Reiseverkehr entlang der A10 - Verkehrslandesrat Schnöll zieht Bilanz

"Kein Verständnis für Grenzkontrollen" - Abfahrtssperren auch 2020

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Die Mautstelle St. Michael hat in diesem Sommer an Spitzentagen knapp 2.450 Fahrzeuge pro Stunde abgefertigt.

Salzburg - Grenzkontrollen, Reiseverkehr und Private Security. Das soll sich auf der A10 künftig ändern:

Die Abfahrtssperren von der Tauernautobahn in diesem Sommer hätten die Gemeinden entlang der A10 deutlich entlastet, „wir werden im nächsten Jahr auch schon an Pfingsten diese Sperren aktivieren“, so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll bei seiner Bilanz des Sommerreiseverkehrs. Auch die dritte Spur bei den Grenzkontrollen am Walserberg habe lange Rückstaus wie noch 2018 verhindert. Kritik der Deutschen Bundespolizei, wonach die Zuführung zur dritten Spur nicht funktioniere, kann Schnöll nicht nachvollziehen, „wir haben das über die Asfinag-Kameras genau beobachtet“. 

Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, links im Bild, will die dritte Spur am Walserberg weiter optimieren, „Schleierfahnder wären aber ohnehin besser als die stationären Kontrollen“.

Mit zahlreichen Maßnahmen hat es das Land Salzburg augenscheinlich geschafft, in diesem Sommer den Reiseverkehr auf der Tauernautobahn in beiden Richtungen flüssiger zu gestalten, extrem lange Staus wie 2018 blieben aus. So wurde zum Beispiel die Mautstelle in St. Michael ausgebaut, es gab keine Blockabfertigungen vor den Tunnels und die von Salzburg geforderte dritte Abfertigungsspur am Walserberg wurde doch noch rechtzeitig vor der Reisesaison fertig. „Es hat natürlich einige Zeit gebraucht, bis die Lkw-Fahrer unter der Woche und die Auto-Fahrer am Wochenende die dritte Spur angenommen haben, aber im Laufe der Wochen hat sie immer besser funktioniert“, so Schnöll. Im Gegensatz dazu hatte die Bundespolizei vergangene Woche beklagt, dass die Zuführung zur dritten Spur nicht optimal funktioniere und dazu entsprechende Luftaufnahmen gezeigt. Schnöll hingegen bleibt dabei, „ohne dritte Spur wären die Grenzstaus länger gewesen und es hätte mehr Ausweichverkehr durch Wals und Grödig gegeben“. Schnöll zeigt in diesem Zusammenhang auch „wenig Verständnis“ dafür, dass die Bundesrepublik die Grenzkontrollen zwischen Bayern und Österreich um weitere sechs Monate verlängern will, „aber wir müssen mit der Situation umgehen und weiter Druck machen, dass die stationären Kontrollen enden und stattdessen ein sensibleres Grenzmanagement mit Schleierfahndern kommt“, auch einige deutsche Politiker würden ihn dabei unterstützen. „Ich werde alles tun dass es im nächsten Sommer vorbei ist“, wagt Schnöll eine Vorhersage zur Zukunft der 24-Stunden-Kontrollen am Walserberg.

Security für Abfahrtssperren
 


Die heuerursprünglich bis 18. August angeordneten Abfahrtssperren für alle Ausfahrten entlang der A10 zwischen Puch-Urstein und Zederhaus im Lungau wurden kurzerhand bis Sonntag verlängert, im nächsten Jahr sollen sie nicht nur in den gesamten Sommerferien gelten, sondern auch am Pfingstwochenende, „das traditionell stärkste Reisewochenende“, so Schnöll. Eine Sperre der Abfahrten in den Winterferien, wie in Tirol geplant, wird es in Salzburg aber nicht geben. Mit den sommerlichen Abfahrtssperren habe man Pionierarbeit geleistet, sie hätten in allen Gemeinden entlang der Tauernautobahn eine große Erleichterung gebracht, der in den vergangenen Jahren übliche Ausweichverkehr sei ausgeblieben. „50 Prozent aller Navis haben die Sperren angezeigt, nur bei Google-Maps haben wir es heuer noch nicht geschafft“. Die Polizei habe in diesem Sommer das Einhalten der Abfahrtssperren nur punktuell kontrolliert, „im nächsten Sommer soll ein privates Sicherheitsunternehmen diese Aufgabe übernehmen“, kündigt Schnöll an.

In Richtung Süden habe auch eine bessere Abfertigung an der Mautstelle St. Michael dazu beigetragen, dass die Staus vor den Mautschranken kürzer gewesen seien. So seien in den Jahren zuvor in Spitzenzeiten 2.260 Fahrzeuge pro Stunde abgefertigt worden, in diesem Sommer seien es knapp 2.450 gewesen.

Michael Hudelist

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