hochtouren. "Die beiden Personenzüge sind mittlerweile von den Behörden freigegeben worden", sagte ÖBB-Sprecher Robert Mosser den Salzburger Nachrichten. Die Waggons der beiden Züge sollen im Laufe des Nachmittags abtransportiert werden und werden wohl bis auf weiteres zunächst auf Gleisen des Güterbahnhofes abgestellt. 

Anschließend sollen die Gleise im Bahnhof auf etwaige Schäden kontrolliert werden. Sollten keine Schäden festgestellt werden, kann Gleis 4 am Hauptbahnhof dann auch wieder für den Bahnverkehr freigegeben werden.

UPDATE, 12.50 Uhr - Frau erleidet Rippenbrüche und Milzriss

Wie sich am Mittag herausgestellt hat, gab es bei dem Unglück leider doch eine Schwerverletzte zu beklagen. Eine Frau musste mit Rippenbrüchen und einem Milzriss im Unfallklinikum Salzburg behandelt werden. Sie wurde am Vormittag bereits operiert, wie Udo Berger, stellvertretender Ärztlicher Leiter am Unfallkrankenhaus Salzburg, der APA sagte. 

Alle anderen Patienten, die im Zusammenhang mit dem Zugunfall ins Unfallkrankenhaus gebracht worden seien, hätten ambulant behandelt werden können. Vor allem mit Rissquetschwunden hätten sich die Ärzte dabei auseinandersetzen müssen.

Schäden an Nightjet nach Zugunfall in Salzburg

UPDATE, 11.35 Uhr - ÖBB: Untersuchungen laufen

Aus derzeit noch ungeklärter Ursache erfolgte bei einem Verschubvorgang am Hauptbahnhof Salzburg ein Zusammenstoß zweier Züge. Dabei wurden nach Angaben der Rettungskräfte 54 Zuginsassen größtenteils leicht verletzt und sofort von Einsatzkräften versorgt. Die knapp 200 übrigen Fahrgäste wurden mit zwei anderen planmäßigen Zugverbindungen weitertransportiert. Durch den Vorfall kam es im übrigen Zugverkehr zu keinen Einschränkungen. 

Am Freitagmorgen gegen 4.45 Uhr sollten planmäßig die Nachtzüge aus Zürich und Venedig kommend am Hauptbahnhof Salzburg gekoppelt und dann Richtung Wien weitergeführt werden. Dazu wurde eine Zuggarnitur mit einer Lok gegen die stehende Zuggarnitur geführt. Der Zusammenschluss erfolgte unplanmäßig stark. Die Ursache dafür ist derzeit nicht bekannt. Der Vorfallsort wurde sofort gesichert. Die Behörden haben die Ermittlungen zur Klärung der Unfallursache aufgenommen. 

Die übrigen Fahrgäste wurden mit zwei anderen planmäßigen Zugverbindungen von Salzburg Richtung Wien befördert. Zugbegleiter haben die Reisenden umfassend informiert und Unterstützung angeboten. Die ÖBB bedauern den Vorfall und werden mit allen betroffenen Fahrgästen umgehend Kontakt aufnehmen.

Pressemeldung ÖBB

UPDATE, 10.15 Uhr - Statement des Uni-Klinikums Salzburg

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Koehler, Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Salzburg

Jetzt hat sich das Uniklinikum Salzburg mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt. "Wir haben am Freitag an der Traumatologie am Uniklinikum Salzburg 25 Patienten des Zugunfalls vom Hauptbahnhof behandelt. Darunter waren zum Glück keine Schwerverletzten. Hauptsächlich mussten Kopfverletzungen mit Platzwunden, verschiedene Prellungen und eine Sprunggelenksverletzung versorgt werden", erklärte Univ.-Prof. Dr. Jürgen Koehler, Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Salzburg.

UPDATE, 9.20 Uhr - ÖBB bedauert Unglück zutiefst

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben sich inzwischen auch in den sozialen Medien zu Wort gemeldet. Dort bedauerte die ÖBB den Vorfall zutiefst und bedankte sich bei den Einsatzkräften für die "rasche Versorgung" der Verletzten. Mit "Erleichterung" könne man berichten, dass es sich bei den Verletzten durchweg um Leichtverletzte handeln würde. Zudem wurden Telefonnummern für besorgte Angehörige bekanntgegeben.

UPDATE, 9.10 Uhr - Zugunfallkommission ermittelt

Inzwischen haben die Zugunfallkommission des Verkehrsministeriums und das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen. Sie sollen klären, ob ein Defekt oder menschliches Versagen ursächlich für das Unglück waren. Das bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber der Austria Presse Agentur (APA).

Die unverletzt gebliebenen Fahrgäste wurden bzw. werden auf andere Züge umgeleitet. Laut ÖBB gab es im morgendlichen Berufsverkehr kaum Beeinträchtigung für die Pendler.

UPDATE, 8.40 Uhr - Video-Interview mit Branddirektor Ortler

Die Zahl der Verletzten ist inzwischen leicht nach unten korrigiert worden. Österreichische Medien berichten nun übereinstimmend von 54 verletzten Personen. In den insgesamt 13 Schlaf- und Liegewagen sowie Sitzwaggons befanden sich rund 240 Fahrgäste. "Wir hatten dabei in beiden Zugteilen Verletzte zu verzeichnen", sagte ÖBB-Sprecher Robert Mosser.

Unterdessen hat sich Reinhold Ortler, Branddirektor der Stadt Salzburg, vor Ort am Hauptbahnhof zu den Ereignissen im Videointerview geäußert. 

UPDATE, 8.20 Uhr - Schaffnerin schildert schlimme Momente

Die Zuggarnitur aus Venedig soll mit etwa 25 km/h auf den stehenden Nachtzug, der aus Zürich kam, aufgefahren sein. "Die Leute sind schockiert. Viele sind von herunterfallenden Sachen verletzt worden. Gott sei Dank wurde aber niemand schwer verletzt", schilderte Susanne Fried, die Schaffnerin des aus Zürich kommenden Zuges, die schlimmen Minuten gegenüber dem Österreichischen Rundfunk (ORF).

"Aus derzeitiger Sicht handelt es sich nur um Leichtverletzte. Ob sich dann im Krankenhaus noch schwerere Verletzungen herausstellen, kann man derzeit noch nicht abschätzen. Aber wir konnten alle Verletzten sitzend abtransportieren", ergänzte Notarzt Thomas Waldner gegenüber dem ORF.

Schweres Zugunglück am Salzburger Hauptbahnhof

UPDATE, 8.05 Uhr - Branddirektor schildert Einsatz

Weitere Details zur Unfallursache sind weiterhin nicht bekannt. Aktivnews sprach von möglichem "menschlichem Versagen". Das ist offiziell aber noch nicht bestätigt. 

Reinhold Ortler, Branddirektor der Stadt Salzburg, fasste den Einsatz aus Sicht der Feuerwehr zusammen: "Ein Personenzug mit Ziel Wien Hauptbahnhof stand um kurz vor 5 Uhr im Salzburger Hauptbahnhof bereit. Aus noch ungeklärter Ursache sind dann Waggons miteinander kollidiert. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war nötig, um die große Anzahl der Verletzten zu versorgen und in die umliegenden Krankenhäuser zu bringen.

Eine Person haben wir aus einer WC-Anlage befreien müssen. Aufgrund der Verknautschung der einzelnen Waggons war es notwendig, auch alle anderen Abteile des Zuges auf möglicherweise verbliebene Personen zu kontrollieren."

UPDATE, 7.45 Uhr - Nur noch Gleis 4 blockiert

Inzwischen ist nur noch Gleis 4 am Hauptbahnhof gesperrt. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Wenn die ersten Erhebungen abgeschlossen sind, soll der Zug in den Salzburger Güterbahnhof geschleppt werden. Informationen von Aktivnews zufolge sollen die Waggons noch rollfähig sein.

UPDATE, 7.40 Uhr - 57 Verletzte und gewaltiger Schaden

Die laut Aktivnews insgesamt 57 Verletzten sind inzwischen alle ins Landes- bzw. Unfallkrankenhaus nach Salzburg eingeliefert worden. Kurz nach Bekanntwerden des Unglücks hatte man die Kliniken zunächst in höchste Alarmbereitschaft versetzt, weil man von einem "Großschadensereignis" ausgegangen war. Das bestätigte Martin Huber, Einsatzleiter des Roten Kreuzes, gegenüber Aktivnews.

Nun gibt es außerdem weiterführende Informationen zum Unfallhergang: Demnach passierte das Unglück, als sieben Waggons des Zuges Venedig - Wien an den Nachtzug aus Zürich, der ebenfalls nach Wien unterwegs war, angekoppelt werden sollten. Dabei wurde die Garnitur laut Aktivnews mit viel zu hohem Tempo aufgeschoben. Ein Wagen sei dabei vollständig zerknickt. Die anderen Waggons erlitten sog. "Schockbeschädigungen" und können erstmal nicht mehr für den Fahrgastbetrieb verwendet werden. Der Schaden liegt laut Aktivnews ersten Schätzungen zufolge wohl im siebenstelligen Bereich.

Zugunglück mit Nachtzug am Hauptbahnhof Salzburg

UPDATE, 7.25 Uhr - Fahrgäste aus Betten geschleudert

Aktivnews berichtet, dass die meisten Passagiere von dem Unfall im Schlaf überrascht worden seien. Teilweise seien die Menschen in den Schlafwagen aus ihren Betten geschleudert worden. Eine Person musste zudem offenbar von der Feuerwehr aus einer deformierten Zug-Toilette befreit werden.

"Da der Zug vollbesetzt war, ist die Anzahl der Verletzten verhältnismäßig hoch", sagte Reinhold Ortler, Kommandant der Berufsfeuerwehr und Branddirektor der Stadt Salzburg, den Salzburger Nachrichten. Mehrheitlich dürfte es sich bei den rund 50 Verletzten aber - Gott sei Dank - nur um Leichtverletzte handeln. Etliche Personen erlitten außerdem Platzwunden im Gesicht.

UPDATE, 7.10 Uhr - Gleise am Hauptbahnhof gesperrt

Die Presseagentur Aktivnews berichtet, dass die Gleise 2 und 4 am Hauptbahnhof wegen des Unfalls bis auf weiteres gesperrt sind. Der restliche Personenverkehr soll über die anderen Gleise aber weitgehend normal ablaufen. Allerdings müssen die Fahrgäste mit Verspätungen rechnen, hieß es. Güterverkehr ist derzeit nur sehr eingeschränkt möglich.

UPDATE, 7 Uhr - Offenbar sogar 50 Verletzte

Der Großeinsatz am Salzburger Hauptbahnhof ist weiterhin in vollem Gange. salzburg24.at berichtet nun gar von bis zu 50 Verletzten, die vom Roten Kreuz versorgt und in zahlreiche Krankenhäuser eingeliefert werden mussten.

Unterdessen haben sich die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erstmals öffentlich zu dem Unglück geäußert. Demnach sei eine Verschublokomotive um exakt 4.46 Uhr auf den noch stehenden Nightjet 467, der auf dem Weg von Zürich nach Wien war, aufgefahren, teilte ÖBB-Sprecher Robert Mosser mit. Der Grund für den Unfall ist noch völlig unklar.

UPDATE, 6.50 Uhr - Waggons eingedrückt und beschädigt

Jetzt gibt es erste Erkenntnisse zum Unfallhergang: Ersten Erkenntnissen vor Ort zufolge passierte der Unfall am Gleis 4 des Hauptbahnhofes. Ein Triebwagen soll auf einen stehenden "Nightjet", der auf dem Weg von Zürich nach Wien war, aufgefahren sein. Der "Nightjet" stand am Hauptbahnhof, weil vor der geplanten Weiterfahrt um kurz nach 5 Uhr noch weitere Waggons angehängt werden sollten. Dabei passierte der Unfall, wobei einige Waggons erheblich eingedrückt und beschädigt worden sein sollen. Das berichtet die Presseagentur Aktivnews.

Die Erstmeldung:

Offenbar sind zwei Personenzüge ineinander geprallt. Rund 20 Personen sollen dabei verletzt worden sein. Der genaue Grad der Verletzungen ist derzeit unklar. Die Rettungskräfte von Polizei, Rotem Kreuz und Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot im Einsatz.

*Nähere Informationen liegen derzeit nicht vor!*

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